Gunzenhausen (red). Falschparker blockieren oft die Einsatzfahrt von Rettungskräften. Um auf die Problematik hinzuweisen, waren Ansprechpartner des Gunzenhausener Ordnungsamts, der örtlichen Polizeiinspektion und des Zweckverbands Kommunale Verkehrssicherheit Oberpfalz auf Kontrollfahrt mit der hiesigen Freiwilligen Feuerwehr unterwegs.

Es brennt. Wenige Minuten nach dem Alarm ist die Freiwillige Feuerwehr Gunzenhausen in ihren Löschfahrzeugen auf dem Weg zum Einsatzort. Doch an manchen Stellen ist kein Durchkommen, Fahrzeuge blockieren enge Straßen und Kreuzungsbereiche sowie Feuerwehranfahrtszonen, das Führen des Einsatzwagens wird zur Herausforderung. Die Rettungskräfte verlieren wichtige Zeit. Zum Glück war das Ganze nur eine Übung. Bei einer Kontrollfahrt durch die Stadt demonstrierten die ehrenamtlichen Feuerwehrkräfte, vor welchen Problemen sie regelmäßig – bedingt durch falsch geparkte Autos – stehen,
wenn sie mit ihren Einsatzfahrzeugen unterwegs sind. Bei der Aktion wurden ausgewählte Engstellen angefahren, um die dortige Verkehrssituation sowie
Beschilderung zu prüfen und auffällige Parkverstöße zu verwarnen. „Oftmals werden Fahrzeuge in engen Straßen gedankenlos geparkt“, sagt ein Mitarbeiter von der Straßenverkehrsbehörde der Stadt Gunzenhausen. „Rettungsfahrzeuge sind meist große und breite Lkw und haben eine Breite von bis zu 2,50 Metern, wo sich ein Pkw gerade noch so hindurchschlängeln kann, ist für einen Lkw kein Durchkommen mehr.“

Zudem war mit Tommy Dörner ein Ansprechpartner des Zweckverbands Kommunale Verkehrssicherheit Oberpfalz vor Ort. Der Verband kümmert sich in Gunzenhausen seit Januar 2022 um die Parkraumüberwachung. Der Leiter des ruhenden Verkehrs ergänzt: „Es müssen nicht nur Rettungswege und Feuerwehrzufahrten zu jeder Tages- und Nachtzeit freigehalten werden.

Im Straßenverkehr gelten auch bestimmte Abstandsregeln – selbst, wenn kein Schild explizit auf ein Parkverbot hinweist.“ So muss beim Parken am Straßenrand eine Rest-Fahrbahnbreite von mindestens 3,05 Metern gewährleistet sein sowie hinter bzw. vor Kreuzungen oder Einmündungen ein Abstand von fünf Metern eingehalten werden.

Das Resümee: „Es gibt in Gunzenhausen noch einige Problemstellen, an denen die Notwendigkeit besteht, intensiver zu überwachen – und das nicht
nur im Hauptort, sondern auch in den umliegenden Ortsteilen. Schließlich können achtlos abgestellte Fahrzeuge im Notfall wertvolle Zeit und schlimmstenfalls sogar Menschenleben kosten. Wir möchten unsere Bürger nachhaltig für diese Problematik sensibilisieren, denn es geht immerhin um ihre eigene Sicherheit. Jeder von uns kann in eine Notlage geraten und so schnell wie möglich Hilfe benötigen“.

Wie wichtig die freie Fahrt für Rettungskräfte ist, belegt übrigens auch eine Studie des Deutschen Roten Kreuzes: Bei 80 Prozent aller Einsatzfahrten
verlieren Retter lebenswichtige Zeit – im Schnitt fünf Minuten – weil „kein Durchkommen“ möglich ist (Quelle: Statistisches Bundesamt 2019).

Über den Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit Oberpfalz

Gegründet wurde der ZV KVS im November 2014 von 11 Gründungsmitgliedern als „klassischer“ Überwacher des ruhenden und fließenden Verkehrs.
Heute erfüllt der Zweckverband diese Aufgabe für mittlerweile über 140 angeschlossene Städte, Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften. Bedingt
durch dieses Wachstum hat sich der Zweckverband in den letzten Jahren ständig weiterentwickelt – vom reinen Verkehrsüberwacher zum kommunalen Dienstleister. Schließlich hat er sich ein Ziel gesetzt: Seinen Kommunen, die sich insbesondere im ländlichen Raum befinden, als Dienstleister rund
um die Themen Verkehrssicherheit, Mobilität und Ordnung zur Seite zu stehen und gemeinsam mit ihnen an dieser anspruchsvollen Aufgabe zu arbeiten.

Foto: Tommy Dörner/ZV KVS Oberpfalz

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