Lackierspezialisten im Familienbetrieb Mendl

Pleinfeld (red). Ein echtes Familienunternehmen, bei dem die Geschäftsführer noch selbst Hand anlegen und die Lackierpistole schwingen, besuchte Landrat Gerhard Wägemann bei seinem jüngsten Betriebsbesuch. Der Weg führte ins Pleinfelder Gewerbegebiet zur Lackier- & Designstudio Mendl GmbH.

Beim Betreten des Firmengebäudes riecht es nach frischem Lack und Farbe, denn das sind die Hauptkomponenten, mit denen die Mendls ihr Geld verdienen. Die Mendls, das sind Rene, Alexander und Martin, die in verschiedenen Verantwortungsbereichen als Geschäftsführer die Lackiererei leiten. Doch dass der Betrieb mehr als nur eine Lackiererei ist, zeigten die beiden Brüder Rene und Alexander dem Landrat und den Mitarbeitern der Wirtschaftsförderung während einer Betriebsführung.

Bereits 1986 wurde die Firma als Einmann-Betrieb von Vater Erich Mendl gegründet. Drei Jahre später folgte schon der Umzug in die heutige 1300m² große Halle am Ortsrand von Pleinfeld, sodass das Unternehmen viel Raum für die Weiterentwicklung zur Verfügung hatte. Die verschiedensten modernen Maschinen sollten im Laufe der Jahre das Angebotsportfolio vergrößern, sodass heute moderne und innovative Techniken angewendet werden können. Heute zählen 19 qualifizierte Mitarbeiter zum Team bei Mendl, wobei die Geschäftsführer selbst täglich in der Produktion eingebunden sind.

Neben klassischen Lackierarbeiten wie Industrie- und Fahrzeuglackierung ergänzt seit einigen Jahren die gesamte Palette der Unfallinstandsetzung das Dienstleistungsangebot. Möglich wurde dies durch die Erweiterung einer Karosserie- und Mechanikabteilung, wobei die Kfz-Werkstatt von einem Subunternehmer betrieben wird. Von der Abholung am Unfallort, der Bereitstellung eines Ersatzwagens bis hin zu einer stressfreien Abwicklung kann im Schadensfall Hilfe garantiert werden.

Ein weiteres Standbein, welches sich in den vergangenen Jahren stark entwickelt hat, ist der Bereich der Sonderlackierungen. Das Geschäft mit den speziellen Oberflächenbehandlungen läuft mittlerweile so gut, dass sich die Geschäftsführer entschlossen haben, diesen Firmenbereich abzuspalten. Entstanden ist eine zweite Firma, und zwar die Mendl Surface Technologies GmbH, die vor kurzem in Gunzenhausen eigene Räumlichkeiten bezogen hat. „Mit unserem eigenen Knowhow bedienen wir in nahezu 99 prozentiger Handarbeit viele Kleinserien, die sich für größere Firmen nicht lohnen“, erklärte Rene Mendl das Geschäftsprinzip. Die eigene Firmengröße ist dabei auch ein ausschlaggebender Punkt, denn die Firmenleitung setzt auf Qualität statt Quantität. „Für uns ist die jetzt erreichte Größe optimal, denn so können wir hohe Standards bei unseren Aufträgen garantieren“, betonte Alexander Mendl.

Neben den obligatorischen Lackierarbeiten von Oldtimer-Teilen, Modellen von Bastlern oder Ersatzteilen für Geräte aller Art mischen sich mitunter durchaus kuriose Fälle unter die Aufträge. Vor allem Künstler aus ganz Deutschland hegen zuweilen besondere Wünsche, die von den Mendls umgesetzt werden sollen. Schuld daran ist die innovative Technik, die nur wenige Anbieter im Land anbieten können. So beherrscht der Betrieb unter anderem die sogenannte Kaltmetallbeschichtung oder die Verspiegelung von Oberflächen aller Art. „Durch die spezielle Beschichtung können wir zum Beispiel einen Bronzeguss detailgetreu imitieren, sind natürlich aber deutlich günstiger als ein Original“, berichteten die Brüder stolz. Auch durch die Verspiegelung kann ein Chrom-Look nachgeahmt werden, vor allem auf Oberflächen, auf denen echtes Chrom nicht möglich wäre.

Dass das Unternehmen sich jedoch nicht auf den bisherigen Erfolg verlässt, zeigt der Vorstoß in eine weitere hochinnovative Branche, nämlich die der additiven Fertigung. Ließ die Mendl GmbH früher noch einen Kooperationspartner Bauteile per 3D-Drucker anfertigen, so erledigt das heute ein eigener engagierter Mitarbeiter an eigenen Maschinen. Diese Fakten überzeugten auch Landrat Gerhard Wägemann, dass die Firma die Weichen für die Zukunft bereits stellt. „Auch für vermeintlich kleinere Unternehmen ist es wichtig, sich an Trends anzupassen und die Digitalisierung für sich zu nutzen. Bei der Lackier- & Designstudio Mendl GmbH wird dies vorbildlich umgesetzt!“, freute sich der Landrat und wünschte zum Abschied viel Erfolg für die Zukunft.

Bildunterschrift: Landrat Gerhard Wägemann mit Martin, Rene und Alexander Mendl beim Unternehmensbesuch. Foto: Felix Oeder/Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen

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