Erste Gunzenhäuser Konzertreihe – Dinis Schemanns fliegende Finger und spielerische Leichtigkeit zum Abschluss

Gunzenhausen (red). Unter dem Motto „Meisterhaft – Spannend – Nah“ begeisterte die 1. Gunzenhäuser Konzertreihe seit Oktober letzten Jahres das klassikaffine Publikum in und um Gunzenhausen mit insgesamt fünf außergewöhnlichen Events. Nun fand die Reihe mit einem Nachholtermin einen würdigen Abschluss. Mit Dinis Schemann trat nicht nur ein international gefeierter Klavierprofi auf, sondern in persona auch der Künstlerische Leiter der Konzertreihe. Sein Versprechen: Ab Oktober 2022 werden die Konzertabende mit der 2. Gunzenhäuser Konzertreihe fortgesetzt.

Dinis Schemann ist ein beeindruckender Künstler. Weit mehr als tausend Konzerte führten den in Portugal Geborenen um die weite Welt. Mit seiner Frau Susanne hat er als Künstlerischer Leiter das Programm der Gunzenhäuser Konzertreihe zusammengestellt und einige international gefeierten Klassikkünstler in die Altmühlstadt geholt. Nun stand bzw. saß er zum Abschluss selbst auf der Bühne und gab Stücke von Beethoven und Schubert zum Besten. Das Besondere an seinem Spiel ist die spürbare Leichtigkeit, die einem als Zuschauer und Zuhörer emotional mitnimmt. Wenn Schemann spielt, dann werden er und der Flügel eins. Diese Kombi strahlt eine Lässig- und Leichtigkeit aus, die kaum zu fassen ist und Gänsehaut auslöst. Die audible Schönheit ist buchstäblich kaum auszuhalten, so perfekt wird jeder Ton getroffen. Der Künstler spielt sich in einen Rausch, der sogar Schuberts vierteiliges und schwierig-pompöses „Impromptus“ als scheinbar anspruchslos, ja fast „gewöhnlich“ zurücklässt – zumindest, wenn man in der Haut eines Dinis Schemann steckt und mit großem Talent gesegnet wurde.

Natürlich weiß der Künstler um sein Können und bietet auch optisch den ein oder anderen Leckerbissen an. Ständig greift er stilvoll über und seine Finger fliegen förmlich über die Tasten. Statt loser Notenblätter weist ihm ein Tablet den Weg durch die Takte, welches selbstständig von einer Seite zur nächsten blättert.

Nach der Pause nimmt uns Schemann mit auf eine musikalische Reise nach Südamerika. Acht Stücke von Alberto Ginastera, Ernesto Nazareth und vom Franzosen Darius Milhaud vereinen all die Melancholie, aber auch das Feuer, welches südamerikanische Musik so wertvoll macht und auszeichnet. Mit großer Anmut verneigt sich Dinis Schemann und beschwört aparte, moderne Melodien mit einer Brise heimatlicher Folklore. Fast wähnt sich der Zuhörer in einem Film von Guillaume Laurant, so intensiv bohren sich die Töne ins Ohr und dann weiter ins Gehirn. Eindrücklich und ausdrücklich beeindruckend!

Die Gunzenhäuser Konzertreihe startet nach der Sommerpause am Sonntag, 23. Oktober 2022, in die nächste Runde, dann mit einem Auftritt des Hamburger Bläserquintetts in der Stadthalle. Abos sind bereits erhältlich. Nähere Informationen erhalten Sie unter www.gunzenhausen.info, unter Tel. 09831/508 109 oder per E-Mail an kulturamt@gunzenhausen.de.

Foto: Stadt Gunzenhausen 

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