Emetzheim (red). Anfang Mai  fand in der Rockenstube in Emetzheim der Fachvortrag „Klimakrise bewältigen: Mit Erneuerbaren sicher in die Zukunft!“ des BN-Referenten Michael Remy statt.

Der BN-Referent für Energie und Klima Michael Remy war glücklich über seinen ersten Live Vortrag nach den Corona-Einschränkungen. Vor mehr als 30 Interessierten ist er auf die Auswirkungen der Klimakrise eingegangen, die Ursache für Hunger- und Wasserkrisen, Extremwetterereignisse und das Artensterben ist. Wegen der Abhängigkeit Bayerns von russischen Energieimporten oder anderer Drittländer, die keine Demokratien sind, ist ein Ende der fossilen Machtverhältnisse nötig. Was ist dafür in Bayern zu tun? Die Energieverbräuche müssen halbiert werden. In Bayern muss zudem laut Remy die Windkraft 12x und die Photovoltaik 6x mehr als bisher ausgebaut werden. Die BN Forderung ist weiterhin, dass die Windkraftverhinderungsregel fallen muss. Für die eigene Versorgung und um finanziell von der Energiewende zu profitieren, sind dezentrale Bürgerenergieanlagen – also mit Beteiligung der Bürger – überaus wichtig. Die meisten Tage werden durch den Mix aus Wind und Sonne gut ausgeglichen und durch Stromspeicher, z.B. auch Akkus der E-Autos, ergänzt. Während der sogenannten Dunkelflauten sind Batteriespeicher und Kraft-Wärme-Kopplungs-Strom einzusetzen. Herr Remy kommt zum Fazit, dass eine Versorgung mit erneuerbaren Energien technisch möglich, die Umstellung jedoch sehr anspruchsvoll ist. Um eine stabile Stromversorgung zu gewährleisten, müssen vor allem Batteriespeicher ausgebaut werden. Photovoltaik soll aber priorisiert auf Dachflächen oder anderweitig versiegelten Flächen, z. B. Parkplätzen, installiert werden. Mehrere Zuhörer haben sich über die teilweise immensen Wildwüchse der Freiflächen-Photovoltaik Wort gemeldet, die in einigen Gemeinden zu sehen sind. Somit entsteht eine Verinselung von Natur- und Ackerflächen. Um dem Vorzubeugen, so Stefan Ballak, Vorsitzender BN Pleinfeld, sollte es durchdachte Planungen der Gemeinden geben.

Biogasanlagen spielen eine große Rolle zur Versorgung bei Dunkelflauten, so Herr Remy. Die BN Forderung ist dabei, nur Abfall und Reststoffe zu verbrennen – Biomaisanbau ist hingegen rückzubauen, da die Flächeneffizienz zu gering gegenüber den negativen Folgen ist. Holz sollte nur in Kaskadennutzung verwendet und erst am Ende energetisch genutzt werden. Bei direkter Verfeuerung wird das CO2 sofort frei und damit ist nichts gewonnen um unser Klimaziel zu erreichen.

Was ist wichtig, damit unser ländlicher Raum profitiert?

  • Finanzielle Beteiligung von Bürgern und Kommunen.

  • Politische Rahmenbedingungen und Regeln.

Was kann jede/jeder selbst tun? Energie einsparen durch Dämmung von Gebäuden, Geräte mit geringem Energieverbrauch verwenden, eigene Photovolaik – und Solarthermie-Anlagen installieren.

Foto: Bund Naturschutz in Bayern e.V. Kreisgruppe Weißenburg-Gunzenhausen

Related Posts

Wegen anhaltender Trockenheit: Erneut Luftbeobachtung in Mittelfranken
Vorreiter in der Prävention: Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger überreichte Kurwald-Zertifikat
Großes Jubiläumsfestwochenende bei Regens Wagner Absberg