Arbeitslosigkeit im November nimmt weiter ab – Anfragen für Kurzarbeitergeld rücken vermehrt in den Fokus

(red). Die Zahl der Arbeitslosen im November ist im Vergleich zum Vormonat leicht um 154 Personen gesunken. Im Vorjahresvergleich verzeichnet der Wert ebenfalls ein Minus von 1.294. Insgesamt sind 6.085 Arbeitslose bei der Agentur für Arbeit Ansbach-Weißenburg gemeldet. Die Arbeitslosenquote liegt mit 2,4 Prozent gleichauf mit dem Vormonatswert und um 0,5 Prozentpunkte unter dem des Vorjahres.

Die aktuellen Entwicklungen der Corona-Pandemie betreffen viele unterschiedliche Lebensbereiche. So zeigt sich eine allgemeine Unsicherheit beim Gastronomiebesuch, beim Einkauf im Einzelhandel oder beim Friseurtermin. Auch die noch vor einigen Wochen geplanten Weihnachtsfeiern und unbeschwerten Weihnachtseinkäufe bleiben aus Sorge vor möglichen Folgen aus. „Die Verschärfung der Pandemie bereitet nicht nur Privatpersonen Unbehagen, sondern auch bei Arbeitnehmern und Arbeitgebern bemerken wir eine große Unsicherheit“, so Claudia Wolfinger, Vorsitzende der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Ansbach-Weißenburg. Die Anspannung durch die erneute Krisen-Situation schlägt sich derzeit zwar nicht in den Arbeitslosenzahlen nieder, aber „wir beobachten die pandemiebedingte Entwicklung des Arbeitsmarktes sehr genau und versuchen entsprechend vorbereitet zu sein“.

Arbeitslosenzahl im November 2021: 6.085
Arbeitslosenzahl im Vorjahr: 7.379
Arbeitslosenquote im November 2021: 2,4 %
Arbeitslosenquote im Vorjahr: 2,9 %

Betriebe stellen sich bereits auf Kurzarbeit ein

Auf Arbeitgeber-Seite werden bereits erste Vorsichtsmaßnahmen getroffen. So sind die Anzeigen für Kurzarbeit mit insgesamt 42 zwar in der Gesamtbetrachtung recht niedrig, aber dennoch doppelt so hoch wie noch im Sommer diesen Jahres. Nach wie vor sind dabei die Wirtschaftsbereiche mit einer hohen Kundendichte sowie viel Kundenkontakt betroffen. Dazu zählen zum Beispiel die Gastronomie, der Einzelhandel und auch Friseure. Zudem erschwert der seit Wochen andauernde Rohstoffmangel die angespannte Lage zusätzlich. Weshalb sich auch Arbeitgeber aus Industrie und Handwerk im November vermehrt für Kurzarbeit interessieren.

Andauernde Lieferengpässe betreffen befristete Arbeitnehmer

Neben Arbeitslosen sind auch Personen bei der Agentur gemeldet, die derzeit noch in Beschäftigung sind. Denn Arbeitnehmer, die frühzeitig wissen, dass ihr Arbeitsvertrag auslaufen wird, müssen sich mindestens drei Monate vor Ablauf der Befristung bei der Agentur für Arbeit arbeitssuchend melden. Auch hierbei zeigen sich die Folgen der weiter andauernden Lieferengpässe. So melden sich insbesondere Arbeitnehmer aus den Bereichen Automobil und Metall arbeitsuchend, die derzeit befristet angestellt sind. „Obwohl die Auftragslage gut ist, bleibt unsicher, ob die Betriebe rechtzeitig genug Rohstoffe erhalten, um die Produktion lückenlos fortzuführen und die Mitarbeiter nahtlos weiterbeschäftigen zu können“, beurteilt Claudia Wolfinger die aktuelle Situation. „Das hat zur Folge, dass die Verlängerung befristeter Arbeitsverhältnisse nicht immer möglich ist, obwohl es genügend Arbeit gäbe.“ Wann sich die Lage entspannen wird, ist unklar und kann erst in den nächsten Monaten beurteilt werden.

Stetiger Anstieg neu gemeldeter Arbeitsstellen

Bei den aktuellen Arbeitsangeboten zeigt sich weiterhin ein kontinuierlicher Anstieg. Der gemeinsame Arbeitgeber-Service von Arbeitsagentur und Jobcentern verzeichnet im November einen Zugang von insgesamt 1.308 neuen Arbeitsstellen. Damit sind diese im Vergleich zum Vormonat um 165 Stellen gestiegen. Insgesamt gibt es damit derzeit 6.105 offene Stellenangebote, 24 mehr als im Oktober und 1.577 mehr als im Vorjahr. Die meisten freien Arbeitsstellen gibt es mit 1.402 dabei weiterhin in der Zeitarbeit, im verarbeitenden Gewerbe sind es 1.096 freie Arbeitsplätze, im Handel stehen aktuell 721 Stellen zur Verfügung, im Gesundheits- und Sozialwesen gibt es aktuell 705 Arbeitsangebote und im Baugewerbe sind 635 Arbeitsstellen zu besetzen. Den größten Stellenzuwachs gegenüber dem Vorjahr hat dabei das verarbeitende Gewerbe mit einem Plus von 81 Prozent zu verzeichnen.

Arbeitsmarktentwicklung in den Rechtskreisen SGB III und SGB II

Von den insgesamt 6.085 Arbeitslosen werden 3.520 bzw. 57,8 Prozent von der Agentur für Arbeit betreut. Gegenüber dem Vormonat sind das 102 Personen bzw. 2,8 Prozent weniger. Im Vorjahresvergleich liegt eine deutliche Reduzierung um 1.285 Arbeitslose bzw. 26,7 Prozent vor. Bei den Jobcentern beziehen 2.565 Personen Leistungen nach dem SGB II. Im Vergleich zum Vormonat sind das 52 bzw. zwei Prozent weniger. Zum Vorjahr gibt es einen minimalen Rückgang um neun Personen bzw. 0,3 Prozent.

Stadt und Landkreise

Der Arbeitsmarkt im Landkreis Weißenburg – Gunzenhausen: Im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen nimmt die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat leicht zu, und zwar um 30 Personen bzw. 1,9 Prozent auf 1.623. Die Arbeitslosenquote bleibt unverändert bei 3,0 Prozent. Vor einem Jahr gab es 99 Arbeitslose mehr; die Quote lag bei 3,2 Prozent. Im SGB-III-Bereich werden 880 Arbeitslose gezählt, fast genauso viele wie im Vormonat (883). Gegenüber dem Vorjahr sind es 179 Personen oder 16,9 Prozent weniger. Im Bereich SGB II, und damit bei den Leistungsbeziehern des Jobcenters, sind 743 Arbeitslose registriert, 33 bzw. 4,6 Prozent mehr als im Vormonat und 80 bzw. 12,1 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitgeber im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen melden dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service von Arbeitsagentur und Jobcenter im November 145 neue Stellen. Gegenüber dem Vormonat ist das ein Rückgang um 16 und gegenüber dem Vorjahresmonat eine geringfügige Zunahme um vier Stellen. Insgesamt sind imLandkreis 1.046 freie Stellen im Bestand (Vormonat -16, Vorjahr +153).

Der Arbeitsmarkt in der Stadt Ansbach: Die Arbeitslosenquote in der Stadt Ansbach beträgt aktuell 3,2 Prozent (Vormonat 3,3 und Vorjahresmonat 4,2 Prozent). Die Zahl der Arbeitslosen verringert sich gegenüber dem Vormonat um 20 auf 770, im Vorjahresvergleich nimmt sie um 234 ab. Im Stadtgebiet liegt die Arbeitslosigkeit im SGB-III-Bereich bei 343, das sind 10 bzw. 2,8 Prozent weniger als im Vormonat und 205 bzw. 37,4 Prozent weniger als im Vorjahr. Im Bereich SGB II, und damit bei den Leistungsbeziehern des Jobcenters, sind 427 Arbeitslose registriert, 10 bzw. 2,3 Prozent weniger als im Vormonat und 29 bzw. 6,4 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitgeber in Ansbach melden dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service von Arbeitsagentur und Jobcenter im November 176 neue Stellen. Gegenüber dem Vormonat ist das ein Rückgang um 10 und gegenüber dem Vorjahresmonat eine Zunahme um neun Stellen. Insgesamt sind im Stadtgebiet 651 freie Stellen im Bestand (Vormonat -39, Vorjahr +34).

Der Arbeitsmarkt im Landkreis Ansbach: Die Arbeitslosenquote im Landkreis Ansbach beträgt aktuell 2,1 Prozent (Vormonat 2,2 und Vorjahresmonat 2,6 Prozent). Die Zahl der Arbeitslosen verringert sich gegenüber dem Vormonat um 117 auf 2.235, im Vorjahresvergleich nimmt sie um 543 ab. Im Landkreis liegt die Arbeitslosigkeit im SGB-III-Bereich bei 1.315, das sind 64 bzw.
4,6 Prozent weniger als im Vormonat und 562 bzw. 29,9 Prozent weniger als im Vorjahr. Im Bereich SGB II, und damit bei den Leistungsbeziehern des Jobcenters, sind 920 Arbeitslose registriert, 53 bzw. 5,4 Prozent weniger als im Vormonat und 19 bzw. 2,1 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitgeber im Landkreis Ansbach melden dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service von Arbeitsagentur und Jobcenter im November 674 neue Stellen. Gegenüber dem Vormonat ist das eine Zunahme um 191 und gegenüber dem Vorjahresmonat um 170 Stellen. Insgesamt sind im Landkreis Ansbach 2.631 freie Stellen im Bestand (Vormonat +99, Vorjahr +846).

Der Arbeitsmarkt im Landkreis Roth: Die Arbeitslosenquote im Landkreis Roth beträgt aktuell 2,0 Prozent (Vormonat 2,1 und Vorjahresmonat 2,6 Prozent). Die Zahl der Arbeitslosen verringert sich gegenüber dem Vormonat um 47 auf 1.457, im Vorjahresvergleich nimmt sie um 418 ab. Im Landkreis Roth liegt die Arbeitslosigkeit im SGB-III-Bereich bei 982, das sind 25 bzw. 2,5 Prozent weniger als im Vormonat und 339 bzw. 25,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Im Bereich SGB II, und damit bei den Leistungsbeziehern des Jobcenters, sind 475 Arbeitslose registriert, 22 bzw. 4,4 Prozent weniger als im Vormonat und 79 bzw. 14,3 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitgeber im Landkreis melden dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service von Arbeitsagentur und Jobcenter im November 313 neue Stellen. Das sind genauso viele wie im Oktober und 29 mehr als vor einem Jahr. Insgesamt sind im Landkreis Roth 1.777 freie Stellen im Bestand (Vormonat -20, Vorjahr +544).

Foto: Pixabay

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