Gartenglück auch auf kleiner Fläche

Weißenburg  (red).  Im Zuge der allgemeinen Klimadiskussion liegt der eigene Anbau von Obst und Gemüse voll im Trend. Viele besinnen sich wieder auf regionale Werte und nachhaltige Kreisläufe vor Ort. Die Versorgung mit Lebensmitteln aus dem eigenen Garten oder vom Balkon ist auch Thema im Unterrichtsfach „Garten und Natur“ an der Hauswirtschaftsschule am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Weißenburg.

Studierende der Hauswirtschaftsschule Weißenburg starten in die Gartensaison

Die Studierenden üben dazu praktisch im Lehrgarten des Landkreises, der hinter dem Schulgebäude liegt. Nicht nur auf klassischen Beeten kann Gemüse angebaut werden. Hat man nicht viel Platz, leisten ein Hochbeet oder auch Bäckerkisten und Pflanzkübel gute Dienste.

Die Studierenden beschäftigten sich in den Wochen vor dem Gartenstart mit der Anbauplanung und richtigen Düngung nach erfolgter Bodenprobe. Auch die Wahl der passenden Sorten war Thema. Bevorzugt wurde samenfestes Saatgut, das für nachhaltige eigene Samengewinnung genutzt werden kann. Wärmeliebhaber wie Tomaten, Paprika und Auberginen wurden im Haus selbst vorgezogen und werden Mitte Mai ausgepflanzt. Bereits seit April tummeln sich auf den Beeten Salate, Kohlrabi, Blumenkohl und Rosenkohl, Lauch und Steckzwiebeln. Erste Aussaaten von Radieschen, Karotten, Zuckererbsen, Pastinaken und sogar Chicorée wurden unter Anleitung von Fachlehrkraft Andrea Fina vorgenommen. Auf Insekten wartet ein reichhaltiges Buffet mit der Saatmischung „Bienensommer“. Im Kräuterbeet sorgt neben Majoran, Petersilie und Dill eine pinkfarbene Kapuzinerkresse für den Farbtupfer. Die Sorten „Laura“ und „Agria“ wurden im Kartoffelbeet fachgerecht gelegt und mit Dämmen bedeckt.

Gewusst wie, kann man Kartoffeln sogar in Bäckerkisten anbauen. Im Hochbeet finden Salate, Radieschen und später Sellerie, Kletterzucchini und Balkontomaten ihren Platz. Für Kisten und Hochbeet kommt torffreie Erde zum Einsatz. „Torfmoore speichern große Mengen an CO², das durch den Torfabbau freigesetzt wird. Außerdem beherbergen sie eine enorme Artenvielfalt. Deshalb ist es besser, auf torfhaltige Produkte zu verzichten,“ wissen die Studierenden. Kistengarten und Hochbeet als Formen des „Urban Gardening“ können fast überall mit geringem Aufwand umgesetzt werden. „Es ist ein gutes Gefühl, Gemüse und vor allem auch Kräuter direkt vor der eigenen Haustür ernten zu können,“ so eine Studierende. In den kommenden Monaten erfahren sie, wie die Kulturen gepflegt werden, wie man beispielsweise Nützlinge zum Schutz der Pflanzen einsetzen kann und weitere Tipps und Tricks zum nachhaltigen Gärtnern auch auf kleinem Raum. Einer reichen Ernte steht somit nichts im Weg.

Bildunterschrift: Gärtnern auf kleinem Raum: Miriam Pappenheimer, Ida Ulbig und Marion Satzinger (von links) bepflanzen das Hochbeet.  Foto: Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Roth-Weißenburg

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