Roth (red).  Lange mussten die Athleten auf diesen Tag warten. Nach der Corona-bedingten Absage im Vorjahr und der Verschiebung 2021 um zwei Monate findet das Rother Traditionsrennen nun endlich am 5. September statt. Eigentlich war das Rennen unter Corona-Bedingungen als Altersklassen-Event ohne großen Star-Auftrieb geplant. Doch der Wettkampf-Heißhunger der Triathleten sorgte – nicht zuletzt nach der erneuten Verschiebung des Ironman Hawaii – dafür, dass immer mehr Tops in den letzten Wochen und Tagen von sich aus einen Startplatz in Roth anfragten. Nun startet der DATEV Challenge Roth powered by hep am kommenden Sonntag mit einem Weltklasse-Starterfeld – dem wohl besten der diesjährigen Triathlon-Saison. Mit Anne Haug, Sebastian Kienle und Patrick Lange sind sogar drei Weltmeister in der Triathlon-Traumfabrik am Start. Es scheint fast, als wäre Hawaii diesmal ins Frankenland verlegt worden.

Bestes Starterfeld der Saison beim DATEV Challenge Roth powered by hep

Was in dieser Triathlon-Saison kaum mehr jemand für möglich gehalten hätte, wird in Roth wahr: Wieder einmal kommt es zu einem Duell zwischen den beiden Hawaii-Siegern Sebastian Kienle (Weltmeister 2014) und Patrick Lange (Weltmeister 2018). Während der 37-jährige Kienle in Roth kein Unbekannter ist – 2018 gelang ihm bei seinem dritten Start der lang ersehnte Sieg – feiert der zwei Jahre jüngere, inzwischen in Salzburg lebende Nordhesse Lange dieses Jahr nun endlich auch seine Roth-Premiere. Die lange Corona-bedingte Auszeit hat er gut genutzt: Ende Mai gewann er souverän den Ironman Tulsa in neuer persönlicher Bestzeit, und letztes Wochenende holte er sich als Team Europe gemeinsam (unter anderem) mit Kienle und Haug den Gruppensieg beim The Collins Cup in Samorin.

Mit dabei ist auch der bislang letzte (2019) und noch amtierende Challenge-Sieger Andreas Dreitz aus dem fränkischen Michelau, der als Roth-Champion mit Startnummer 1 ins Rennen geht. Titelverteidigung ausgeschlossen? Nicht unbedingt. Bei „The Championship“ der Challenge-Serie in Samorin letzten Sonntag, wo er Fünfter wurde, ließ der 32-jährige Lokalmatador verschmitzt durchblicken: „Mein Highlight des Jahres kommt erst noch“.

Auch der Potsdamer Nils Frommhold wird sich am Sonntag in Roth ein weiteres Mal den Neo anziehen. Viele Male ist er bei seinem Lieblingsrennen schon angetreten, konnte es 2015 auch verdient für sich entscheiden und hat in Roth längst eine treue Fangemeinde. Roth-Neulinge sind dagegen der ehemalige Radrennfahrer Ruben Zepuntke (28) aus Düsseldorf, der 2019 in Bonn seinen ersten Triathlon-Sieg holte, und der Finsterwalder Franz Löschke. Im Jahr 2009 wurde er U23-Weltmeister, zehn Jahre später stand er beim Ironman St. Pölten als Sieger auf dem Podest.

Nicht zuletzt gibt es mit Braden Currie und Nick Kastelein auch zwei beachtenswerte Athleten aus dem Ausland. Der 35-jährige Neuseeländer Currie ist immerhin vierfacher Ironman-Sieger und gewann 2021 bereits sein Heimrennen, den Ironman New Zealand, beim Challenge Wanaka 2021 wurde er Zweiter. Kastelein, der gebürtige Australier, wohnt wie Jan Frodeno in Girona, beide trainieren öfter gemeinsam. Seinen bisher größten Sieg errang er 2017 beim Ironman Switzerland. 2021 wurde er Dritter beim Challenge Mogan Gran Canaria.

Weltmeisterin Anne Haug will sich Roth-Traum erfüllen

Keine Geringere als die aktuelle (2019) Ironman-Weltmeisterin Anne Haug aus Bayreuth führt das weibliche Starterfeld an. Schon 2020, als neben Hawaii auch der Challenge abgesagt werden musste, wollte sich Haug den Traum vom Treppchen in ihrer fränkischen Heimat erfüllen. Leider kam es anders, doch getreu dem Challenge-Motto „Dreams cannot be cancelled“ wird er womöglich mit einem Jahr Verspätung doch noch wahr. Konkurrenz bekommt sie vor allem aus dem Ausland, unter anderem durch die Australierin Sarah Crowley (Hawaii-Dritte 2017 und 2019, Zweitplatzierte DATEV Challenge Roth 2019), die als „Purple Tiger“ bekannte Kanadierin Rach McBride und die in Roth gut bekannte Britin Laura Siddall (mehrere Top-Platzierungen in Roth, unter anderem Zweite 2017). Chancen auf eine Topplatzierung hat auch die Britin Fenella Langridge, die im Juni Zweite beim Ironman Coeur d’Alene wurde. Als Rookie auf der Langdistanz startet die 31-jährige Mainzerin Anna-Lena Best-Pohl. Sie hatte letzten Sonntag beim Ironman Hamburg aussteigen müssen und in allerletzter Sekunde die Chance genutzt, in Roth noch in die Starterliste aufgenommen zu werden.

Das legendäre Triathlon-Langdistanzrennen DATEV Challenge Roth powered by hep startet am kommenden Sonntag mit verringerter Teilnehmerzahl (1.500 Einzelstarter, 320 Staffeln), 3G-Regelung und einem strengen Hygienekonzept, das die amtlichen Auflagen teilweise sogar noch übererfüllt. Die Veranstalter appellieren an alle Fans, diesmal möglichst nicht persönlich an die Wettkampfstrecken zu kommen, sondern das Rennen im Fernsehen oder online verfolgen. Es wird von BR Fernsehen ab 6.45 Uhr komplett im dritten Programm live übertragen und ist auch im Internet unter www.sportschau.dewww.BR24Sport.de und natürlich www.challenge-roth.com in voller Länge live zu sehen.

Bildunterschrift: Das Bild zeigt v.l.: Laura Siddall, Rach McBride, Sarah Crowley, Anne Haug, Andreas Dreitz, Renndirektor Felix Walchshöfer, Sebastian Kienle, Patrick Lange, Nils Frommhold, Braden Currie, Ruben Zepuntke, Franz Löschke. Foto: TEAMCHALLENGE

Related Posts

Anlaufstelle für Senioren
Schulstart an der Wirtschaftsschule Gunzenhausen
Landesgartenschau Ingolstadt endet mit positiver Bilanz