Bayern (red). Der Geburtstag des Bayerischen Reinheitsgebotes, das am 23. April 1516 in Ingolstadt verkündet wurde und bis heute in seiner Ursprungsform von Bayerns Braumeistern befolgt wird, ist ein fester Bestandteil des bayerischen Bierjahres. Viele Brauereien sowie die Gastronomie feiern den „Tag des Bayerischen Bieres“ seit vielen Jahren mit verschiedensten Aktivitäten und präsentieren stolz ihre Bierspezialitäten, gebraut nur aus den im Reinheitsgebot vorgeschriebenen Rohstoffen Wasser, Malz, Hopfen und Hefe.

Auch dieses Jahr, in dem zudem auf Antrag des Brauerbundes das handwerkliche Bierbrauen von der UNESCO zum Immateriellen Kulturerbe in Deutschland erhoben wurde, waren bereits sehr viele Feste und Feierlichkeiten zum Festtag des bayerischen Nationalgetränks geplant, die nun leider alle der Corona-Krise zum Opfer fallen. Trotzdem hat Staatsministerin Michaela Kaniber, StmELF, die sonst zusammen mit Brauerpräsident Georg Schneider und Wirtepräsidentin Angela Inselkammer den Freibierausschank aus dem Münchner Bierbrunnen am Tag des Bieres eröffnet, die Schirmherrschaft über den Feiertag der Bierbrauer und die Bayerische Bierwoche übernommen. „Auch wenn wir dieses Jahr nicht zusammen feiern können, wollen wir daheim auf unser reines Bayerisches Bier anstoßen und auf über 500 Jahre gelebten Verbraucherschutz das Glas erheben!“, sagte Präsident Georg Schneider, der in Anbetracht der aktuellen Situation in der Brauwirtschaft jedoch nicht in Feierlaune ist.

Gastronomie geschlossen und bis Ende August alle Feste abgesagt

Mit der Absage aller Volksfeste und Großveranstaltungen bis Ende August ist die Festival- und Festesaison 2020 für die Brauwirtschaft gelaufen. Vom Allgäu bis in die Röhn wurden vergangene Woche alle in diesen Zeitraum fallenden traditionellen großen Bierfeste abgesagt. Um nur ein paar große Feste zu nennen, betrifft dies die Allgäuer Festwoche in Kempten, das Gäubodenfest in Straubing, das Herbstfest in Erding, die Kulmbacher Bierwoche, die Kiliani-Mess in Würzburg, das Annafest in Forchheim, die Erlanger Bergkirchweih und viele Dulten und Volksfeste mehr, bei denen sonst bayerische Bierkultur und Traditionen gelebt werden.

Doch nicht nur der Ausfall der großen Volksfeste ist für Bayerns Brauer ein herber Schlag, auch die fehlende Perspektive für die Wiedereröffnung der Gastronomie beurteilt Brauerpräsident Schneider als verheerend. „Bei allem Respekt für die Notwendigkeit der Schutzmaßnahmen muss auch die Gastronomie bei vorhandenen Hygienekonzepten eine Perspektive für die Wiedereröffnung genannt bekommen!“ Trotz vieler solidarischer Maßnahmen der Brauereien gegenüber ihrer Kunden verliert die Brauwirtschaft mit jeder Woche der Schließung Wirte, die nach der Krise ihre Betriebe wegen Insolvenz nicht wieder eröffnen werden.

Zahlreiche Brauereien haben alle von der Staatsregierung gebotenen Möglichkeiten der Krisenhilfe wie Kurzarbeit, Biersteuerstundung und Soforthilfepakete bereits genutzt und stehen trotzdem mit dem Rücken an der Wand. „Gerade jetzt ist es wichtig, die regionalen Brauereien zu unterstützen und den bereits im Markt stehenden überregionalen „Angeboten“ zu wiederstehen“ appelliert Präsident Schneider an die Bevölkerung.

Die amtierende Bayerische Bierkönigin Vroni Ettstaller stellt zusammen mit ihren Vorgängerinnen anlässlich der Bayerischen Bierwoche verschiedene regionale Spezialitäten aus Bayern per Videobotschaft vor. Auch sie rufen zur Unterstützung der heimischen Brauwirtschaft auf. Darüber hinaus findet die Solidaritätsaktion des Bayerischen Brauerbundes „Unser Bier hält Bayern zamm!“ bisher sehr viel Beachtung und Aufmerksamkeit und dadurch auch viele Nachahmer.

Mehr Infos gibt es unter www.bayerisches-bier.de.

Bildunterschrift: Die amtierende Bayerische Bierkönigin Vroni Ettstaller stellt zusammen mit ihren Vorgängerinnen anlässlich der Bayerischen Bierwoche verschiedene regionale Spezialitäten aus Bayern per Videobotschaft vor. Foto: Bayerischer Brauerbund e. V.

 

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