Für zusätzliche Unterschutzstellung gibt es weder Bedarf noch Nutzen für die Natur!

(red). In Sachen Umwandlung des Gebietes „Mittlerer Hahnenkamm“ in ein Naturschutzgebiet hat sich der Landtagsabgeordnete Alfons Brandl an die bayerische Landwirtschaftsministerin und den Umweltminister gewandt und sich gegen das geplante Naturschutzgebiet ausgesprochen. Nun hat Staatsministerin Michaela Kaniber geantwortet und sie spricht sich gegen das Naturschutzgebiet aus: „Um es vorweg zu nehmen, auch ich sehe keinen Grund für den Mehrfachschutz von rund 800 Hektar überwiegend privater und kommunaler Waldflächen“.

Geplantes Naturschutzgebiet Mittlerer Hahnenkamm:

Das betroffene Gebiet am Mittleren Hahnenkamm sei ohne Zweifel von hohem naturschutzfachlichem Wert. Neben den naturnahen Kalkbuchen- und Eichenwäldern seien insbesondere die auf deutlich geringeren Flächenanteilen vorkommenden, überwiegend beweideten Offenlandpartien und -biotope (ca. 200 ha) in ihrer flächigen Ausprägung bedeutsam. Aus diesem Grund habe die Umweltverwaltung bereits vor rund 20 Jahren den Großteil der nun betroffenen Flächen als FFH-Gebiet ausgewiesen. Die Wälder im FFH-Gebiet „Trauf der südlichen Frankenalb“ seien laut dem Ergebnis der Natura 2000-Managementplanung in ausgezeichnetem Zustand. Kaniber wörtlich: „Unser Beratungsangebot an die Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer und deren finanzielle Unterstützung des Waldbaulichen Förderprogramms sowie des Vertragsnaturschutzprogramms Wald tragen erfolgreich zur Sicherung des Erreichten und zur weiteren ökologischen Aufwertung bei. Über solch motiviertes Handeln der Waldbesitzenden freue ich mich.“

Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber und Alfons Brandl, MdL lehnen neues Naturschutzgebiet ab

Weiter stellt Kaniber klar: Die durch den angestrebten Doppelschutz ausgelösten Restriktionen und Bewirtschaftungserschwernisse hingegen würden potentielle Nachahmer eher abschrecken und insgesamt der Akzeptanz gegenüber den kooperativ-partnerschaftlichen Umsetzungsmodell von Natura 2000 keinen Gefallen tun. „Für eine zusätzliche Unterschutzstellung kann ich daher weder Bedarf noch Nutzen für die Natur sehen.“

Brandl abschließend: „Die Argumente der Regierung von Mittelfranken für das Naturschutzgebiet sind nicht plausibel. Es ist kein spezieller Grund für die Ausweisung ersichtlich. Die Bevölkerung ist immer umsichtig mit dem Gebiet umgegangen, daher sind die Pläne nicht verhältnismäßig und es würden den Menschen die Freude und der Elan genommen, die für diesen bisherigen vorbildlichen Zustand erst gesorgt haben. Wir sehen daher freiwillige Kooperationen als viel effizienter an als sich mit verbindlichen Regelungen ein gutes Gefühl auf Kosten der Menschen zu verschaffen. Es macht den Eindruck, man möchte festgelegte Flächenziele erreichen, ohne auf umsetzbare Qualität zu achten. Dies aber darf nicht auf dem Rücken engagierter Bürgerinnen und Bürger ausgefochten werden.“

Foto: Pixabay

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