(red). Der BUND Naturschutz und das Thünen-Institut für Biodiversität sind auf Hummelsuche. Bürger*innen können helfen, mehr über die Hummelvielfalt und deren Verbreitung in Bayern und ganz Deutschland herauszufinden. Gemeldet werden die Hummeln im Zeiträumen 20.06. – 03.07. über die App ObsIdentify. Jeder kann mitmachen und Hummelforscher*in werden.

Der BUND Naturschutz und das Team des Wildbienen-Monitorings in Agrarlandschaften am Thünen-Institut möchten mit dem Citizen Science Projekt „Hummel-Challenge“ und mit Hilfe der Naturbeobachtungsplattform Observation.org zweimal im Jahr und immer zur gleichen Zeit Hummelsichtungen erfassen, um mehr über die Verbreitungsgebiete und die Vielfalt der Hummelarten herauszufinden und Veränderungen zu dokumentieren. „Neben den wissenschaftlichen Daten des Wildbienen-Monitorings kann nun auch jeder Naturfreund Hummelbeobachtungen sammeln und einen wichtigen Beitrag leisten“, erklärt Martina Gehret, Projektverantwortliche des BUND Naturschutz.
Die Technik dazu liefert Observation.org – die größte Naturmeldeplattform Europas und Kooperationspartner des BN. Sie ermöglicht die Erfassung von Hummeln über die Webseite oder direkt im Gelände mit Hilfe der Smartphone-App ObsIdentify – eine kostenlose App mit automatischer Bilderkennung. Die gesammelten Daten werden trotz KI (Künstlicher Intelligenz) noch einmal von Hummel-Experten überprüft, um eine hervorragende Datenqualität zu garantieren. „Niemand braucht besondere Hummel-Artenkenntnis um an dem Projekt mitzumachen. Die App hilft bei der Bestimmung und wir korrigieren die Beobachtung nur, falls die KI einen Fehler gemacht hat. Das kann vorkommen, wenn beispielsweise das Foto nicht optimal ist“, so Gehret.

Mitmachen ist ganz einfach: Man lädt sich die kostenlose App ObsIdentify herunter, legt einen Benutzeraccount an, geht raus in die Natur und versucht so viele verschiedene Hummelarten wie möglich zu bestimmen und in der App zu speichern. Wer die meisten Arten im Projektzeitraum findet, gewinnt tolle Preise. www.bund-naturschutz.de/hummel-challenge

Wo man die besten Chancen für gute Hummelfotos hat, weiß Dr. Sophie Ogan, Projektverantwortliche für die Hummel-Challenge am Thünen-Institut: „Pflanzen mit blauen und lilafarbenen Blüten wie beispielsweise Taubnessel, Knautien, Beinwell, Herzgespann, Distel oder Klee sind bei Hummeln sehr beliebt. Hier sammeln sie Pollen und trinken Nektar. Dafür halten sie kurz still und man kann sie gut fotografieren. Die besten Chancen verschiedene Hummelarten zu entdecken hat man übrigens auf Wiesen mit vielen verschiedenen Blüten. Auch blühende Obstbäume und -sträucher sind im Frühjahr sehr beliebt.“

Wer es noch nicht weiß: Weltweit gibt es über 250 Hummelarten. Davon sind 41 Arten in Deutschland bekannt, wobei die meisten im Alpenraum vorkommen. Studien der letzten Jahre zeigen, dass Hummeln in ihrer Artenzahl und Verbreitung rückläufig sind. Häufige Ursachen dafür sind Lebensraumverluste durch Veränderungen in der Landnutzung. Auch Klimaveränderungen können sich negativ auf ihre Verbreitung auswirken. Da Hummeln eine entscheidende Rolle bei der Bestäubung von Wild- und Kulturpflanzen spielen, sind sie für unsere Ernährungssicherheit von großer Bedeutung.

„Die Fotos, die wir über die Hummel-Challenge bekommen, liefern uns eine wichtige Datengrundlage für die Forschung. Aufgrund der Geodaten ist nachvollziehbar, wo welche Hummel gesichtet wurde. Auch die Blüte, auf der die Wildbiene fotografiert wurde, kann für eine spätere Auswertung wichtig sein. Deshalb freuen wir uns wirklich sehr, wenn viele Menschen an dem Projekt teilnehmen“, so Frau Ogan.

Wer sich über die Hummel-Challenge hinaus engagieren will, kann bei dem Hummel-Monitoring des Thünen-Instituts auch in Bayern mitmachen. In diesem Citizen Science Projekt werden von März bis Oktober Hummeln auf einer festgelegten Strecke in deiner Nähe erfasst. Die dafür nötige Artenkenntnisse werden in Schulungen vermittelt. Mehr Infos unter: wildbienen.thuenen.de/hummel-monitoring.

Foto: Martina Gehret

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