(red). Momentan kocht die Diskussion um die 4-Tage Woche wieder hoch. Wie soll das überhaupt umsetzbar sein? Weniger Arbeit für gleiches Geld? Die Arbeitgeber gehen auf die Barrikaden und die Arbeitnehmer würden sich darüber freuen. Wie die 4-Tage Woche funktionieren kann und welche Vorteile sie bietet, das kann man in dem kleinen mittelfränkischen Dorf Pyras erleben.

„Bereits seit 2003 gibt es bei uns in der Brauerei die 4-Tage Woche. Und sie ist aus unserem Unternehmen nicht mehr wegzudenken,“ so Marlies Bernreuther, die Inhaberin der Pyraser Landbrauerei. In ihrer regionalen Familienbrauerei im Süden Frankens scheint das, worüber momentan in ganz Deutschland diskutiert wird, seit fast 20 Jahren ohne Probleme zu funktionieren.

Zufriedene und motivierte Mitarbeiter

„Bei der Einführung gab es schon den einen oder anderen Kollegen, der der 4-Tage Woche mit gemischten Gefühlen und so manchen Bedenken gegenüberstand. Schließlich wird an den vier Tagen die gleiche Stundenzahl gearbeitet wie bei einer 5-Tage Woche. Aber Mittlerweile wissen alle in der Produktion das regelmäßige lange Wochenende sehr zu schätzen,“ ist sich die Chefin sicher. „Nicht nur, dass die Produktivität gestiegen ist. Die Mitarbeiter sind motivierter und erholter, wenn wir Montag früh in die Woche starten. Das merkt man an der guten Laune und der geringen Fehlerquote im Betrieb. Und nicht zuletzt auch an der geringen Krankheitsquote in der Abteilung.“

Steigerung der Produktivität

Seit der Einführung der 4-Tage Woche hat sich die Produktivität in der Brauerei mit angeschlossenem Mineralbrunnen um 25% gesteigert. „Durch unsere Kennzahlen und die Erfüllung der Kriterien für die Qualitätsprämie konnten wir die Steigerung der Produktivität sehr gut nachverfolgen,“ betont, der vor kurzem in Rente gegangene Braumeister, Helmut Sauerhammer.

Einsparungen bei Energie- und Wasserverbrauch

„Durch den Wegfall eines kompletten Tages sparen wir über 20% des Energie- und Wasserverbrauchs ein. Das kommt unserer Philosophie der nachhaltigen Nutzung der natürlichen Ressourcen natürlich sehr entgegen.“ erzählt Marlies Bernreuther während wir zusammen durch das Solarfeld der Brauerei gehen.

Noch nicht überall umsetzbar

Die 4-Tage Woche wird allerdings nicht im gesamten Betrieb umgesetzt. „Die 4-Tage Woche ist durch die Erfahrungen, die wir bei uns die letzten Jahre machen konnten, auf jeden Fall für weite Teile der Arbeitswelt machbar,“ ist Marlies Bernreuther überzeugt, „Aber auch bei uns ist in der Verwaltung, dem Vertrieb und der Logistik eine Umsetzung aktuell noch nicht möglich. Dafür läuft außerhalb von Pyras die Uhr der Arbeitswelt doch noch zu sehr im 5 Tages Rhythmus.“.

Ruhe und viel Zeit für sein Bier

Für Achim Sauerhammer, dem neuen ersten Braumeister, hat die 4-Tage Woche auch persönlich etwas sehr Positives. Und das obwohl er als leitender Angestellter an fünf Tagen bei seinem Bier in der Brauerei ist. „An den Freitagen ist es hier richtig schön ruhig. Kein Telefon das klingelt und keine unnötigen Ablenkungen. Da kann ich in Ruhe durch den Gärkeller streifen und nach meinem Bier schauen. Und die Ablage im Büro wird auch schnell kleiner.“

Bildunterschrift: Die 4-Tage-Woche in der Produktion der Pyraser Landbrauerei schon lange keine Utopie mehr. Foto: Pyraser Landbrauerei

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