Weißenburg (red). Seit 2001 gehört die Festung Wülzburg in Weißenburg zu den über 460 Objekten, die die private Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) dank ihrer Förderer, der Erträge ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der GlücksSpirale allein in Bayern fördern konnte. Insgesamt hat die spendensammelnde Denkmalschutzstiftung für Restaurierungsmaßnahmen in Weißenburg in den vergangenen 20 Jahren über eine halbe Million Euro bereitgestellt. In diesem Jahr stellt sie weitere 46.000 Euro für die Reparatur der Kurtine Kaltes Eck-Hauptwache und der Contrescarpe gegenüber der Bastion Hauptwache zur Verfügung. Damit leistet die in Bonn ansässige DSD ihren Beitrag zur Planungssicherheit für die Bauherren, ihre Architekten und hochqualifizierten Handwerksbetriebe und hilft, diese wichtigen Arbeitsplätze zu erhalten.

Das gewaltige, fünfeckige Festungswerk der Wülzburg stammt aus dem späten 16. Jahrhundert. Aufgrund seiner erstaunlich vollständigen Erhaltung ist diese nicht an eine Stadtbefestigung angeschlossene, sondern völlig selbständige Renaissancefortifikation nicht nur von nationaler, sondern von europäischer Bedeutung. Die Festung gilt als Musterbeispiel einer Artilleriebefestigung ihrer Zeit, vergleichbar den Zitadellen in Spandau, Jülich und Antwerpen. Sie zeigt ein fast vollständiges Bastionsfünfeck mit trapezförmigen Bastionen, Trockengraben und sternförmigen Außenanlagen, an der Südseite Zugangstor mit Portalarchitektur im Stil der Renaissance. Die im Ursprungsentwurf zentral im Fünfeck liegende Schlossanlage wurde nie ganz verwirklicht. Es entstand dennoch ein zeittypisches zweiflügliges Renaissanceschloss, dessen Fassaden durch eine Folge von Arkaden gegliedert werden.

An der zuletzt als Hauswirtschaftsschule und Internat genutzten Anlage beseitigt die Stadt Weißenburg seit 25 Jahren mit Hilfe des Freistaates Bayern und des Bezirks Mittelfranken die Schäden, die eindringendes Wasser am Mauerwerk und an den Gewölben der Bastionen und Kurtinen hervorgerufen hat. Ohne die kontinuierliche Förderung durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz wäre die Gesamtfinanzierung in Frage gestellt worden. Wesentliche Arbeiten an den Bastionen und Kasematten wurden mittlerweile abgeschlossen, seither werden die die Bastionen miteinander verbindenden Kurtinen bearbeitet.

Die immense Anlage bedarf der regelmäßig durchgeführten Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten. Immer wieder sind zum Teil große Mauerwerksausbrüche, wilder Bewuchs und Fugenauswaschungen zu beseitigen. Doch die laufenden Arbeiten haben das Umfeld stark aufgewertet, sie kommen der touristischen Infrastruktur zugute. Auch wurden in der Caritas-Einrichtung auf der Wülzburg unbegleitete jugendliche Flüchtlinge untergebracht.

Bildunterschrift: Festung Wülzburg in Weißenburg. Foto: Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Schabe

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