Der Hildegard-von-Bingen-Garten – eine heilsame Oase

RÖTTENBACH/MÜHLSTETTEN (red).  Mit Naturbegeisterung und unermüdlichem, monatelangem Werkeln haben Uta-Verena und Anton Schmidpeter – unterstützt von Helfern – das „wüste Areal“ hinter der St. Marienkirche in einen schmucken „Hildegard-Garten“ gezaubert und kreieren immer wieder weitere Pflanzenarrangements in „ihrem Paradies“. Parallel dazu haben sie das Buch „Engel schickt der liebe Gott“ verfasst, das in Bildern, Texten Erklärungen und Naturfotos die „seelischen Heilkräfte“, genannt „Tugendengel“, des „Gartens von Hildegard von Bingen“ erschließt.

Längst hat sich dieses an lauschig schattigen Flecken, grünender und blühender Flora so reichen Gartens – bestückt mit besinnlichen Tafeltexten- als „erholsame Oase“ herumgesprochen, kehren hier doch immer wieder Passanten spontan für Minuten wohltuender Ruhe ein.

Dieser Tage erlebte eine große Radfahrergruppe aus dem Landkreis den Hildegard-Garten auf besondere Weise: Nach weiter, körperlich trainierender Anfahrt per Rad tauchten die Frauen und Männer zur „geistigen und psychischen Stärkung“ auf fünf von den Schmidpeters angebotenen, mit Bäumen und Sträuchern idyllisch eingefassten Stationen in die „Welt Hildegard von Bingens“ ein.

Auf Station 1 scharten sich die Ausflügler um „Hildegard-Heilpraktikerin“ Nicole Mitsch aus Langlau, die von Wermutwein zur Blutreinigung, Petersilienwein zur Herzstärkung, Galgant für den Kreislauf und Dinkelkeksen sowie verschiedenen Gewürzen zur Nervenberuhigung kosten ließ. Mit einem Gebet machte sie auf die „Heilkraft Amor caelestis (himmlische Liebe)“ aufmerksam.

Anni Merlein und Angelika Schmidt führten in die „Geschichte des Herzlabyrinths“ ein und stellten mit einem kleinen Fußballlabyrinth eine Übung für die „seelische Heilkraft Patientia (Geduld)“ vor.

„Nachempfunden unter einem Apfelbaum, dessen tief hängende Zweige die Besucher in Geborgenheit einhüllten,“ brachte in einer 3. Station Uta-Verena Schmidpeter – Autorin der Bilder, Texte und Gartengestaltung – die „Großherzigkeit und Besonderheit der Schwangerschaft“ einfühlsam nahe und bot herzförmige Dinkelplätzchen zum Naschen an.

Bei Station 4 lenkte 2. Bürgermeister und Pfarrgemeinderatsvorsitzender Anton Schmidpeter die Aufmerksamkeit auf die gesellschaftlich so wichtige Justitia (Gerechtigkeit) und teilte „Schoko-Darmputzer“ von einem Hildegardladen aus. – Die „Rose caelestis gaudium (himmlische Lebensfreude)“ stellte Pfarrgemeinderätin Rita Pflock in einer letzten Station vor. Gerne griffen ihre aufmerksamen Zuhörer bei ihrem selbstgebackenen Apfelkuchen zu.

Sichtlich dankbar ob der Erschließung dieses Reichtums der Schöpfung und gestärkt durch die erholsame Atmosphäre des Hildegardgartens schwangen sich die Gäste frohgemut zum Heimweg auf ihre Fahrräder.

Bildunterschrift: Angetan vom „Reichtum des Hildegardgartens“ bedankten sich die Gäste vor der Heimfahrt per Rad bei den Initiatoren dieser „erholsamen Oase“. Foto: Alois Osiander

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