Fachstelle der Diakonie bietet „Hilfe für Helfende“

(red). Pflege erfordert die Übernahme einer neuen Rolle, verändert die Familiensituation und kann mit Unsicherheit, Belastungen sowie immer neuen Fragen und Anforderungen verbunden sein. Vor allem bei demenziellen
Erkrankungen ist der Zeitaufwand, die psychische Belastung und die Schwierigkeit, Betreuungsmöglichkeiten zu finden, groß.

Informationen, Beratung und Unterstützung hierzu gibt es seit vielen Jahren bei der Diakonie in der Fachstelle für pflegende Angehörige. Ursula Amler, die diese Stelle über viele Jahre sehr erfolgreich und engagiert auf- und ausgebaut hat, hat im Oktober die Leitung an Josefine Hein, gerontopsychiatrische Fachkraft mit jahrelanger Erfahrung im Schwerstbehindertenbereich und in der Altenpflege, übergeben. Die Fachstelle wird überwiegend vom Bayrischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege finanziert, alle Beratungen sind kostenfrei und Träger neutral. Frau Hein kümmert sich persönlich um alle eingehenden Anfragen. „Mir liegt sehr viel daran, meist Angehörigen, die ihre Lieben pflegen, mit meinem Wissen und meinen Möglichkeiten bestmöglich zu unterstützen und ihnen Wege zu zeigen, nach denen man als Laie sehr lange suchen müsste.

Pflegende Angehörige müssen mit ihren Kräften haushalten, Freiräume schaffen, um die eigenen Bedürfnisse nicht aus den Augen zu verlieren. Pflege ist eine große Herausforderung, sowohl körperlich als auch psychisch, bei dem man jede Unterstützung und manchmal auch einfach nur ein offenes Ohr oder die verdiente Anerkennung gut gebrauchen kann.“ – spricht die Fachkraft Josefine Hein.

Was bietet die Fachstelle an:
Im Einzelgespräch steht die Hilfestellung für den Pflegenden im Mittelpunkt, gemeinsam werden Entlastungsmöglichkeiten gesucht und auf die jeweiligen Besonderheiten des familiären Umfelds eingegangen. Montag, Mittwoch und Donnerstag von 13.30-16.30 Uhr finden Betreuungsgruppen statt, in denen Senioren zu Kaffee und Kuchen, Spielenachmittagen und Denksport zusammenkommen. Auch Ausflüge ins Museum, Kirchgänge und vieles mehr wird mit den Teilnehmern besprochen und geplant.

Hierfür und auch für Betreuung im häuslichen Umfeld gibt es einen ehrenamtlichen Helferkreis. Die Helfer nehmen sich eine oder mehrere Stunden Zeit, um mit dem zu Betreuenden zusammen Einkäufe, leichte Gartenarbeiten oder Aufgaben im Haushalt zu erledigen, Spiele, Spaziergänge zu machen, Zeitungen oder Bücher zu lesen, Fotoalben anzuschauen und schöne Gespräche zu führen. Die Mitarbeiter werden durch eine Schulung auf ihre Aufgaben vorbereitet. „Natürlich handelt es sich bei den Helfern nicht um Haushaltshilfen und Pflegekräfte. Dafür gibt es andere Institutionen. Hier geht es einfach darum, mit den Leuten Zeit zu verbringen und den Angehörigen Zeitfenster für Erledigungen, Hobbies, Freundeskreis etc. zu schaffen“, erklärt uns Frau Hein. „Wir freuen uns immer über Leute, die sich ehrenamtlich engagieren möchten. Für die Senioren ist es eine enorme Bereicherung, über den Familienkreis hinaus Kontakte zu knüpfen.“

Für die pflegenden Angehörigen gibt es Gesprächskreise, in denen Erfahrungen ausgetauscht und Fragen und Sorgen ausführlich besprochen und fachlich begleitet werden.

Die Schulungen für pflegende Angehörige konnten aufgrund der Pandemie erst im April 2022 wieder aufgenommen werden, da die Corona Auflagen zu beachten waren und viele Angehörige verständlicherweise Angst vor einer Ansteckung hatten. Die erste Schulung mit dem Titel „Was ist Demenz?“ fand am Mittwoch, den 27. April um 18.00 in der Diakoniestation in der Nürnberger Straße statt und fand regen Anklang, freut sich Frau Hein. „Es wird drei Abende zum Thema Demenz geben, danach geht es mit Kinästhetik weiter. Hier lernen die Angehörigen, Bewegungsabläufe für alle Beteiligten effektiver und mit möglichst geringem Muskelaufwand durchzuführen.“

Weitere Termine werden in der Zeitung bekannt gegeben bzw. können auf der Internetseite der Diakonie eingesehen werden (www.diakonie-wug.de) Während der Corona Pandemie ist der Helferkreis der Fachstelle für Pflegende Angehörige verständlicherweise geschrumpft.

Der Mai steht aber für Aufbruch und deshalb suchen wir ehrenamtliche Helferinnen und Helfer um pflegende Angehörige stundenweise zu entlasten. Aber auch für die Unterstützung der Betreuungsgruppen sucht die Diakonie
ehrenamtlich Engagierte, welche Zeit und Zuwendung geben und für andere da sind. Sven Emmerling, der Leiter der Altenhilfe kann bestätigen, „man bekommt oft viel mehr zurück als man denkt und kann Dankbarkeit oftmals direkt spüren“. Es lohnt sich immer und für die zu Pflegenden ist die zugewendete Betreuung sehr wichtig.

Wer sich direkt informieren möchte kann sich direkt an Frau Josefine Hein wenden.

Kontakt: Zentrale Diakoniestation, Nürnberger Str. 13, 91781 Weißenburg; Telefon: 09141 / 6464 oder per Mail an Josefine.Hein@diakonie-wug.de.

Foto: Diakonie Weißenburg-Gunzenhausen

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