Treuchtlingen (red). Selbstverständlich ist er mit der Bahn angereist: Martin Burkert, SPD-Bundestagsabgeordneter, warb leidenschaftlich auf Einladung der Treuchtlinger SPD und Bürgermeister Werner Baum für den von den Koalitionspartnern in Berlin geplanten Deutschland-Takt der Bahn.

Nach der Begrüßung durch den örtlichen SPD-Vorsitzenden Sebastian Hartl kam Burkert auch gleich zur Sache. Ziel des von der Bundesregierung bis 2030 angestrebten Deutschland-Takts ist ein Musterfahrplan für den Fern- und Nahverkehr – jede Stunde zur selben Minute sollen Züge fahren, das bedeute besser abgestimmte Verbindungen und Umstiege und kürzere Reisezeiten. Dafür sind erhebliche Investitionen in das vorhandene Netz, die Signaltechnik, in Züge und letztlich auch Personal nötig.

Für den Bahnstandort Treuchtlingen sieht er dadurch eine positive Zukunft, z. B. durch stündliche ICE/IC-Verbindungen nach Hamburg, Berlin, Dortmund bzw. in Richtung München. Durch die Integration der regionalen Bus- und Bahnverbindungen werden auch die Region Altmühlfranken und die benachbarten Gebiete profitieren. Der ehemalige „Bahnerer“ ist seit Jahren ein leidenschaftlicher Kämpfer für den Ausbau des Verkehrs auf der Schiene. Jetzt sieht er die Weichen für eine spürbare Verbesserung gestellt. Die Realisierung des Deutschland-Taktes ist „ein heroisches Ziel“, sollen doch die Fahrgastzahlen in den Zügen verdoppelt werden.

Durch die beschlossene Senkung der Umsatzsteuer, den weiteren Ausbau der Elektrifizierung, die weitere Digitalisierung der Stellwerkstechnik und eine höhere Zugdichte wird das Ziel erreicht werden, noch mehr Menschen auf die Bahn zu bringen. Bester Beweis dafür sei die Schnellverbindung München-Berlin, hier hat die Bahn das Flugzeug bereits als häufigstes Verkehrsmittel abgelöst. Als Folge existiere keine Flugverbindung Nürnberg – Berlin mehr. Von Treuchtlingen kann man derzeit in unter vier Stunden Berlin erreichen.

Mittlerweile will die DB 30 neue ICEs bestellen. Noch befindet sich der geplante Takt im Entwurfsstadium, Burkert appellierte an Verkehrsminister Scheuer, schnellstens die nötigen finanziellen Voraussetzungen zu schaffen. Auch der Güterverkehr soll vom Deutschlandtakt profitieren, aus klimapolitischen Gründen müsse der Transport runter von der Straße. Für die Bahnkunden werden weite Teile des Deutschland-Takts bereits vor 2030 spürbar sein.

Zur Realisierung des ehrgeizigen Ziels Deutschland-Takt muss die Bahn aber auch als Arbeitgeber wieder interessant werden, liege doch derzeit die größte Herausforderung in der Gewinnung des notwendigen Personals.

Wie schwierig es derzeit in der Realität ist, Veränderungen zu erreichen, zeigte Bürgermeister Werner Baum auf, der seit Jahren versucht, eine bessere Abendverbindung von München nach Treuchtlingen zu erreichen.  Da „müssen noch dicke Bretter gebohrt werden“. Wenn noch mehr Pendler auf die Bahn umsteigen sollen, müssen Bahn, Stadt und Landkreis auch über die Ausweitung der Pendlerparkplätze nachdenken, so eine vorgetragene Forderung aus dem Zuhörerkreis. Der Wunsch nach einem Parkhaus am Bahnhof Treuchtlingen wurde von der SPD-Stadtratsfraktion bereits an die Stadt herangetragen.

Bildunterschrift: (v.l.) OV-Vorsitzender Sebastian Hartl, MdB Martin Burkert und Bürgermeister Werner Baum. Foto: privat

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