Windsfeld (red). Nachdem die Kreis-SPD ihre neue Führungsriege mit den beiden Vorsitzenden Anette Pappler und Harald Dösel an der Spitze bereits im Oktober 2020 gewählt hat, standen auf der diesjährigen Kreisdelegiertenkonferenz der Sozialdemokraten in Windsfeld keine Vorstandswahlen an. So stellten die Genossen angesichts der nahenden Bundestagswahl die inhaltliche Arbeit in den Vordergrund der Veranstaltung und verabschiedeten offiziell ihr SPD-Regionalwahlprogramm.

SPD-Kreisvorsitzender Harald Dösel begrüßte die zahlreich anwesenden Delegierten und freute sich „nach einer langen Durststrecke mit vielen digitalen Arbeitssitzungen und Online-Konferenzen“ sichtlich über die wiedergewonnene Möglichkeit, Parteiarbeit endlich auch wieder im Präsenzmodus betreiben zu können: „Jetzt, da die heiße Phase des Bundestagswahlkampfes beginnt, ist es wichtig, dass wir uns und auch den Wählern in unserer Region wieder persönlich begegnen können, um unsere politischen Anliegen vorstellen zu können“, betonte Dösel.

Dass die SPD rechtzeitig zum Beginn der heißen Phase des Bundestagswahlkampfs im Aufwind ist und mit Olaf Scholz einen hervorragenden Kanzlerkandidaten zu bieten habe, der zunehmend auch in der Wählergunst steige, machte der stellvertretende Landrat Werner Baum deutlich. Der Treuchtlinger Sozialdemokrat unterstrich zudem, dass es vor allem der sozialdemokratische Teil der Regierung sei, der gute Arbeit abliefere: „Es ist die SPD, die konsequent und professionell an der Zukunftsfähigkeit unseres Landes arbeitet und dabei die Weichen für die Bewältigung der Klimakrise sowie eine sozial gerechte Lastenverteilung stellt.“

Anette Pappler lieferte in ihrem Bericht der Vorsitzenden einen Überblick über die organisatorische Neuausrichtung des Kreisverbandes. Zentraler Bestandteil sei die gemeinsame digitale Plattform, auf der die Sozialdemokraten in verschiedenen Kanälen auf Kreisebene zusammenarbeiten können. Besonders die Kooperation zwischen den Mandatsträgern in den Gemeinde- und Stadträten und den Kreisräten habe sich als gewinnbringend herausgestellt und helfe, SPD-Positionen in die Fläche zu tragen.

Dass die Kreis-SPD neben dem SPD-Bundeswahlprogramm auch auf regionale Themenschwerpunkte setzt, zeigte die Vorstellung des eigenen Regionalwahlprogramms, die sich Kreisvorsitzender Harald Dösel und SPD-Bundestagskandidat Harry Scheuenstuhl aufteilten. Dieser war bereits eng in die Erarbeitung des Programms eingebunden worden. „Mir ist es als Bundestagskandidat vor allem auch wichtig, mit den Menschen vor Ort in intensive Gespräche zu gehen, damit ich im Wahlkampf auch auf die regionalen Besonderheiten eingehen kann“, stellte Harry Scheuenstuhl heraus.

Großes Gewicht hat für die SPD im Landkreis weiterhin das Thema bezahlbares Wohnen. Hier wollen die Genossen an ihre bisherigen kommunalpolitischen Erfolge anknüpfen und vor allem dafür kämpfen, dass der kommunale Wohnungsbau auch in Zukunft seitens des Bundes und des Freistaats ausreichend gefördert wird. „Denn nur so sind die Kommunen vor Ort in der Lage, ihrer wichtigen sozialen Aufgabe auf diesem Gebiet nachzukommen“, so Harald Dösel.

Im Hinblick auf die Verkehrssituation im Landkreis bedarf es aus Sicht der SPD einer echten Verkehrswende, die nicht nur auf den Individualverkehr setzen dürfe. Wichtig sei, dass alle Verkehrsteilnehmer als gleichberechtigt gelten. Konkret müsste deshalb vor allem noch mehr für den Radverkehr getan werden: „Wir brauchen landkreisweit ein flächendeckendes Radwegenetz, auch an den Kreis- und Staatsstraßen, bei dem es keine Unterbrechungen in den Ortschaften mehr geben darf“, heißt es dazu im Regionalwahlprogramm. Zudem benötige der Landkreis einen deutlich leistungsfähigeren ÖPNV, da hier vielerorts noch gute Anschlüsse und hohe Frequenzen fehlten, die das Angebot im Vergleich zum Privat-PKW attraktiver machen würden. Hier sei der „Schweizer Takt“ ein Vorbild. „Das bedeutet nichts weniger, als dass Züge, und Busse aufeinander abgestimmt fast überall im 30-Minuten-Rhythmus fahren“, erläuterte Harry Scheuenstuhl. Zudem streben die Sozialdemokraten für den örtlichen Nahverkehr auch ein Modellprojekt im Bereich des autonomen Fahrens an, um zu zeigen, dass diese Zukunftstechnologie nicht nur etwas für den urbanen Raum ist, sondern auch in ländlichen Gebieten flexible Bedarfsverkehre unterstützen könnte.

Darüber hinaus sieht SPD die den Landkreis durchziehenden Fernverkehrsverbindungen mit dem Eisenbahnknotenpunkt Treuchtlingen als Chance, Menschen aus den überteuerten Großräumen in die hiesige Region mit einer hohen Lebensqualität und guten Freizeitmöglichkeiten zu ziehen. Dieses bisher ungenützte wirtschaftliche Potential der Lage zwischen den Großstädten könne in Zukunft attraktiv für Menschen sein, die Ihre Arbeit oder Dienstleistung auch von zu Hause aus erbringen können.

Im Bereich Tourismus sieht die SPD die Notwendigkeit, endlich zu einem Gesamtkonzept für den Landkreis zu kommen. Konkret bedeute dies eine gemeinsame Vermarktung der beiden Tourismusverbände fränkisches Seenland und Altmühltal. Zudem müsse es Lösungen für eine Überfüllung von Radwegen und die Besucherlenkung geben.

Auch misst die SPD dem Megathema der Digitalisierung eine überragende Bedeutung bei, denn es gehe hier um nichts weniger als die Zukunftsfähigkeit und die Wettbewerbsfähigkeit der Region.

Die genannten Punkte fanden bei der abschließenden Abstimmung die einstimmige Unterstützung der SPD-Kreisdelegierten. Harry Scheuenstuhl versprach, diese und weitere regionale Themen in den kommenden Wochen bis zum Wahltermin am 26.09. immer wieder in die politische Diskussion vor Ort einzuspeisen.

Bildunterschrift: SPD-Bundestagskandidat Harry Scheuenstuhl (li.) und der Treuchtlinger Sozialdemokrat Werner Baum (red.) . Foto: SPD-Geschäftsstelle/ Unterbezirk Ansbach

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