Kleidungskonsum kritisch betrachtet zum Welthauswirtschaftstag

Altmühlfranken (red). Jeder Deutsche kauft durchschnittlich 60 neue Kleidungsstücke im Jahr und gibt dafür rund 780 Euro aus. 1,3 Millionen Kleidungsstücke landen jährlich in Deutschlands Tonnen.

Geht´s noch?… etwas nachhaltiger? – diese Doppelfrage stellten sich die Studierenden der Fachschule für Ernährung und Haushaltsführung in Weißenburg anlässlich des Welttags der Hauswirtschaft am 21. März. Ökotrophologin Linda Dickert sensibilisierte sie in einem Kurzvortrag zu den Auswirkungen des unbedachten Kleidereinkaufs. Den Studierenden war nicht bewusst, dass immerhin zehn Prozent der weltweiten Treibhausgase auf den Konsum von Textilien und Schuhen zurückgehen. Das ist mehr als alle internationalen Flüge und die Schifffahrt gemeinsam erzeugen und das oft ganz unnötig. Denn ca. 1 Mrd. nicht getragene Kleidungsstücke liegen in den deutschen Kleiderschränken. Die ökonomischen, ökologischen und sozialen Folgen sind enorm. Sie waren sich einig, dass es die Tragezeiten zu verlängern gilt und dem Fast Fashion Trend entgegenzuwirken ist. Kleidung bewusst kaufen, richtig pflegen und verantwortungsvoll entsorgen, heißt die Erfolgsformel.

Sie sammelten Möglichkeiten, den Umgang mit der Kleidung nachhaltiger zu gestalten, die sie hier gerne teilen möchten:

  • Beim Kleiderkauf auf Siegel achten, die auf ein nachhaltiges Kleidungsstück verweisen, wie „Grüner Knopf“ oder „Global organic textile standard (GOTS)“, nähere Infos gibt unter www.siegelklarheit.de
  • Getragene Wäsche muss nicht jedes Mal gewaschen werden, oft reicht auch auslüften
  • Mit der richtigen Menge an passendem Waschmittel und gezielter Fleckenvorbehandlung nicht nur die Wäsche, sondern auch die Umwelt schonen
  • Maschine maximal beladen, um Strom- und Wasserverbrauch zu reduzieren
  • Verzicht auf Weichspüler der Umwelt zuliebe – muss die Wäsche zwingend duften?
  • Statt Megapacks lieber Kompaktwaschmittel wählen, um auf belastende Füllstoffe und Rieselhilfen zu verzichten
  • Kinderhosen mit kaputten Knien zu Sommerhosen kürzen
  • Reißverschlüsse erneuern, neue Knöpfe einsetzen, coole Flicken aufsetzen sind dank Hauswirtschaftsschule kein Problem
  • Upcyclen von alten Jeans zu Laptop- oder Umhängetaschen
  • „Kleidersharing“ mit Freundinnen
  • Weiterverkauf im Internet oder gezielte Abgabe an Hilfsorganisationen zur Weiternutzung

Nachhaltiges Handeln im Alltag erfordert hauswirtschaftliches Wissen. Hierfür bieten die Fachschulen für Ernährung und Haushaltsführung in Roth und Weißenburg sowie ein Lehrgang in Hersbruck einen facettenreichen Mix aus theoretischen Fachinhalten und dem Erlernen praktischer Fertigkeiten. Die Schulen und der Lehrgang finden berufsbegleitend in Teilzeitform an den jeweiligen Dienststellen des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Roth-Weißenburg statt.

Natürlich ist Hauswirtschafter/-in auch ein spannender, vielfältiger, kreativer Ausbildungsberuf, der über Berufsfachschulen oder auf dem klassischen dualen Ausbildungsweg erlernt werden kann. Absolventinnen und Absolventen steht ein vielseitiges Stellenangebot in unterschiedlichen Branchen zur Auswahl: Hauswirtschaftliche Dienstleistungsunternehmen, Privat- und Großhaushalte, Kantinen, Erwachsenenbildung, Tourismus, Gastronomie und Hotellerie.

Nähere Infos zur Bildung in der Hauswirtschaft erhalten Sie am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Roth-Weißenburg unter 09141 875-0 bzw. unter www.aelf-rw.bayern.de/bildung/index.php.

Foto: Pixabay

Related Posts

Aileen Meyer
Ein Jahr in Indien
­Luftbeobachtung in Mittelfranken auch am 17. August 2022
Kulturelle Bildung als Voraussetzung für eine offene Gesellschaft