Ein Abend voller Erinnerungen – Ulrich Rach war mit seinem neuen Buch in Gunzenhausen zu Gast

Gunzenhausen (red). Es war ein literarischer Abend voller schöner Geschichten, die mal lustig, mal nachdenklich und mal traurig waren. Der Ansbacher Journalist Ulrich Rach ist in der Szene kein Unbekannter. Seine Reihe „Der Franke als solcher“ war lange Garant für Schmunzler und herzhafte Lacher. Nun war der Autor mit seinem neuen Buch „Die Zeit verrinnt – Momente bleiben“ in der Stadt- und Schulbücherei Gunzenhausen zu Gast. Als Herausgeber hat er 29 Erzählungen gesammelt, die allesamt in Mittel- und Oberfranken spielen. 17 fränkische Autorinnen und Autoren haben Kindheits- und Jugenderinnerungen an die Nachkriegszeit aufgeschrieben. Manche der Geschichten sind sehr persönlich, andere eher eine Momentaufnahme einer Gesellschaft, die von den Nachwehen der Katastrophe gezeichnet war. Ein Dank geht an die Buchhandlung Fischer aus Gunzenhausen, welche die Lesung zusammen mit der Stadt- und Schulbücherei Gunzenhausen veranstaltet hat.

Mit seiner Auswahl an Erzählungen hat Ulrich Rach beim Gunzenhäuser Publikum voll ins Schwarze getroffen. Er selbst hat auch Geschichten zum Buch beigetragen. Mit autobiographischen Zügen berichtete er am Abend vom „Maddin und seinem Vadder“ oder darüber, wie er mit seinen Enkeln einen Kaufladen wiederfand, den er als kleiner Bub vom Christkind bekam und der ihm auf seinem späteren Lebensweg verloren ging. Ulrich Rach hat eine Begabung: Mit seiner leicht näselnden Stimme erweckt er die Vergangenheit zum Leben. Seine bildhaften Worte, oft im fränkischen Dialekt, machen ihn zum begnadeten Erzähler.

Das Buch „Die Zeit verrinnt – Momente bleiben“ ist ein abwechslungsreiches und vielseitiges Werk. Autorinnen und Autoren wie Fritz Arnold, Dr. Wolfgang Mück oder Günter Zeilinger schreiben von den Träumen und Erwartungen in der Nachkriegszeit, aber auch von Enttäuschungen und banalen Wirklichkeiten. Auch schwierige Themen fanden Einzug. So wird über den gesellschaftlichen Umgang mit Homosexualität und der rigiden Sexualmoral der 1950er Jahre geschrieben, über nichtgewünschte Beziehungen und über menschliche Verluste. Daneben geht es aber auch lustig zu, beispielsweise wenn Hannelore Bauer von der „Kaugummikönigin von Ansbach“ berichtet.

Bildunterschrift: Ulrich Rach hat auf ein Honorar für seine Lesung in der Stadt- und Schulbücherei Gunzenhausen verzichtet. Vielmehr bat er die Zuhörerinnen und Zuhörer um Spenden für den Hilfsfonds Fränkischer Tageszeitungen, womit Leseraktionen wie „Freude für alle“ unterstützt werden. Foto: Stadt Gunzenhausen

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