(red). Mit der Industrieemissionsrichtlinie (IE) soll es in Europa gelingen, die Verschmutzung von Boden, Wasser und Luft bestmöglich einzudämmen. Somit spielen die Verringerung der klimaschädlichen Methan- und Ammoniakemissionen dabei eine wichtige Rolle. Anders als der Name der Richtlinie vermuten lässt, fallen auch bestimmte Teile der Landwirtschaft, bisher Hühner- und Schweinehaltungsbetriebe, in den Geltungsbereich der Industrieemissionsrichtlinie. Grund: rund 60 Prozent der Ammoniakemissionen und 43 Prozent der Methanemissionen Europas werden laut EU-Kommission durch landwirtschaftlichen Betrieb freigesetzt. Nun hat sich die EU-Kommission vorgenommen, den Geltungsbereich der IE-Richtlinie deutlich auszuweiten und zudem auch Rinderhaltungsbetriebe einzuschließen. Schon ab 150 sogenannten Großvieheinheiten unterlägen die Betriebe dann der IE. Der Methanausstoß soll so um 265.000 Tonnen und der Ammoniakausstoß um 128.000 Tonnen sinken.

Um mehr Details zu erfahren, hat sich der Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Ansbach, Weißenburg-Gunzenhausen und agrarpolitischer Sprecher der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag an die Bundesregierung gewendet. „Mit sehr ernüchterndem Ergebnis“, wie der Agrarpolitiker Auernhammer mitteilte. Bisher waren 2.747 Tierhalter von der IE betroffen – wie Auernhammer nun in Erfahrung brachte wären es nach den aktuellen Plänen in Zukunft 22.000 Betriebe. Besonders bedenklich seien laut Auernhammer die eingeräumten Unklarheiten seitens des Bundeslandwirtschaftsministerium was die Finanzierung der dann notwendigen Emissionsschutzmaßnahmen betreffe: „Mit den strikteren Auflagen gehen hohe Kostensteigerungen beispielsweise für technische Anlagen einher, die weder die Betriebe noch die Verbraucher tragen können. Erschreckend, dass im Bundeslandwirtschaftsministerium keine Pläne oder zumindest Überlegungen existieren, wie die 22.000 betroffenen Betriebe das schaffen sollen.“

Der Bundestagsabgeordnete Artur Auernhammer, selbst Landwirt, verweist auf die dadurch entstehenden Planungsunsicherheiten, die zusammen mit den enorm steigenden Produktionskosten gerade Junglandwirtinnen und Junglandwirte immer mehr abschrecke. „Ich bitte unseren Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir, sich auf EU-Ebene für eine praktikable Ausgestaltung der Industrieemissionsrichtlinie stark zu machen und für eine zukunftssichere deutsche Landwirtschaft einzustehen.“

Bildunterschrift: MdB Artur Auernhammer: Geplante Änderung der Industrieemissionsrichtlinie gefährdet Zukunft der landwirtschaftlichen Tierhaltung in Deutschland. Foto: Tobias Koch

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