Roth/Weißenburg (red). Bis 2030 sollen in Bayern 30% der landwirtschaftlichen Fläche ökologisch bewirtschaftet werden. Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Roth-Weißenburg i.Bay. informiert über Möglichkeiten und den aktuellen Stand für das Dienstgebiet des Amtes.

Landkreise mit Städten

Betriebe, Anzahl

LF, ha

in % der Betriebe

in % der Fläche

gesamt

dar. bio

gesamt

dar. bio

Nürnberger Land

902

101

23.000

4.136

11

18

Roth

1.222

74

34.017

2.310

6

7

Weißenburg-Gunzenhausen

1.503

75

47.285

3.332

5

7

Bayern

102.395

10.551

3.144.831

398.729

10,3

12,6

Tab.: Zahl der Betriebe und Flächen insgesamt und ökologisch bewirtschaftet; Quelle: LfL auf Basis der Invekos-Daten 2022 (Kulap B10)

Während im Nürnberger Land die Zahl bereits zweistellig ist, liegen die beiden anderen Landkreise weit unter dem bayerischen Durchschnitt und noch weiter von der Zielmarke entfernt.

Doch kann man in der momentanen Zeit überhaupt an eine Umstellung denken? Wenn die konventionellen Preise so stark gestiegen sind, dass sie teilweise fast an Ökoniveau herankommen, und darüber hinaus andere Fragen viel drängender erscheinen?

Experten schätzen die Lage so ein. (Quelle: BIOTOPP 4/2022, S. 14-15):

  • Konventionelle Preise sind stark börsenbeeinflusst und damit spekulationsabhängig, Biopreise reagieren aufgrund langfristiger (und oft regionaler) Verträge langsamer. Das schützt Biobauern vor Preisabstürzen, kehrt sich momentan aber eher ins Gegenteil
  • Das Wachstum des Marktes für Ökolebensmittel in Deutschland war in den letzten Jahren stabil. Aktuell sind Ab- und Umsätze deutlich zurückgegangen. Das wird sich wieder ändern, die Frage ist, wann. Wer jetzt umstellt, kommt sowieso erst in zwei Jahren mit A-Ware auf den Markt. Eventuell hat bis dahin schon eine Erholung stattgefunden.
  • Mit trockeneren Jahren kann der Bio-Ackerbau besser umgehen: Die Böden sind intensiv durchwurzelt, die Bodenstruktur ist tendenziell besser, der Fokus liegt auf dem Humusgehalt. All das bedeutet ein gutes Wasseraneignungs- und -haltevermögen. Bei vielgliedrigen Fruchtfolgen hat man eine bessere Anpassung an den Klimawandel, sodass immer Kulturen dabei sein werden, die gelingen. Trockenere Jahre bringen auch weniger Krankheitsdruck.
  • Die Abhängigkeit von fossiler Energie ist geringer, und es müssen keine teuren Pflanzenschutzmittel eingekauft werden.
  • Die Ziele von 25% (EU) bzw. 30% (Bayern) Ökofläche werden mit flankierenden Maßnahmen gefördert. Z. B. wurden im Bayerischen Kulturlandschaftsprogramm die Hektarprämien im Vergleich zu vorher deutlich angehoben.
  • Ökolandbau bedeutet Klima- und Artenschutz. Beide Bereiche dürfen wir nicht aus den Augen verlieren, auch wenn sie momentan aus dem Blickfeld gerückt sind.

Fazit: Wer vom System Ökolandbau überzeugt ist und die Umstellung nicht allein aus finanziellen Gründen überlegt, soll umstellen.

Für eine Beratung zur Umstellung können Sie sich gerne an die Ökoberaterin Elisabeth Remlein wenden, Tel. 09141/875-1223 oder per Email an die poststelle@aelf-rw.bayern.de

 

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