Diakonie hilft: Was brauchen Menschen in Krisen? Wie kommen wir als Familie durch diese Zeiten?

(red). Die Mitarbeitenden in den verschiedensten Diensten der Diakonie ertragen wie die meisten Menschen derzeit nur schwer, wie sich das Leben auf dieser Erde und speziell in Ost-Europa entwickelt.

Ein Beitrag aus der Eltern- und Jugendberatungsstellespiegelt vielleicht ganz gut wieder, wie man trotz aller Ängste und Risiken in dieser Zeit gut für sich sorgen und  ggf. einen Weg des damit Umgehens finden  kann.

Eine MItarbeiterin schreibt: Geht es Ihnen auch so, dass die momentane Nachrichtensituation, sei es bezüglich Covid 19 oder in Bezug auf den Krieg, der aktuell vor unserer Haustür stattfindet, Ihnen manchmal den Atem nimmt oder Sie droht zu überfordern? Möglicherweise verspüren Sie Angst und fühlen sich deshalb wie gelähmt und in Ihren Handlungsalternativen eingeschränkt. Vielleicht wissen Sie auch nicht, wie Sie ihren Kindern erklären sollen was gerade in der Welt passiert?

Krise – ein Wort, dass uns in den letzten Jahren so oft begleitet hat, sei es während  

Corona, bezüglich des Afghanistankriegs oder nun im Bezug auf den Krieg in der Ukraine. Doch aus diesen heftigen und kritischen Situationen sind für Viele ganz individuelle Krisen entstanden: Krisen im Job, in der Partnerschaft, zu den eigenen Eltern oder den Kindern. Viele haben das Gefühl wir hangeln von einer Krise zur Anderen. Statistisch gesehen ist es das nicht. Was jedoch stimmt, unsere Welt und dass was wir wahrnehmen ist unübersichtlicher geworden. Wir leben in einer sich extrem schnell verändernden Welt und das schafft Unsicherheit, woraufhin Menschen mangelnde Zukunftsgewissheit mit Risiko verbinden.

Menschen reagieren dabei unterschiedlich. Entweder mit Flucht, Kampf oder Starre. So unterschiedlich die Reaktionen meist sind, so ähnlich sind die dahinterstehenden Emotionen: Ohnmacht, Hilflosigkeit, Sorge, Kontrollverlust, aber auch Angst.

Angst wird oft als unangenehmes Gefühl wahrgenommen, welches wir jedoch Alle kennen. Wir versuchen es in der Regel um jeden Preis zu vermeiden. Besonders in der momentanen Situation fällt es einem selbst unglaublich schwer bei sich zu bleiben und sich dafür zu öffnen, jede Krise auch als Chance für Wachstum und Veränderung zu sehen. Sind wir in unserem Schmerzkörper gefangen, dann können unsere Gedanken und Ängste ganz schön mit uns durchgehen. Schenken wir diesem Angstgefühl dann Glauben und identifizieren uns damit, dann führt das oft zu riesigen Angstspiralen, denen wir ohnmächtig ausgeliefert sind. Kein Leben ist frei von diesem Leid. Schmerz, Wandel, Verlust und Enttäuschung gehören zu unserem Leben jedoch dazu, vielleicht heutzutage mehr denn je. Die Frage ist nur, wie gehen wir damit nun um. Akzeptieren wir es oder lehnen wir es in uns ab?! Nehmen wir es persönlich oder betrachten es als Teil unseres Lebens?! Lernen wir daraus und lassen diese Gefühle fließen oder halten wir es in uns fest?! Es ist ein ständiger Kampf mit sich selbst und dem Außen.

Wir dürfen alle „Mensch“ sein, mit all unseren Anteilen und Emotionen.

Achtsamkeit ist nichts, was einem immer leichtfällt. Wir müssen uns immer wieder aufs Neue dafür entscheiden.

Wir alle kennen unser Immunsystem. Es schützt den Körper vor Schadstoffen, Krankheitserregern und negativen Auswirkungen von außen. Auch unsere Seele hat ein Immunsystem, namens – “Resilienz”. Und wie gesunde Ernährung, ausreichend Schlaf und Bewegung gut sind für unser körperliches Immunsystem, so können wir auch etwas für unsere Resilienz tun.  Die Forschung geht heute davon aus, dass sich unsere Fähigkeit, schwierige Situationen erfolgreich durchzustehen aus bestimmten genetischen Faktoren und unserer Erfahrung ergibt.

Daraus folgt: Wir können üben und trainieren gelassener durch Krisen zu gehen oder den eigenen Stress zu beherrschen. Doch was genau hilft uns jetzt also unsere Resilienz zu stärken, auch in schwierigen Situationen.

Wir alle sind Menschen und kommen einmal an unsere Grenzen. Vor allem in Zeiten in denen wir von vielen schlimmen und sorgenerfüllenden Nachrichten umgeben sind. Um eine Krise zu bewältigen, gibt es keine allgemeingültige Strategie und manchmal sind wir mit unserem Latein am Ende. Dann kann es sinnvoll sein, sich Unterstützung von Außen zu holen.

Innerhalb einer Beratung bekommen Sie den Raum und die Zeit um zur Ruhe zu kommen, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen und wieder neue Kraft zu schöpfen.

Die Beratungsstellen des Diakonischen Werkes Weißenburg- Gunzenhausen schaffen genau solche Möglichkeiten. Die Beratungen ist kostenfrei und die Mitarbeiterinnen unterliegen der Schweigepflicht. Das Team des Diakonischen Werkes freut sich über Ihren Anruf unter 09141/86000.

Nicht zu vergessen!!

Es scheint kaum vorstellbar, aber Krisen können auch einen positiven Effekt haben. Im besten Fall können wir etwas über uns und Andere lernen. Beispielsweise können wir neue Erfahrungen in Partnerschaft, Familie, Freundeskreis und Arbeit machen, die uns mehr Sicherheit schenken und uns bereichern.

Als ein Zeichen der Solidarität mit den Menschen in Ukraine und einer Aktion für den Frieden haben sich Mitarbeitende aus  verschiedenen Diensten zusammengefunden und ein menschliches Symbol des Friedens gebildet.

Gleichwohl soll es auch die Bereitschaft unseres Diakonischen Werkes zeigen, für Menschen auf der Flucht und alle anderen Menschen im Landkreis mit ihren Sorgen und Nöten, da zu sein zum Beispiel in der Flüchtlingberatung, der Kirchliche allgemeinen Sozialberatung, des Sozialpsychiatrischen Dienstes, der Eltern und Jugendberatung u.v.m..

Geschäftsführer Martin Ruffertshöfer dankt den MItarbeitenden in allen seinen diakonischen Diensten für ihre anspruchsvolle wertzuschätzende Arbeit in diesen besonderen Zeiten und freut sich, dass die Dienstgemeinschaft trägt und die Diakonie ein verlässlicher Ansprechpartner für alle Menschen ist.

Bildunterschrift: Mitarbeiter der Diakonie; Foto: Diakonisches Werk Weißenburg-Gunzenhausen e.V.

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