Nachhaltigkeit systematisch weiterentwickeln: KU veröffentlicht neuen Nachhaltigkeitsbericht

Eichstätt/Ingolstadt (red). Vor zehn Jahren veröffentlichte die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) erstmals einen Nachhaltigkeitsbericht. „So ausführlich und kontinuierlich informiert keine andere Hochschule in Deutschland über ihre Aktivitäten“, betont Ina Limmer, Nachhaltigkeitskoordinatorin der KU. Auch in der nun erschienenen aktuellen Ausgabe erhalten die Leserinnen und Leser Einblick in ein langfristiges Engagement, das die Katholische Universität seit 2010 als Gesamtinstitution verfolgt. „Die KU zählt durch ihren Blick auf die gesamte Universität im bundesweiten Vergleich zu den führenden Hochschulen. Die Aufmerksamkeit im Hochschulbereich für die Herausforderungen einer nachhaltigen Entwicklung nimmt kontinuierlich zu – und damit auch das Interesse an unserer langjährigen Erfahrung“, schildert Prof. Dr. Anne-Kathrin Lindau als Nachhaltigkeitsbeauftragte der KU.

Grundlage für diesen systematischen Blick sind sechs Handlungsfelder – von der Governance (also Prozessen und Strukturen) über Forschung und Lehre bis hin zu Campusmanagement, Studentischen Initiativen und dem Bereich Transfer.  Ein solches Nachhaltigkeitsmanagement, das Ökologie, Soziales und Ökonomie umfasst, war auch Grundlage für die Zertifizierung der KU als einzige Universität in Deutschland nach EMASplus. Im vergangenen Jahr erfolgte die erfolgreiche Re-Zertifizierung. EMASplus lenkt den Blick etwa auch auf Menschenrechte in Lieferketten. Die Einhaltung von Menschenrechten bei der Beschaffung wird über eine entsprechende Richtlinie der KU sichergestellt. Entlang eines Katalogs von Kriterien wird beim Einkauf von Büromaterialien, Einrichtungsgegenständen und technischer Ausstattung auf die Vermeidung von Menschenrechtsverletzungen wie Kinderarbeit oder Ausbeutung von Beschäftigten geachtet.

Zudem ist die KU im vergangenen Jahr erneut als Fairtrade-Universität ausgezeichnet worden. Erstmals erhielt sie diesen Titel im Jahr 2017. Auch für diese Auszeichnung ist eine systematische Verankerung innerhalb der Institution eine Voraussetzung – verbunden mit einem breiten Angebot von Produkten aus fairem Handel in der Gastronomie der Universität, bei Besprechungen oder in Snack-Automaten.

Mit dem neuen Green Office, das mittlerweile an beiden Standorten der KU etabliert worden sind, hat die Universität im Berichtszeitraum zwei Orte der Vernetzung geschaffen, die sich explizit auch an die breite Bevölkerung richten. In einem früheren Laden in der Eichstätter Ostenstraße sowie in der Ingolstädter Wissenschaftsgalerie, die sich mitten in der Fußgängerzone der Ludwigstraße befindet, fungieren die Nachhaltigkeitsbüros als zentrale Anlaufstelle für den Austausch. Wer sich in Sachen Nachhaltigkeit engagieren möchte, erhält im Green Office konkrete Beratung – von der Vermittlung zu Expertinnen und Experten der KU, dem Kontakt zu möglichen Kooperationspartnern in der Region bis hin zur Planung und Durchführung von Veranstaltungen und Projekten. Darüber hinaus können Interessierte im Nachhaltigkeitsbüro verschiedenen Materialien ausleihen – etwa zu den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen oder ein Nachhaltigkeitsquiz zum ökologischen Fußabdruck.

Auch die Landesgartenschau Ingolstadt bot im vergangenen Jahr Gelegenheit zum direkten Austausch mit der Bevölkerung zu Fragen von Nachhaltigkeit – sowohl am Pavillon der KU als auch etwa bei einem Nachhaltigkeitsparcours, der gemeinsam mit der THI und dem Institut für Angewandte Nachhaltigkeit (INAS) entwickelt worden ist. Der Parcours kann weiterhin auf dem Gelände besucht werden und ist auch online unter www.nachhaltigkeitsparcours-ingolstadt.de verfügbar.

Neben dem Campusbetrieb und dem Dialog mit der Gesellschaft wendet sich die KU auch in Lehre und Forschung den Fragen von Nachhaltigkeit zu. So erfreut sich das seit 2019 bestehende Zusatzstudium „Nachhaltige Entwicklung“ einer guten Resonanz. Dutzende weitere Lehrveranstaltungen anderer Studiengänge von der Theologie bis zu den Wirtschaftswissenschaften beschäftigen sich zudem mit Fragen von Nachhaltigkeit, wie eine entsprechende Übersicht im Bericht belegt. Um die vielfältigen Forschungsaktivitäten rund um Nachhaltigkeit über Fächergrenzen hinweg strategisch stärker zu vernetzen, wurde im vergangenen Sommer zudem die Plattform „KU Sustainability Research Lab“ (KU.SRL) etabliert. In diesem Zusammenhang betont KU-Präsidentin Prof. Dr. Gabriele Gien, dass es etwa im Hinblick auf Fragen der Erderwärmung mehr als reine Klimaforschung brauche: „Auch Sozialwissenschaften, Politologie,

Psychologie, Bildungswissenschaften oder Kommunikationswissenschaften sind gefragt, um zu einer Transformation beizutragen.“ Denn die Bevölkerung müsse Maßnahmen nicht nur mittragen, sondern auch in ihrem Lebensumfeld aktiv werden.

Eine langfristige Entwicklung in Sachen Nachhaltigkeit bedarf einer langfristigen Orientierung. Neben dem Nachhaltigkeitsgesamtkonzept der KU im Sinne einer langfristigen Strategie, die bis ins Jahr 2030 reicht, ist nun auch ein kurzfristig angelegtes Nachhaltigkeitsprogramm für 2022 verabschiedet worden. Dessen Ziele reichen von einer weiteren internationalen Vernetzung über die Einrichtung neuer Studienangebote bis hin zur Prüfung von Potenzialen für Fassaden- und Dachbegrünung.

Der neue Nachhaltigkeitsbericht sowie detaillierte Informationen rund um das Engagement an der KU in diesem Bereich finden sich online unter
www.ku.de/nachhaltigkeit.

Bildunterschrift: Fragen von Nachhaltigkeit werden auf vielfältige Weise auch im Lehrangebot der KU thematisiert. Im vergangenen Frühjahr etwa konnten künftige Lehrkräfte erfahren, wie man Schülerinnen und Schülern Freude am Gärtnern vermitteln und nebenbei für wesentliche Aspekte von nachhaltiger Entwicklung sensibilisieren kann. Foto: Schulte Strathaus/upd

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