Gunzenhausen (red). Pferdefleisch in Lebensmitteln, Antibiotika im Geflügel, Gammelfleisch oder Ekelwurst beherrschen leider die Schlagzeilen und auch unseren Alltag als Konsumenten. Wie können Verbraucher zum Beispiel bei Einkäufen im Supermarkt besser geschützt werden? Mit dieser Frage setzten sich die Klassen Z 10 und Z 11 der Wirtschaftsschule im Rahmen des Planspiels „Der Landtag sind wir“ einen ganzen Schultag lang intensiv auseinander.

Bei dem Planspiel bilden die Schülerinnen und Schüler den Bayerischen Landtag ab, schlüpfen in die Rolle von Abgeordneten, agieren als Parlamentarier/-innen mit fiktiven Biographien in Fraktionssitzungen, in Ausschüssen und im Plenum und beraten und beschließen realitätsnahe Gesetzentwürfe.

Fachbetreuer Jörg Daschner hatte das Projekt an die Schule geholt. Der Tag begann mit der Vorstellung des Planspiels und der Rollenverteilung. „Am Anfang sind die Schüler noch sehr zurückhaltend, aber spätestens bei den Diskussionen sind alle aktiv dabei“, weiß die Moderatorin des Centrums für angewandte Politikforschung, Lena Schneider, die das Planspiel mit zwei Kollegen betreute.

Inhaltlich ging es um einen Gesetzentwurf der Sozialen, der die Lebensmittelqualität zum Beispiel durch regelmäßigere Kontrollen der Produzenten und damit den Schutz der Verbraucher in Bayern stärken soll. Anschließend durchlief der Gesetzentwurf sämtliche Stationen, die er auch im Landtag passieren würde.

So wurde er zunächst in die Fraktionen verwiesen. Dort hatten die verschiedenen Fraktionen der Sozialen, der Ökologen, der Freien und der Konservativen jeweils die Möglichkeit, sich eine Meinung zu dem Thema zu bilden. Im Anschluss fand die erste Lesung im Plenum mit Wahl der Landtagspräsidentin statt. Es folgten die Ausschusssitzungen mit Diskussionen, dort wurden auch schriftliche Stellungnahmen erarbeitet. Zurück in den Fraktionen wurden die Positionen der einzelnen Parteien sowie eine Beschlussempfehlung, die Reden und Änderungsanträge erarbeitet. Auch hier entwickelten sich heiße Diskussionen. Abschließend folgte die zweite Lesung mit den Stellungnahmen der Fraktionen, der Abstimmung über Änderungsanträge und der Beschlussfassung. In der Schlussabstimmung konnten sich die Schüler, wie im richtigen Leben auch, letztlich auf einen Kompromiss beim Gesetz einigen.

Am wichtigsten war jedoch, dass die Schüler durch das eigene Nachspielen ein besseres Verständnis für politische Prozesse und parlamentarische Abläufe gewinnen konnten. Bei der Abschlussbesprechung des Planspiels zeigten die vielen positiven Feedbacks der Schüler, dass diese etwas andere Art von Unterricht sehr viel Spaß gemacht hat.

Bildunterschrift: Die Wirtschaftsschüler diskutierten eifrig über ein neues Gesetz. Foto: Wirtschaftschule Gunzenhausen

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