Heidenheim (red). In Heidenheim  ist der Startschuss für eine klimaneutrale und preisstabile Wärmeversorgung gefallen. Rund 200 Interessierte waren in die Alte Turnhalle gekommen, um von Felix Schwahn, Geschäftsführer GP JOULE WÄRME, und Bürgermeisterin Susanne Feller Informationen aus erster Hand zum Nahwärmenetz zu erhalten. Eine Anmeldung für einen Anschluss an das Wärmenetz ist ab sofort und noch bis Ende Juni möglich.

Ziel ist es, durch die Errichtung eines Nahwärmenetzes allen Bürgerinnen und Bürgern in Heidenheim eine bezahlbare, preisstabile und erneuerbare Wärmeversorgung anzubieten. Auch die Versorgungssicherheit stellt für die Kommune einen zentralen Punkt dar. Deshalb streben alle Beteiligten eine Lösung mit größtmöglicher Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen an. Genutzt werden sollen dabei auch die vorhandenen Gegebenheiten, weswegen sich die in Heidenheim ansässige Firma Heizomat am Nahwärmenetz in Form der bereits gegründeten Betreibergesellschaft „HGP Energie” beteiligt.

Eine Großwärmepumpe übernimmt die Grundlast des Wärmenetzes. Sie wird mit Strom aus einem Photovoltaik-Park im Gemeindegebiet betrieben. So kann fast der gesamte Energiebedarf durch Sonnenstrom gedeckt werden. Eine Hackschnitzelheizung der Firma Heizomat wird Spitzen abfangen. Als Notreserve dient – wie allgemein üblich – ein Gaskessel.

Zusammenarbeit mit der ansässigen Firma Heizomat

„Wir freuen uns über diese klimafreundliche Wärmeversorgung und die Zusammenarbeit mit GP JOULE“, sagte Bürgermeisterin Susanne Feller auf der Informationsveranstaltung. Aus der Suche nach einer neuen Heizung für die örtliche Schule entwickelte sich das Großprojekt, das nun das gesamte Haupt-Gemeindegebiet einschließt.

Nun beginnt die Akquise. Mit Einzelgesprächen bei den Bürgerinnen und Bürgern zu Hause, aber auch bei Treffen in Kleingruppen im Rathaus werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von GP JOULE alle offenen Fragen klären und zu der individuell passenden Anschlussoption für jeden Haushalt beraten. Auch kommunale Gebäude, wie die Schule, das Rathaus oder das Feuerwehrhaus werden angeschlossen. Wenn bis Ende Juni die Anschlussquote im ersten Bauabschnitt, dem Nordwesten Heidenheims, erreicht wird, kann mit den Bauarbeiten begonnen werden und schon ab 2024 die erste Wärme fließen.

„Für die Kunden ergeben sich durch das neue Wärmenetz viele Vorteile“, erläutert Felix Schwahn. Einmal angeschlossen, muss man sich nicht mehr um rechtzeitige Brennstofflieferungen kümmern. Es stehen verschiedene Angebotspakete zur Auswahl, je nach individuellem Bedürfnis. Zum Beispiel kann auch nur ein Teilanschluss bis auf das Grundstück verlegt werden, so dass ein Hausanschluss zu einem späteren Zeitpunkt problemlos möglich ist. „Nicht nur wer eine alte Heizungsanlage im Haus hat, auch diejenigen, die in Zukunft flexibel bleiben möchten, tun gut daran, sich jetzt mit diesem Thema zu befassen“, rät Schwahn.

Bürgerinnen und Bürger, die nicht im ersten Anschlussgebiet wohnen, bittet Felix Schwahn um etwas Geduld. Es sei geplant, nach und nach den ganzen Ort anzuschließen und so jedem Haushalt eine Versorgung mit Nahwärme zu ermöglichen.

Zum Betrieb des Netzes haben GP JOULE und die HeizNatur GmbH, eine Tochter der Firma Heizomat, die Betreibergesellschaft HGP Energie GmbH gegründet. Sie wird sich auch um die Vermarktung des übrigen Stroms kümmern. Denn: Der 15 Hektar große Solarpark wird deutlich mehr Strom erzeugen, als für den Betrieb des Wärmenetzes notwendig ist. Davon können zum einen lokale Gewerbe profitieren, die so günstigen Strom einkaufen können. Zum anderen wird der übrige Strom in das Netz eingespeist.

Lokale Gewerbebetriebe profitieren von der Überproduktion des Stroms 

Wer sich für einen Anschluss interessiert, kann online auf der Webseite der HGP Energie (www.heidenheim-fernwaerme.de) einen unverbindlichen Beratungstermin vereinbaren. Bei dem kann besprochen werden, wie hoch die Kosten eines Wechsels sind, welche Fördermöglichkeiten es gibt, welcher Anschluss der richtige ist und was die nächsten Schritte sind. Ist der Entschluss getroffen, können Anschlusswillige sich ab sofort anmelden.

Weitere Infos gibt es unter www.heidenheim-fernwaerme.de.

Über GP JOULE
GP JOULE ist als integrierter Energieversorger in allen Bereichen der Energie-Wertschöpfungskette aktiv: von der Erzeugung bis zur Nutzung – und von der Beratung über die Finanzierung und Projektierung bis zum Bau und Service. GP JOULE produziert und vermarktet Wind- und Solarstrom, grünen Wasserstoff und Wärme und setzt die Energie dort ein, wo es am effektivsten ist: in der Elektro- und Wasserstoffmobilität, in Haushalten und in der Industrie. So gestaltet GP JOULE aus Deutschland heraus seit 2009 das Energiesystem mit Zukunft in Europa. Für eine sichere, unabhängige und nachhaltige Energieversorgung. Für 100 % erneuerbare Energie für alle.

Die Hauptstandorte des Unternehmens liegen in Buttenwiesen, Landkreis Dillingen, und im nordfriesischen Reußenköge, wo die Gründer und einstigen Kommilitonen Heinrich Gärtner und Ove Petersen nach ihrem Studium des Agrar-Ingenieurswesen jeweils den landwirtschaftlichen Betrieb ihrer Eltern übernommen und mit Firmenbüros erweitert haben. Für die mittelständische Unternehmensgruppe arbeiten inzwischen rund 600 Menschen in Deutschland, Europa und Nordamerika.

GP JOULE wurde für das Wasserstoffmobilitätsprojekt eFarm mit dem Deutschen Mobilitätspreis 2022 ausgezeichnet.

Foto: Brigitte Dorr

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