Erhöhte Belastung in Brunnen in Gunzenhausen – Trinkwasser nicht gefährdet

Gunzenhausen (red). Im Rahmen der letzten Routineuntersuchungen wurden erhöhte Konzentrationen von LHKW (leichtflüchtige halogenierte Kohlenwasserstoffe) im Rohwasser des Brunnen IV im nördlichen Stadtgebiet von Gunzenhausen festgestellt. Der Brunnen wurde deshalb vorsorglich außer Betrieb genommen. Die Trinkwasserversorgung der Stadt war zu keiner Zeit von den Belastungen betroffen.

Aufgrund von bekannten Altlasten im nördlichen Stadtgebiet von Gunzenhausen, die bereits weitgehend saniert und gesichert sind, wurden vor vielen Jahren zur Sicherung der öffentlichen Trinkwasserbrunnen der Stadtwerke Gunzenhausen Vorfeldmessstellen errichtet und regelmäßig beprobt.

Bisher wurden in den Messstellen und den Brunnen keine erhöhten Schadstoffkonzentrationen gemessen. Im Rahmen der letzten Routineuntersuchungen stellte sich ein steigender Trend der Konzentrationen von LHKW (leichtflüchtige halogenierte Kohlenwasserstoffe) im Rohwasser der Vorfeldmessstellen sowie des Brunnen IV ein.

LHKW sind Bestandteil vieler Lösungs- und Extraktionsmittel. LHKW wurden und werden auch heute noch vorwiegend als Reinigungsstoffe in der chemischen Textilreinigung oder zur Entfettung bei der Metallverarbeitung eingesetzt. Durch frühere Leckagen, Handhabungsverluste und unsachgemäßen Umgang gelangten Schadstoffe in Boden und Grundwasser. Wenn LHKW über den Boden in das Grundwasser gelangen, können sie unterirdisch mit dem Grundwasser transportiert werden und sich so mit dem natürlichen Grundwasserstrom ausbreiten.

Die Beteiligten haben daraufhin umgehend reagiert und den Brunnen IV zunächst vorsorglich außer Betrieb genommen. Anschließend erfolgte eine gemeinsame Besprechung des Landratsamts Weißenburg-Gunzenhausen mit den Stadtwerken Gunzenhausen, dem Wasserwirtschaftsamt Ansbach sowie dem Gesundheitsamt zur Ursachenfindung des Konzentrationsanstieges bei Brunnen IV und Planung der weiteren Vorgehensweise.

Es wurden aktuelle Analyseergebnisse von Beprobungen vorgelegt, die kurz vor Außerbetriebnahme des Brunnens entnommen wurden. Die Schadstoffkonzentration bei Brunnen IV ist zu diesem Zeitpunkt gegenüber den o.g. Feststellungen wieder deutlich gesunken.

Um die Ursachen des Konzentrationsanstieges ermitteln zu können und die weitere Betriebsweise des Brunnen IV festlegen zu können sowie um zukünftig weitere Konzentrationsanstiege von Schadstoffen in Brunnen IV zu vermeiden, wurden die folgenden Maßnahmen zur Sicherstellung der Wasserversorgung der Stadt Gunzenhausen vereinbart.

Um festzustellen aus welcher Tiefe die Belastungen in den Brunnen gelangten, werden in den kommenden Wochen durch die Stadtwerke Gunzenhausen horizontierte Zuflussmessungen und Beprobungen an Brunnen IV sowie an der Vorfeldmessstelle „Notbrunnen Stephani-Schule“ durchgeführt. Der Brunnen IV wird zunächst mit einer reduzierten Leistung von etwa 15 m³/h wieder in Betrieb genommen werden. Das Rohwasser der Brunnen III und IV, der Stephani-Schule und der Vorfeldmessstellen 3 und 4 sowie das Reinwasser werden dabei wöchentlich beprobt und die Ergebnisse an das Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen sowie an das Wasserwirtschaftsamt Ansbach übermittelt.

Falls die weiteren Untersuchungen notwendige Schritte ergeben, werden die Bürgerinnen und Bürger darüber unverzüglich informiert.

Foto: Pixabay

Related Posts

Regen
Dauerregen vorhergesagt – US-Car und Harley-Treffen am Altmühlsee abgesagt.
Blutspende-Barometer zeigt nach unten – BSD appelliert Juni-Termine hoch auszulasten
Wanderfalke in Weißenburg
Weißenburger Wanderfalke verunglückt