Saisonstart im Fränkischen Freilandmuseum

Aufgrund der unklaren Situation und der derzeit nicht abschätzbaren Gefahr einer möglichen, weiteren Ausbreitung des Coronavirus „Covid 19“ hat die Museumsleitung – nach Rücksprache mit der Trägerverwaltung des Bezirks Mittelfranken in Ansbach – entschieden, die kommenden Museums-Veranstaltungen in den nächsten Tagen abzusagen und soweit möglich auf einen späteren Zeitpunkt, der noch bekanntgegeben wird, zu verschieben. Das heßt, die Ausstellungseröffnung Johann Christian Reinhart am Samstag, 14. März, und der Märchentag am Sonntag, 15. März müssen leider abgesagt werden.Das Fränkische Freilandmuseum ist bis auf weiteres geöffnet. Aktuelle Absagen und Schließungen entnehmen Sie bitte der Webseite und den Sozialen Medien des Freilandmuseums.

Bad Windsheim (red). 2020 können die Besucher im Fränkischen Freilandmuseum viel erleben: Die Wiedereröffnung des Sandsteinhauses aus Zirndorf mit einer neuen Ausstellung zum „Steinbau am Lande“ am internationalen Museumtag, die Eröffnung des mittelalterlichen Badhauses aus Wendelstein an den Mit-telaltertagen im Oktober, die große Jahresausstellung zum Gesundheitswesen „Sauberkeit zu jeder Zeit!“ zur Hygiene am Lande und dem Baderwesen in Franken, das Freilandtheater im Sommer und ein buntes Veranstaltungsprogramm an jedem Wochenende! Am Samstag, den 7. März, begann die neue Museumssaison im Fränkischen Freilandmuseum des Bezirks Mittelfranken in Bad Windsheim.

Bis zum 3. Advent können die Besucher jeden Tag einen Rundgang durch über 700 Jahre Alltagsgeschichte in Franken unternehmen. Mehr als hundert 100 historische Gebäude laden auf dem über 45 Hektar großen Gelände dazu ein, ländlichem und kleinstädtischem Leben früherer Zeiten nachzuspüren. Regelmäßige Vorführungen der Museumshandwerker, spannende Sonderausstellungen, original eingerichtete Gebäude, öffentliche Führungen, Mitmachaktionen für Alt und Jung und zahlreiche Veranstaltungen machen das Fränkische Freilandmuseum zum beliebten Ausflugsziel für die ganze Familie.

Neue Gebäude

Das Sandsteinhaus aus Zirndorf ist eines der schönsten Häuser des Freilandmuseums. Mit seiner barocken Schnecken-Volute ziert es als Covermotiv das neue Museumshandbuch. Nach einer längeren Sanierung wird das prächtige Bauernhaus heuer am Internationalen Museumstag am 17. Mai feierlich wiedereröffnet. Im Wohnbereich des Hauses wird eine neue Ausstellung zur Steinbearbeitung mit vielen interaktiven Elementen gezeigt. So lässt sich z. B. die Entstehung einer steinernen Volute Schritt für Schritt nachvollziehen. Auch der Weg der alten Häuser ins Freilandmuseum – die aufwendige Translozierung – wird in der Ausstellung erklärt.

Museumsleiter Dr. Herbert May erklärt das Jahr 2020 zum „Jahr des Bades“ – passend zur Bäderstadt Bad Windsheim. Mit Hochdruck arbeitet das Badhausforschungsteam des Freilandmuseums an der Erforschung der mittelalterlichen Badekultur. Am 3. Oktober, im Rahmen der Mittelaltertage, wird das Badhaus aus Wendelstein feierlich eröffnet. Der Badeofen hat erste Testläufe schon bestanden. In der Badestube des mittelalterlichen Badhauses soll wieder gebadet werden.

Große Sonderausstellungen zur Gesundheitspflege

Einen Vorgeschmack auf das mittelalterliche Baderwesen in Franken gibt ab 4. April die große Sonderausstellung zur Gesundheitspflege in der Ausstellungsscheune aus Betzmannsdorf. Ein Teil der Schau widmet sich dem „Schröpfen, Schwitzbaden und Kurieren“ der mittelalterlichen Bader. In ihren Badestuben konnte die Bevölkerung regelmäßig durch Schwitzbaden – vergleichbar mit dem heutigen Saunabesuch – oder durch Wannenbäder entsprechend der antiken Lehre „die Säfte reinigen“. Außerdem sorgten die Bader als handwerklich ausgebildete Wundärzte für die medizinische Versorgung am Lande. Die Besucher können selbst testen, wie es sich in einem historischen Schwitzkasten anfühlt.

Der andere Teil der Ausstellung mit dem Titel „Sauberkeit zu jeder Zeit“ widmet sich der Hygiene am Lande und schlägt den Bogen von den fränkischen „Bodern“ zum Gesundheitswesen des 19. Jahrhunderts. Mit der Entdeckung der Bakterien veränderten die neuen Vorstellungen von Hygiene auch das Leben auf dem Lande. Das reichte von der Seuchenbekämpfung im Stall bis zum Wäschewaschen. „Nicht nur sauber, sondern porentief rein“ muss es sein. Dieser Slogan der Werbefigur Klementine kling vielen in den Ohren. Obwohl heutzutage völlige Keimfreiheit gar nicht mehr als wünschenswert gilt, versprechen zahlreiche Produkte weiterhin das ultimative Wohlgefühl in einem blütenreinen Zuhause.

Jedes Wochenende vielfältige Veranstaltungen

In über fünfzig Veranstaltungen lässt sich im Fränkischen Freilandmuseum der bäuerliche Jahreslauf nacherleben. Acht Ausstellungen, drei Konzerte, die beliebten Kinoabende des Som-merkinos, zehn Vorträge und Exkursionen und neunundzwanzig Kurse führt das Jahrespro-gramm für 2020 auf.

Mit zahlreichen Veranstaltungen ist auch dieses Jahr im Freilandmuseum für jeden etwas geboten. Neben Altbewährtem wie dem Sommerfest, dem Herbstfest, dem Backofenfest, dem Tag der Volksmusik und der Museumsnacht, werden heuer erstmalig der Märchentag, Haus- und Hofgespräche, der Tag der Bienen und Insekten und der Weihnachtsmarkt im Alten Bauhof angeboten. Jedes Wochenende findet sich eine interessante Veranstaltung.

Öffentliche Führungen

Jeden Sonn- und Feiertag um 11.00 Uhr wird eine kostenlose Führung durch die ländlichen Baugruppen, um 14.30 Uhr eine Führung durch das Museum „Kirche in Franken“ in der Spitalkirche und nachmittags ein offenes Mitmachangebot für Familien angeboten. Zahlreiche Führungen und Aktionsprogramm für Erwachsene und Kinder sind von Gruppen buchbar.

Museum zum Erleben für Alt und Jung

In den letzten Jahren hat sich das Freilandmuseum zu einem der beliebtesten Ausflugsziele für Familien in Franken entwickelt. Nicht nur jeden Sonntag, sondern bei jeder Veranstaltung gibt es Angebote für Kinder und Familien.

Beim Märchentag gleich zu Beginn der Saison am 15. März erleben die Besucher im Freilandmuseum Motive der Märchen, wenn etwa die Spinnerin am Ofen sitzt oder der süße Hirsebrei am offenen Herd gekocht wird. Bei der Ostereiersuche am Ostersonntag gilt es das ganz Gelände zu entdecken. Beim Kinderfest am 23. und 24. Mai sind die Kinder die Hauptdarsteller.

Als außerschulischen Lernort besuchen zahlreiche Schulklassen das Fränkische Freilandmuseum: Ob nun die Jüngeren beim Besuch im Stall und Buttern erleben, wo unsere Nahrung herkommt; oder die schon etwas Größeren in der Museumsbauhütte selbst ein Fachwerkhaus bauen oder Jugendliche sich mit Zeitgeschichte auseinandersetzen.

Freilandmuseum ein Ort für Mensch und Tier

Auch Landwirtschaft und Tierhaltung gehören zum Museumskonzept. So sind auf den Museumsäckern historische Schlepper und das Ochsengespann unterwegs. Ein besonderer Höhepunkt ist der Seubersdorfer Hof mit Schweinen, Ziegen, Hühnern und Ochsen. Die Schafe im Stall der Baugruppe Mittelalter haben gerade junge Lämmchen bekommen: die gefleckte Helga und Heidi mit dem schwarzen Kopf. Und wer sich nach dem Rundgang stärken möchte, ist in jedem der vier Gasthäuser auf dem Museumsgelände willkommen. Istvàn Polyàk und Istvàn Horvath sind die neuen Wirte im „Wirtshauses am Freilandmuseum“. Das Fränkische Freilandmuseum ist zu jeder Jahreszeit ein lohnendes Ausflugsziel: ein schöner Ort zum Lernen, Spielen, Feiern, Freunde-Treffen, zur Begegnung von Jung und Alt.

Öffnungszeiten: Hauptsaison 07.03. – 14.10. 9.00 – 18.00 Uhr, Im März montags geschlossen, Nebensaison 25.10. – 13.12., 10.30 – 16.30 Uhr, ab 9. November montags geschlossen. Die Eintrittspreise bleiben 2020 unverändert: Erwachsene sieben Euro, Kinder unter sechs Jahren frei, Schüler und Studenten sechs Euro, Familien 17 Euro.

Bildunterschrift: Die Lämmer in der Baugruppe Mittelalter im Fränkischen Freilandmuseum haben Nachwuchs bekommen: Helga ist eines der jungen Lämmchen. Foto: Lisa Baluschek

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