Der Naturpark Altmühltal auf einem guten Weg

Beilngries (red). Die Jahreshauptversammlung des Tourismusverbands Naturpark Altmühltal am 10. Oktober 2019 in Beilngries stand im Zeichen einer Veränderung: Der Tourismusverband bekommt zum Jahresanfang 2020 erstmals eine eigenständige Rechtsform. Bevor die dazu notwendigen Beschlüsse gefasst wurden, präsentierte Geschäftsführer Christoph Würflein den Geschäftsbericht 2018 und die vorläufigen Zahlen 2019.

Wie die Zahlen zeigen, setzt sich die positive Entwicklung des Naturpark Altmühltal weiter fort. „Im Jahresdurchschnitt 2018 lag der Zuwachs bei den Übernachtungen bei 3,3 Prozent, von Januar bis August 2019 konnte eine Steigerung von 2,9 Prozent verbucht werden“, berichtete Würflein. „Wenn wir berücksichtigen, dass der Durchschnitt in Franken von Januar bis August 2019 bei einem Plus von nur 0,9 Prozent liegt und die Steigerung für ganz Bayern 2,3 Prozent beträgt, ist diese Zahl umso erfreulicher.“ Auch bei den Gästeankünften ging es nach einem Plus von 4,0 Prozent im Jahr 2018 im Jahr 2019 mit 1,0 Prozent Zuwachs von Januar bis August positiv weiter.

Um diesen erfolgreichen Weg fortsetzen zu können, wurde auf der Jahreshauptversammlung die bereits im vergangenen Herbst angekündigte Gründung eines eingetragenen Vereins „Tourismusverbands Naturpark Altmühltal“ beschlossen. Der TV Naturpark Altmühltal verfügte bisher als Gebietsausschuss des TV Franken über keine eigene Rechtsform. Für den zukünftigen Verein wurden auch gleich eine Satzung beschlossen sowie eine Beitragsordnung erlassen. Außerdem wurde der Vorstand neu gewählt, wobei die bisherigen Vorstandsmitglieder in ihren Positionen bestätigt wurden. Ziel ist es, den Übergang möglichst reibungslos zu gestalten und die erfolgreiche Zusammenarbeit im touristischen Bereich mit allen Mitgliedern fortzusetzen.

2020 stellt der Naturpark Altmühltal den Radtourismus besonders in den Fokus. Radler bleiben eine der wichtigsten Zielgruppen für die Region, sowohl bei den Übernachtungsgästen als auch bei den Tagesausflüglern. Der Altmühltal-Radweg – vor 40 Jahren noch der erste touristische Fernradweg in Süddeutschland – muss sich inzwischen gegen Konkurrenz aus ganz Europa behaupten. Gleichzeitig sind die Ansprüche der Gäste an die Wegequalität sowie an Service und Angebote entlang der Strecke deutlich gestiegen. Die Paradestrecke Altmühltal-Radweg wird diesen neuen Anforderungen gerecht und zählt noch immer zu den beliebtesten Fernradwegen Bayerns. Das Themenjahr 2020 dient einerseits dazu, diesen „Leuchtturm“ der Radregion Naturpark Altmühltal – wie auch in der Tourismusstrategie empfohlen – weiter zu stärken. Ein wichtiger Baustein ist dabei das neue Serviceheft zum Altmühltal-Radweg, das in Kürze erscheint.

Zusätzlich startete im vergangenen Jahr die Initiative, das gesamte Radwegenetz im Naturpark Altmühltal zu verbessern und nach den empfohlenen Standards der sogenannten „FGSV-Richtlinien“ auszuschildern. Hier ist der Tourismusverband Naturpark Altmühltal darauf angewiesen, dass die Kommunen, vor allem die Landkreise, in die Qualität der radtouristischen Infrastruktur investieren. Christoph Würflein betonte in diesem Zusammenhang, dass sich die Ansprüche und Möglichkeiten der Radtouristen durch E-Bikes stark verändert haben: „Rundtouren, die mit Steigungen verbunden sind, sind für die Radler von heute viel attraktiver – auch weil sie, wie wir wissen, ein festes Quartier bevorzugen und von dort aus verschiedene Touren unternehmen möchten.“

Eine neue Route verknüpft das Thema Radwandern zudem mit dem Alleinstellungsmerkmal des Naturpark Altmühltal als Fossilienregion und Heimat des „Urvogels“ Archaeopteryx: Der Geo-Radweg verbindet zwischen Nördlingen und Kelheim touristische Erlebnispunkte wie naturkundliche Museen und Besuchersteinbrüche, das Dinosaurier Museum Altmühltal oder die Schauhöhle Schulerloch. Die Arbeit an der Route, die mit LEADER-Mitteln gefördert wird, läuft bereits.

Die Qualitätsinitiative bei den Radwegen hat ein erfolgreiches Vorbild: Um das Angebot für Wanderer zu verbessern, wurden die Schlaufenwege am Altmühltal-Panoramaweg bereits auf ihre Qualität hin überprüft und optimiert. Ihr Zustand wird seither regelmäßig kontrolliert. Auch 2019 waren sechs Routen zur erneuten Überprüfung an der Reihe und bestanden den Test erfolgreich: Neue Urkunden gab es auf der Mitgliederversammlung für die Schlaufe 15 in Walting, die „TraumSchlaufe“ in Eichstätt (Schlaufe 14), die Schlaufe 11 zwischen Dollnstein und Wellheim, die Schlaufe 8 in Pappenheim, den Wanderweg „Altmühlblick“ (Schlaufe 6) in Treuchtlingen sowie die Schlaufe 3 im Hahnenkamm.

Bildunterschrift: 1. Vorsitzender Landrat Anton Knapp (ganz links) verlieh zusammen mit Christoph Würflein, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Naturpark Altmühltal (2.v.r.) die Urkunden an die Ortsvertreter aus Walting, Eichstätt, Dollnstein-Wellheim, Pappenheim, Treuchtlingen und Hahnenkamm. Foto: Klaus Dorsch

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