Solnhofen (red). Vor wenigen Wochen ist es bekannt geworden: mit dem holozänen Ulmener Maar in der Vulkaneifel, dem 48 Millionen Jahre alten Messeler Maarsee mit seinen berühmten Urpferdchen, und mit dem Solnhofener Plattenkalk als Fundstätte des berühmten Archaeopteryx sind drei deutsche Lokalitäten der Erdgeschichte zu den bedeutendsten einhundert Geo-Welterbestätten der Erde ernannt worden. Für den kleinen Ort Solnhofen, seinen Stein und die Fossilien ist es eine ganz besondere Ehre im geologischen Olymp angekommen zu sein.

Museumsleitung und der Beirat des Museums sind nunmehr auch stolz darauf, zwei der drei deutschen Geo-Welterbestätten in einer Ausstellung zusammenzuführen: Die Archaeopteryx-Region der Solnhofener Plattenkalke Solnhofen-Eichstätt und die UNSECO-Welterbestätte Grube Messel bei Darmstadt in Hessen. Ermöglicht hat diese Ausstellung der Darmstädter Messelsammler Dr. Burkhard Pohl in Zusammenarbeit mit dem Direktor des Geo-Zentrums Solnhofen Dr. Martin Röper. Zu sehen sind 49 kostbare Originale der Sammlung Dr. Pohl / Interprospekt AG aus dem 48 Millionen Jahre alten Messeler „Ölschiefer“. Das sind Ablagerungen, die sich in einem Maarsee bildeten, der sich nach der Vulkanexplosion vor 48,2 Millionen Jahren in einer subtropischen Waldlandschaft bildete. Messel ist durch seine fossilen Urpferdchen, die ähnlich wie Archaeopteryx auf Briefmarken der Bundesrepublik Deutschland verewigt sind, zu einer der weltweit bedeutendsten Fossillagerstätte aufgestiegen.

Für sieben Monate begegnen sich im PaläoZoo des Museums drei Original-Urpferdchen und drei Originale des Urvogels Archaeopteryx. Hinzu gesellen sich Europas einzigartiger Raubdinosaurier Sciurumimus albersdoerferi aus dem östlichen Solnhofen-Archipel, und die Dino-Knochen von Europasaurus aus den Juragesteinen am Harznordrand in Niedersachsen. Neue Exponate von Flugsauriern, darunter eine Stiftung der Solnhofener Heiner und Silvia Friedel, ergänzen ein Fossilienensemble der besonderen Art. Die Ausstellung der Messelausstellung glänzt bei den Urpferdchen mit einem ausgewachsenen Exemplar, einer trächtigen Stute und einem kleinen Fohlen. Bei der trächtigen Stute ist sogar die Placenta fossil überliefert. Darüber hinaus zeigt die Ausstellung eine bemerkenswerte Übersicht zur Flora und Fauna der Lagerstätte. Dazu gehören Fische, Frösche, Schildkröten, Schlangen, Echsen, Krokodile, Vögel mit komplettem Federkleid, Fledermäuse und verschiedenste Säugetiere, angefangen von den Urpaarhufern über Insektenfresser bis hin zu den Nagetieren.

Passend zur Eröffnung übergeben die beiden Erlanger Fossiliensammler Manfred und Gusti Zapp von den Siemens-Fossilienfreunden dem Museum eine Schenkung mit Original-Fossilien aus der Grube Messel, die sie im Rahmen ihrer Mitarbeit bei den Senckenberg-Forschungsgrabungen fanden und behalten durften. So hat das Museum auch langfristig eine Kollektion fossiler Fische von Messel. Fossiliensammler des Jahres 2023 ist der erst 13-Jährige Paul Jakob aus der Oberpfalz, der jüngste Fossiliensammler bei den Freunden und Förderern des Bürgermeister-Müller-Museums Solnhofen.

Foto: Museum Solnhofen

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