Gunzenhausen (do). Die Temperaturen gehen langsam zurück, die Inzidenz steigt und auch in den Krankenhäusern nimmt die Zahl der Einlieferungen wieder zu. Zugleich wird eifrig gelockert. Zwar sehnen sich die Menschen mehr denn je nach dem Leben vor Corona. Trotzdem ist Vorsicht geboten. Denn was Herbst und Winter aufgrund der unsicheren Entwicklungen bringen werden, kann niemand seriös beantworten. Die Pandemie hat nicht nur die Menschen und das Gesundheitssystem auf eine Belastungsprobe gestellt. Auch für die Innenstädte als Orte und Zentren des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens ist Corona immer noch eine Herausforderung. Die Folgen für Einzelhandel, Gastronomie und Kultur hat auch Gunzenhausen zu spüren bekommen. Immer noch müssen traditionelle Veranstaltungen wie die Kirchweih und der KulturHerbst abgesagt werden. Ein Kerwa-Bier der Spalter Brauerei gibt es trotzdem und einen gemütlichen Biergarten im Falkengarten auch. Zudem lassen Buden und Fahrgeschäfte etwas Kerwa-Stimmung aufkommen.

Die Auswirkungen der Pandemie sind ihrer gesamten Tragweite heute noch nicht absehbar. Doch der Strukturwandel greift seit vielen Jahren. Das zeigt die starke Zunahme des Onlinehandels. In Gunzenhausen unterstützen die Menschen den lokalen Handel und die örtliche Gastronomie. Zurückzuführen ist das vor allem auch auf den Stadtmarketingverein, der inzwischen viel bewegt und auf den Weg gebracht hat. Zum neuen Vorsitzenden wurde Alexander Herzog gewählt, der damit die Nachfolge von Patrick Bosch übernommen hat. Der Chef des Gunzenhäuser Planungs- und Immobilienunternehmens hat den Vereinsvorsitz abgegeben, ist aber in den erlauchten Kreis des Europäischen Wirtschaftssenats aufgenommen worden.

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Mit der neuen Theaterspielzeit in der generalsanierten Stadthalle nimmt die Kultur langsam wieder Fahrt auf. Kürzlich wurde die Stadthalle beim renommierten Preis „Bauen im Bestand 2021“ als außergewöhnliches Vorzeigeprojekt für vielfältiges und innovatives Bauen ausgezeichnet. „Die Generalsanierung unserer Stadthalle war ein mutiger, aber auch wichtiger Schritt“, so Bürgermeister Karl-Heinz Fitz.

Stadtmarketing, Wirtschaftsförderung und Citymanagement arbeiten in Gunzenhausen gut zusammen und tragen dazu bei, die Altmühlstadt attraktiv zu halten – gerade auch in schwierigen Zeiten. So lud man im August zum Sommershoppen in Gunzenhausen. Viele Betriebe beteiligten sich an der Aktion mit eigenen Ideen, Angeboten und besonderen Serviceleistungen. Auch die Fotoaktion des Stadtmarketingvereins

mit dem Titel „Gunzenhausen – Wir bleiben treu!“ wurde gut angenommen. Erst kürzlich wurde die Neuauflage der Imagebroschüre vorgestellt. Neben interessanten Präsentationen verschiedener Firmen und Gastronomiebetrieben gibt es auf jeder Seite Gutscheine zum Einlösen bei den vorgestellten Betrieben. Auch der Gunzenhäuser Ortsverband des Handelsverbands Bayern ist gut aufgestellt. „Mit bunter Vielfalt attraktiv bleiben“, lautet das Motto der neuen Vorsitzenden Petra Baron und ihrer Stellvertreterin Dr. Kerstin Schulte-Eckel. Beide setzen auf Nachhaltigkeit und Regionalität.

 

Bereits seit 2004 laufen die umfangreichen Maßnahmen am Klinikum Altmühlfranken in Gunzenhausen. Mit der Neugestaltung der Grünanlagen soll noch in diesem Jahr die Sanierung abgeschlossen werden. Der Landkreis verfügt dann über ein baulich hochmodernes und großzügiges Krankenhaus, das den Menschen in der Region weiterhin eine Versorgung auf höchstem Niveau bietet. Bereits im Herbst letzten Jahres öffnete das neue Zentrum für Altersmedizin am Klinikum in  Gunzenhausen mit seinem akutgeriatrischen Angebot zur stationären und frührehabilitativen Betreuung von älteren Patienten mit akutem Behandlungsbedarf. Nun ist auch die zertifizierte Geriatrische Rehabilitation in neuen Räumen fertiggestellt und kann bis zu 30 Patienten aufnehmen. Nach fast 20 Jahren gibt es am Klinikum eine neue

 

Chefarzt-Doppelspitze: Dr. Bernd Krieg und Dr. Florian Faber haben die Nachfolge von Dr. Wilhelm Nothofer angetreten. Beide bringen beste Voraussetzungen in der Unfall- und Wiederherstellungschirurgie mit.

Der Landkreis hat sein Gebäude Aha 211 für 760.000 Euro generalsaniert. Dort wo früher der TÜV untergebracht war, hat jetzt die Informations- und Kommunikationseinheit Altmühlfranken (IuK-Einheit) ihren Standort. Diese kommt bei Hochwasserereignissen, Großbränden, schweren Unfällen mit vielen Verletzten oder Vermisstensuche zum Einsatz. Auch die BRK-Rettungswache bekommt ein neues Domizil. Bereits Ende des Jahres soll der Neubau in der Nürnberger Straße bezugsfertig sein.

Die Stadt will die Verantwortung für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) übernehmen. Die Aufgaben soll eine neu zu gründende Mobilitäts- und Verkehrs-GmbH übernehmen. Gunzenhausen ist eine fahrradfreundliche Kommune. 2021 nahm Gunzenhausen bereits zum zehnten Mal am STADTRADELN teil. Dabei wurde die eindrucksvolle Strecke von 194.683 Kilometern von 725 Radlerinnen und Radler zurückgelegt. Die Stadt fördert seit 1. März 2021 die Anschaffung von Lastenfahrrädern, Lasten Pedelecs und Lastenfahrradanhängern, die den motorisierten Individualverkehr bei vielen täglichen Erledigungen ersetzen und sind zudem eine entlastende, kostengünstige und umweltfreundliche Alternative zum Auto. Zudem wurde am unteren Marktplatz ein spezieller Parkplatz für diese Gefährte ausgewiesen. Verkehrsschilder mit einem Cargo Bike-Symbol weisen auf die extra ausgewiesene Fläche hin.

Gunzenhausen ist eine liebens- und lebenswerte Stadt, die den Bogen zwischen Geschichte und Moderne spannt und Altes gekonnt mit Neuem verbindet. Hier hat man ein feines Gespür für Tradition und für Innovation. Und zwar im wirtschaftlichen wie auch im kulturellen Bereich. In der Altmühlstadt versteht man es, nicht nur erfolgreich zu arbeiten, sondern auch gut zu leben.

Fotos: Brigitte Dorr

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