(red). In unserem Landkreis gibt es viele beispielgebende naturnah angelegte und bewirtschaftete Gärten. Dies sind Orte, wo sich der Mensch so richtig wohl fühlt. Wer möchte, dass sein Garten als „Naturgarten“ zertifiziert wird, wendet sich an Geschäftsführer Fritz Meyer vom Kreisverband für Gartenbau und Landespflege Weißenburg-Gunzenhausen (Tel. 09834/712) oder an Kreisfachberaterin Carola Simm im Landratsamt (09141/902322). Werden die bayernweit gültigen Kriterien erfüllt, kann der Besitzer seinen Garten mit einer attraktiven Plakette schmücken. Die Auszeichnung wird nach einer Gartenzertifizierung mit einer Gartenbegehung mit Gartenberatung verliehen.

Ein Naturgarten fordert eine lebendige Vielfalt von Lebensräumen, eine bunte Mischung vom Bauerngarten bis zur Blumenwiese und vom Trockenbiotop bis zum Gartenteich. Auch ein Naturgarten will gepflegt sein. Naturgarten bedeutet nicht der Wildnis freien Lauf zu lassen, sondern meint das bewusste Gestalten im Einklang mit der Natur.

In großen Gartenflächen erleichtern pflegeleichte Blühstauden für sonnige oder schattige Stellen die Arbeit. Zugleich sorgen sie für Abwechslung im Garten und bieten Insekten Nahrung und Unterschlupf. Das gilt auch für freiwachsende, gemischte Hecken. Ein Übergang zu den Rasen- oder Gartenflächen kann ein Wildstauden- oder Wiesensaum sein. Wichtig sind vorbeugender und in Bewirtschaftungsmaßnahmen integrierter Pflanzenschutz, der die Pflanzen gesund hält und zum Verzicht auf einen Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln führt. Auf chemisch-synthetische Dünger und Einsatz von Torf ist zu verzichten. Insgesamt wird die hohe ökologische Vielfalt des Gartens bewertet. „Hier werden die Lebensräume des Naturgartens, nachhaltige Nutzung sowie biologische Vielfalt zusammengefasst betrachtet – auch als wichtige Grundlage für Freude und Wohlbefinden des Gartenbesitzers. Dazu gehören neben Wildformen auch duftende, optisch schöne, zugleich nützliche Pflanzen. Auch kleine Gärten tragen durch naturnahe Bewirtschaftung zur Biodiversität bei. Verschiedene Lebensbereiche wie Trockenmauern, Stein- und Holzhaufen, Feuchtbiotope, Blumenwiesen, Hecken mit Säumen, Sonnen -und Schattenplätze, Fassaden- und Dachbegrünung sollen Vögeln, Schmetterlingen, Bienen, Igeln, Libellen oder Eidechsen Lebensräume bieten. Naturnahe Gärten lassen korrigierende Eingriffe zu, was ungepflegten oder gar verwahrlosten
Gärten vorbeugt. Umweltfreundliche Materialien kommen zum Einsatz.“, heißt es in den Bewertungsrichtlinien.

Gesucht werden vielfältige Gärten. Das können Gemüse- und Kräutergärten ebenso sein wie Obstgärten. „Die mit vielfältigen Lebensräumen ausgestatteten und ökologisch bewirtschafteten Gärten setzen ein Zeichen gegen die zunehmende Versiegelung und Aufheizung unserer Siedlungsflächen mit Pflaster, Kies und Schotterflächen.“, ist Kreisfachberaterin Carola Simm überzeugt.

Foto: Gerhard Durst

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