Ansbach-Weißenburg (red). Die Zahl der Arbeitslosen im Agenturbezirk Ansbach-Weißenburg sinkt im Vergleich zum Vormonat um 701 Meldungen auf 8.105. Dies entspricht einer Reduzierung um 8,0 Prozent.

„Damit liegt der Wert zwar immer noch um knapp 2.000 über dem Vorjahreswert, erfreulich ist aber, das wir erstmals seit Beginn der Krise wieder rückläufige Arbeitslosenzahlen haben“, so Claudia Wolfinger, die Chefin der Arbeitsagentur AnsbachWeißenburg. „Gerade die jüngeren Arbeitslosen unter 25 Jahren haben von der beginnenden Erholung des Arbeitsmarktes im September profitiert“, berichtet sie. Bei dieser Personengruppe reduziert sich der Bestand um fast ein Viertel im Vergleich zum Vormonat und liegt jetzt bei 1.024 Meldungen.

Die Arbeitslosenquote sinkt seit August um 0,3 Prozentpunkte auf aktuell 3,1 Prozent. Im September des Vorjahres lag sie noch bei 2,4 Prozent.

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung steigt im Vorjahresvergleich an

Es liegen neue Beschäftigtendaten zum Stichtag 31. März 2020 vor. Demnach steigt die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Agenturbezirk vor Beginn der Corona-Krise im Vergleich zum Vorjahres-Quartal leicht an. Es ergibt sich ein Plus von 0,6 Prozent bzw. 933 Personen.

„Inwieweit diese positive Entwicklung zu Jahresbeginn dazu beiträgt, den ‚CoronaEffekt‘ im Agenturbezirk in einem erträglichen Rahmen zu halten, werden erst die Zahlen im weiteren Jahresverlauf zeigen“, so Wolfinger.

Inanspruchnahme des Kurzarbeitergelds sinkt

Im Vergleich zum Höchststand im April mit 3.433 Anzeigen für 53.122 Beschäftigte, zeigen ein halbes Jahr nach Beginn der Pandemie im September nur noch 18 Betriebe für 247 Beschäftigte Kurzarbeit an. „Inzwischen nehmen viele kurzarbeitende Betriebe ihre Produktion weitgehend wieder auf. Das lässt die Hoffnung zu, dass die Inanspruchnahme des Kurzarbeitergeldes noch weiter zurückgeht.

Inwieweit die Entwicklungen in den Herbst- und Wintermonaten eine verstärkte Inanspruchnahme dieses Instruments wieder erforderlich machen könnten, ist bisher noch nicht abzusehen. Wir stehen den Firmen und ihren Beschäftigten bei Bedarf aber selbstverständlich weiter beratend und unterstützend zur Seite.“, sagt Wolfinger.

Zu Beginn des Shutdowns bereits über 12.000 Kurzarbeitende „Da die Unternehmen bis zu drei Monate Zeit haben, die tatsächliche Kurzarbeit abzurechnen, liegen jetzt erstmals verlässliche Zahlen für den Monat März 2020 auf Agenturebene vor. Demnach haben im Agenturbezirk Ansbach-Weißenburg gleich zu Beginn des Shutdowns 1.781 Betriebe für 12.247 Kurzarbeitende abgerechnet“, berichtet sie weiter.

Stellenbestand steigt, Stellenneuzugänge eher verhalten

Der Bestand an offenen Arbeitsstellen steigt den dritten Monat in Folge an. Der Corona-bedingte Tiefpunkt mit 4.287 Stellen im Juni wird im September um 130 Stellen überboten. „Mit aktuell 4.417 Stellen liegen wir zwar noch um rund 400 Angebote unter dem Potential wie vor der Pandemie,“ sagt Wolfinger, „die Entwicklung geht aber in eine gute Richtung. Im Helferbereich haben wir mit aktuell 1.128 Stellen den Vorjahreswert bereits wieder erreicht und den Stand vor Pandemiebeginn sogar knapp überboten. Für Fachkräfte und Akademiker gilt dies jedoch noch nicht im gleichen Maß.“

Bei den Fachkräften liegt das Stellenpotential noch weit hinter dem Vorjahreswert. Es hat sich zwar innerhalb der letzten sechs Monate auf einem Durchschnittswert von rund 2.685 Stellen stabilisiert, vor Pandemiebeginn lag die Arbeitgebernachfrage hier aber noch bei durchschnittlich 3.033. Auch für Akademiker sind deutlich weniger Stellen gemeldet als vor einem Jahr. Laut Wolfingers Aussagen sank hier die Arbeitgeber-Nachfrage in den letzten sechs Monaten auf einen Durchschnitt von 691. Im Zeitraum Oktober 2019 bis März 2020 lag der durchschnittliche Bedarf an Akademikern noch bei 771.

Den größten Personalbedarf gibt es in der Zeitarbeit (1.159 offene Stellen), gefolgt vom Gesundheits- und Sozialwesen (624), dem verarbeitenden Gewerbe (604), dem Baugewerbe (506), dem Handel (402) und der Gastronomie (221).

Arbeitsmarktentwicklung in den Rechtskreisen SGB III und SGB II

Von den insgesamt 8.105 Arbeitslosen werden mit 5.325 knapp zwei Drittel von der Agentur für Arbeit betreut. Im Vergleich zum Vormonat sind das 593 Personen bzw. 10 Prozent weniger, die nach dem Ende ihrer Erwerbstätigkeit Arbeitslosengeld I gemäß dem SGB III beziehen. Im Vorjahresvergleich liegt dagegen eine Zunahme um 1.558 Meldungen bzw. 41,4 Prozent vor.

Bei den Jobcentern beziehen 2.780 Personen Leistungen nach dem SGB II. Im Vergleich zum Vormonat sind das 108 Meldungen bzw. 3,7 Prozent weniger. Zum Vorjahr liegt ein Plus von 398 bzw. 16,7 Prozent vor.

Der Arbeitsmarkt im Landkreis Roth

Die Arbeitslosenquote sinkt im Landkreis Roth im Vergleich zum Vormonat um 0,2 Prozentpunkte auf aktuell 2,8 Prozent. Verglichen mit dem Vorjahr liegt sie um 0,8 Prozentpunkte höher. Die Zahl der Arbeitslosen reduziert sich im Vergleich zum Vormonat um 229 auf 2.035, im Vorjahresvergleich nimmt sie um 583 zu.

Im Landkreis sind von der Corona-Krise beide Rechtskreise betroffen. Der Anstieg beim Jobcenter, und damit bei den Leistungsbeziehern nach dem SGB II, fällt allerdings im Vorjahresvergleich geringer aus als bei der Arbeitsagentur. Im SGB-IIIBereich liegt hier die  Arbeitslosigkeit bei 1.450, das sind 491 Arbeitslose bzw. 51,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Im Bereich SGB II liegt sie bei 585, was einem Plus von 92 Personen bzw. 18,7 Prozent zum Vorjahr entspricht. Im Vormonatsvergleich haben sich die Zahlen in beiden Rechtskreisen reduziert. Im SGB III um 182 Meldungen, im SGB II um 47.

Die Arbeitgeber des Landkreises Roth melden dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service von Arbeitsagentur und Jobcenter im September 282 neue Stellen, das sind 25 weniger als vor einem Monat und zehn weniger als im Vorjahresmonat. Insgesamt sind 1.181 freie Stellen im Bestand (Vorjahr -266).

Der Arbeitsmarkt im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen

Die Arbeitslosenquote sinkt im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen im Vergleich zum Vormonat um 0,3 Prozentpunkte auf aktuell 3,4 Prozent. Verglichen mit dem Vorjahr liegt sie um 0,7 Prozentpunkte höher. Die Zahl der Arbeitslosen reduziert sich im Vergleich zum Vormonat um 155 auf 1.836, im Vorjahresvergleich nimmt sie um 378 zu.

Im Landkreis sind von der Corona-Krise beide Rechtskreise betroffen. Der Anstieg beim Jobcenter, und damit bei den Leistungsbeziehern nach dem SGB II, fällt allerdings im Vorjahresvergleich geringer aus als bei der Arbeitsagentur. Im SGB-IIIBereich liegt hier die  Arbeitslosigkeit bei 1.133, das sind 251 Arbeitslose bzw. 28,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Im Bereich SGB II liegt sie bei 703, was einem Plus von 127 Personen bzw. 22,0 Prozent zum Vorjahr entspricht. Im Vormonatsvergleich haben sich die Zahlen in beiden Rechtskreisen reduziert. Im SGB III um 134 Meldungen, im SGB II um 21.

Die Arbeitgeber melden dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service von Arbeitsagentur und Jobcenter im September 150 neue Stellen, das sind 3 weniger als vor einem Monat und zwölf weniger als im Vorjahresmonat. Insgesamt sind 890 freie Stellen im Bestand (Vorjahr -78).

Bildunterschrift: Erstmals seit der Pandemie sinken die Arbeitslosenzahlen. Foto: pixabay

    Ähnliche Beiträge

    Interview mit Jan Janssen, Center Parcs
    Virtuelles Konzert in Frankenmuth
    Neue Besuchsregelungen am Klinikum