Schwere Brandschutzmängel festgestellt – Kein Unterricht an der Senefelder Schule in Treuchtlingen

Treuchtlingen (do). In der Senefelder-Schule in Treuchtlingen kann ab sofort kein Unterricht mehr stattfinden. Die Nutzung des Altgebäudes musste gestern aufgrund schwerwiegender Mängel beim Brandschutz eingestellt werden. Rund 1200 Schülerinnen und Schüler sind davon betroffen. Eine Notbetreuung ist gewährleistet. Schulleitung und Verwaltung werden – bis neue Räume gefunden werden – unter dem Schutz der Treuchtlinger Wehr im Gebäude bleiben.

Die Schließung bedeutet für alle Beteiligten eine große Herausforderung. „Es gibt aber keine Alternative“, machte Landrat Manuel Westphal beim Pressegespräch deutlich. Nachdem er tags zuvor über Mängel informierte wurde, hatte er umgehend eine gemeinsame Begehung veranlasst und eine Krisensitzung einberufen. Dabei wurde von der Kreisbrandinspektion festgestellt, dass der Brandschutzanstrich am Stahlwerk seine Wirkung verloren hat. Dies würde bedeuten, dass im Falle eines Brandes die Bauträger nicht mehr halten würden und der Stahlskelettbau in sich zusammenbrechen könnte. Zudem wurden weitere Mängel in der Leitungsführung festgestellt. An 30 Stellen wurden die Decken geöffnet und dabei festgestellt, dass einige Rauchabschlüsse nicht funktionieren. Auch die Brandabschottung erwies sich in vielen Bereichen nicht mehr als ordnungemäß, was bedeuten würde, dass das Gebäude bei einem Brand komplett verrauchen könnte, so Kreisbaumeister im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen, Markus Gläser. Bei einem Brand wäre es deshalb zu gefährlich, die Einsatzkräfte ins Gebäude zu lassen. Ihre Sicherheit sei nicht mehr gewährleistet, ergänzt Kreisbrandmeister Matthias Endres.

Der Beschluss des Landratsamtes kam für alle überraschend. Zudem muss jetzt noch geklärt werden, wer bereits vor Jahren ein Brandschutzgutachten in Auftrag gegeben hat und in welcher Schublade dies landete. Denn erst jetzt sind dem Landratsamt ältere Unterlagen übergeben worden, die bereits auf Brandschutzmängel hinweisen. „Wir werden der Sache nachgehen“, versprach Landrat Manuel Westphal.

„Die Situation ist nicht einfach, die Vorlaufzeit sehr knapp“. Ziel sei es aber, so schnell wie möglich in den Präsenzunterricht zurückzukehren und die hohe Qualität des Unterrichts aufrecht zu erhalten, versicherte Schulleiter Stefan Reutner. Wichtig sei es nun, dass die Abschlussklassen den Präsenzunterricht aufnehmen können. Nach den Herbstferien sollen bereits die Abschlussklassen aller Schulzweige im Fachtrakt der Schule in den Präsenzunterricht zurückkehren. Insgesamt brauche es kreative Lösungen und die Sicherheit sei oberstes Gebot. Mit Treuchtlingens Bürgermeisterin Dr. Dr. Kristina Becker sei man bereits im Gespräch, um in der Nähe der Schule Ausweichquartiere zu finden. Auch über Containerlösungen werde bereits nachgedacht, um die rund zwei Jahre, bis der Bauabschnitt III – der Bau mit den Klassenzimmern – fertiggestellt ist, zu überbrücken.

Die 1.200 Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule seien bereits gestern über ein schulinternes Kommunikationssystem über die Schulschließung informiert worden, so Schulleiter Stefan Reutner. Es wurde eine Notbetreuung im neu gebauten Fachtrakt der Schule eingerichtet. Spätestens ab kommenden Montag sollen die Schülerinnen und Schüler von Mittel- und Realschule sowie des Gymnasiums im Distanzunterricht beschult werden. Wichtige Informationen werden über den Schulmanager weitergegeben.

Foto: Brigitte Dorr

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