Anteil der unbesetzten Ausbildungsstellen auf niedrigstem Wert seit zehn Jahren

(red). „Gemeinsam mit Partner*innen in Schulen und Unternehmen konnte unsere Berufsberatung mehr Bewerberinnen und Bewerber als in den zurückliegenden drei Jahren akquirieren. Dadurch ist es gelungen, dass der Anteil der unbesetzten Ausbildungsstellen den niedrigsten Wert seit zehn Jahren erreicht hat“, freut sich Claudia Wolfinger, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Ansbach-Weißenburg. „Gleichwohl bleibt der Ausbildungsmarkt ein „Bewerbermarkt“. Das heißt, Jugendliche haben sehr gute Chancen, eine Ausbildungsstelle zu finden, zumal es auch heuer wie in den Vorjahren deutlich mehr Ausbildungsstellen als Bewerber*innen gibt“, erläutert Claudia Wolfinger.

So waren mit 4.517 Ausbildungsstellen 251 beziehungsweise 5,9 Prozent mehr gemeldet als zum Ende des vorigen Berichtsjahrs. Gleichzeitig hat die Zahl der Bewerber*innen mit 2.981 um 196 beziehungsweise 7,0 Prozent zugenommen. Im Vergleich zu 2021 sind es 183 beziehungsweise 6,5 Prozent mehr Bewerber*innen, obwohl die Zahl der Schulabgänger*innen insgesamt rückläufig ist. Rechnerisch standen heuer jedem/jeder Bewerber*in rund 1,5 Ausbildungsstellen zur Verfügung was in etwa dem Bewerber-Stellen-Verhältnis des Vorjahres entspricht.

Zahl der unbesetzten Ausbildungsstellen nimmt um über ein Drittel ab
Von 4.517 gemeldeten Ausbildungsstellen waren Ende September 464 Stellen beziehungsweise 10,3 Prozent unbesetzt. Das sind 235 unbesetzte Ausbildungsstellen beziehungsweise 33,6 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Im verarbeitenden Gewerbe waren von den 1.515 gemeldeten Ausbildungsstellen
Ende September noch 140 beziehungsweise 9,2 Prozent unbesetzt. Im Handel waren von 1.049 Stellen noch 105 beziehungsweise 10,0 Prozent unbesetzt. Das Baugewerbe hat 580 Stellen gemeldet, von denen noch 64 beziehungsweise 11,0 Prozent unbesetzt waren. Aus dem Bereich Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen wie zum Beispiel Rechts- und Steuerberatung oder Verwaltung und Führung von Unternehmen waren 65 der 370 Ausbildungsstellen unbesetzt (17,6 Prozent). Das Gesundheits- und Sozialwesen hat 249 Stellen angeboten, von denen bislang 21 beziehungsweise 8,4 Prozent nicht besetzt werden konnten. Im Gastgewerbe waren von 167 Ausbildungsstellen noch 28 frei beziehungsweise 16,8 Prozent.

Mehr Bewerber*innen beginnen Berufsausbildung
Die meisten gemeldeten Bewerber*innen, 1.912 beziehungsweise 64,1 Prozent, haben eine Berufsausbildung begonnen. Das ist ein Plus von 180 Bewerber*innen beziehungsweise 10,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Eine weitere Schule, ein Studium oder ein Praktikum absolvieren 468 Bewerber*innen beziehungsweise 15,7 Prozent. 146 Bewerber*innen beziehungsweise 4,9 Prozent gehen mittlerweile einer Erwerbstätigkeit nach, 64 oder 2,1 Prozent benötigen noch eine Fördermaßnahme, die sie auf eine Ausbildung vorbereitet. 33 Bewerber*innen beziehungsweise 1,1 Prozent leisten einen gemeinnützigen oder sozialen Dienst wie zum Beispiel Bundesfreiwilligendienst. „Es ist erfreulich, dass mehr junge Menschen als vergangenes Jahr eine Berufsausbildung begonnen haben. Eine Ausbildung ist ein sehr guter Einstieg ins Erwerbsleben und legt die Basis für gute Karrierechancen. Sie bietet jungen Menschen die Möglichkeit, wertvolle praktische Berufserfahrung zu sammeln, erste Verantwortung zu übernehmen und sich stark nachgefragte Fachkenntnisse anzueignen“, ist Claudia Wolfinger überzeugt.

Flexibilität ist gefragt: Vermittlung in Ausbildung ist auch jetzt noch möglich
Zum Berichtsjahresende waren mit 28 Bewerber*innen weniger als ein Prozent der Ausbildungssuchenden unversorgt. Im letzten Jahr waren zum Ausbildungsstart 16 Jugendliche noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz oder einer Alternative. „Für junge Menschen, die bis jetzt noch keinen Ausbildungsplatz haben, bieten sich immer noch viele Möglichkeiten. Rein rechnerisch stehen jedem unversorgten Jugendlichen noch fast 17 unbesetzte Ausbildungsstellen zur Verfügung. Dafür ist Flexibilität auf Seiten der Jugendlichen nötig, auch über alternative Ausbildungsberufe nachzudenken. Aber auch Betriebe sollten schwächeren Bewerber*innen eine Chance geben. Hier können wir mit einer Förderung zum Beispiel im Rahmen der Assistierten Ausbildung unterstützen. Gerne helfen unsere Berufsberatung und unser Arbeitgeberservice, den „Suchradius“ auf beiden Seiten zu vergrößern“, empfiehlt Claudia Wolfinger.

Ausbildungssituation in der Stadt und den Landkreisen

Stadt Ansbach
In der Stadt Ansbach gab es 343 Bewerber*innen für 571 Ausbildungsstellen. Das entspricht 1,7 Ausbildungsstellen pro Bewerber*in. 33 Ausbildungsstellen beziehungsweise 5,8 Prozent waren Ende September noch unbesetzt. Das sind 35 beziehungsweise 51,5 Prozent unbesetzte Ausbildungsstellen weniger als letztes Jahr. Im Handel waren von 135 Ausbildungsstellen zum Stichtag noch 16 unbesetzt, was 11,9 Prozent entspricht. Im verarbeitenden Gewerbe waren von den 134 Ausbildungsstellen nahezu alle besetzt ebenso wie von den 43 Ausbildungsstellen im Gesundheits- und Sozialwesen. Aus dem Bereich Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen wie zum Beispiel Rechts- und Steuerberatung oder Verwaltung und Führung von Unternehmen waren sieben der 93 angebotenen Ausbildungsstellen unbesetzt (7,5 Prozent). Im Bereich Öffentliche Verwaltung konnten alle der 53 Ausbildungsstellen besetzt werden.

Sechs Bewerber*innen waren noch unversorgt, 184 Bewerber*innen beziehungsweise 53,6 Prozent haben eine Berufsausbildung begonnen. 66 Bewerber*innen oder 19,2 Prozent absolvieren eine weitere Schule, ein Studium oder ein Praktikum. Eine Erwerbstätigkeit haben 15 Bewerber*innen beziehungsweise 4,4 Prozent aufgenommen. Fünf Bewerber*innen beziehungsweise 1,5 Prozent benötigen noch eine Fördermaßnahme, die sie auf eine Ausbildung vorbereitet.

Landkreis Ansbach
Im Landkreis Ansbach gab es 1.153 Bewerber*innen für 1.581 Ausbildungsstellen. Das entspricht rund 1,4 Stellen pro Bewerber*in. 235 Ausbildungsstellen (14,9 Prozent) waren Ende September noch unbesetzt. Das sind fünf beziehungsweise 2,1 Prozent unbesetzte Ausbildungsstellen weniger als letztes Jahr.
Im verarbeitenden Gewerbe waren von den 627 gemeldeten Ausbildungsstellen Ende September noch 78 beziehungsweise 12,4 Prozent unbesetzt. Im Handel waren von 299 Stellen noch 38 beziehungsweise 12,7 Prozent unbesetzt. Das Baugewerbe hat 263 Stellen gemeldet, von denen noch 34 beziehungsweise 12,9 Prozent unbesetzt waren. Aus dem Bereich Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen wie zum Beispiel Rechts- und Steuerberatung oder Verwaltung und Führung von Unternehmen waren 30 der 128 Ausbildungsstellen unbesetzt (23,4 Prozent). Das Gesundheits- und Sozialwesen hat 73 Stellen angeboten, von denen bislang 11 beziehungsweise 15,1 Prozent nicht besetzt werden konnten.
Zwölf Bewerber*innen waren noch unversorgt, 750 Bewerber*innen beziehungsweise 65,0 Prozent haben eine Berufsausbildung begonnen. 195 Bewerber*innen oder 16,9 Prozent absolvieren eine weitere Schule, ein Studium oder ein Praktikum. Eine Erwerbstätigkeit haben 57 Bewerber*innen beziehungsweise 4,9 Prozent aufgenommen. 14 Bewerber*innen beziehungsweise 1,2 Prozent benötigen noch eine Fördermaßnahme, die sie auf eine Ausbildung vorbereitet. 14 Bewerber*innen beziehungsweise 1,2 Prozent leisten einen gemeinnützigen oder sozialen Dienst wie zum Beispiel Bundesfreiwilligendienst.

Landkreis Roth
Im Landkreis Roth gab es 762 Bewerber*innen für 1.396 Ausbildungsstellen. Das entspricht 1,8 Ausbildungsstellen pro Bewerber*in. 130 Ausbildungsstellen beziehungsweise 9,3 Prozent waren Ende September noch unbesetzt. Das sind 126 beziehungsweise 49,2 Prozent unbesetzte Ausbildungsstellen weniger als letztes Jahr. Im verarbeitenden Gewerbe waren von den 438 gemeldeten Ausbildungsstellen Ende September noch 41 beziehungsweise 9,4 Prozent unbesetzt. Im Handel waren von 387 Stellen noch 47 beziehungsweise 12,1 Prozent unbesetzt. Das Baugewerbe hat 193 Stellen gemeldet, von denen noch 17 beziehungsweise 8,8 Prozent unbesetzt waren. Das Gesundheits- und Sozialwesen hat 72 Stellen angeboten, von denen bislang fünf beziehungsweise 6,9 Prozent nicht besetzt werden konnten. Aus dem Bereich Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen wie zum Beispiel Rechts- und Steuerberatung oder Verwaltung und Führung von Unternehmen waren sechs der 66 Ausbildungsstellen unbesetzt (9,1 Prozent).
Nur noch drei Bewerber*innen waren unversorgt, 501 Bewerber*innen beziehungsweise 65,7 Prozent haben eine Berufsausbildung begonnen. 103 Bewerber*innen oder 13,5 Prozent absolvieren eine weitere Schule, ein Studium oder ein Praktikum. Eine Erwerbstätigkeit haben 35 Bewerber*innen beziehungsweise 4,6 Prozent aufgenommen. 17 Bewerber*innen beziehungsweise 2,2 Prozent benötigen noch eine Fördermaßnahme, die sie auf eine Ausbildung vorbereitet. Zwölf Bewerber*innen beziehungsweise 1,6 Prozent leisten einen gemeinnützigen oder sozialen Dienst wie zum Beispiel Bundesfreiwilligendienst.

Foto: Brigitte Dorr

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