Sicher von A nach B kommen – neue Rollatorspur am Hafnermarkt wird gut angenommen

Gunzenhausen (red). Die Gunzenhäuser Altstadt ist wunderschön, eine charmante Flaniermeile mit Urlaubsflair. Hier lässt es sich aushalten und ein paar tolle Momente genießen. Wer allerdings schlecht zu Fuß ist oder gar auf einen Rollator oder Rollstuhl angewiesen ist, der müht sich in manch alter Gasse oder historischem Ort am teils groben Pflasterbelag ab. So bis vor kurzem auch am Hafnermarkt zwischen Bühringer Straße und Marktplatz. Witterung, Erosion und Verkehr haben den Steinen vor Ort zugesetzt. „Menschen mit Handicap, Seniorinnen und Senioren, aber auch Familien mit Kinderwagen hilft das wenig“, betont Erster Bürgermeister Karl-Heinz Fitz. „Gerade im öffentlichen Raum muss Bewegung ohne Einschränkung möglich sein. Dazu gehören ein sicherer Stand und Wege ohne Hindernisse. Wir haben lange über Verbesserungen am Hafnermarkt diskutiert. Eine Rollatorspur erschien uns eine praktikable und stolperfreie Lösung, die sich zudem optisch gut ins Stadtbild integriert.“

Im fachlichen Austausch mit Julia Braun, ehrenamtliche Beauftragte für Menschen mit Behinderung in der Stadt Gunzenhausen, wurde die Rollatorspur im letzten Jahr durch das Gunzenhäuser Stadtbauamt geplant und umgesetzt. Die Gesamtkosten beliefen sich auf rund 50.000 Euro, allerdings gibt es hier gute Nachrichten für die Stadtkasse: Die Baukosten werden durch das staatliche Förderprogramm „Innenstädte beleben – Abbau baulicher Barrieren im öffentlichen Raum zur behindertengerechten Gestaltung“ bis zu 80 % bezuschusst. „Die Barrierefreiheit im öffentlichen Raum wird von staatlicher Seite vorangetrieben und wir freuen uns über die Zuschüsse“, so Thomas Hinterleitner aus dem Stadtbauamt. „Um die Teilhabe aller Menschen am Verkehrsgeschehen zu ermöglichen, suchen wir immer nach Verbesserungspotential, auch bei bestehender Infrastruktur. Gerade im Altstadtbereich können Rollatorspuren eine sinnvolle Lösung sein. Die Spuren erleichtert den Gang und, was oft vergessen wird, helfen Sehbehinderten bei der Orientierung.“

Die ortsansässigen Pflasterexpertinnen und -experten der Firma Wagner aus Unterwurmbach haben die Baumaßnahme unkompliziert und hochwertig umgesetzt. Telekom und Vodafone haben die Umbauphase zudem genutzt, um an selber Stelle Glasfaserleitungen zu verlegen. „Das war natürlich eine Win-Win-Situation“, ergänzt Erster Bürgermeister Karl-Heinz Fitz. „Der Gehweg war offen und so konnten die Leitungen im Zuge mitverlegt werden. Alles in allem ist die Rollatorspur am Hafnermarkt ein voller Erfolg und wird gut angenommen. Über weitere Spuren denken wir nach, beispielsweise am Haus des Gastes.“

Schließlich richtet Erster Bürgermeister Karl-Heinz Fitz noch einen Appell an motorisierte Verkehrsteilnehmer: „Fahrzeuge sollten weder zum Parken noch zum Halten auf der Rollatorspur abgestellt werden. Bitte halten Sie die Spuren frei.“

Foto: Stadt Gunzenhausen

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