Pfraunfeld (red). Landrat Manuel Westphal hat das Familienunternehmen „Hofkaiserei“ in Pfraunfeld besucht. Die junge Gründerin Magdalena Kaiser führte den Landrat zusammen mit ihrem Vater Michael Schneider durch den kleinen Handwerksbetrieb und gab dabei einen Einblick in regionale und nachhaltige Käseherstellung. Begleitet wurden sie dabei von der Wirtschaftsförderung der Zukunftsinitiative altmühlfranken.

Seit Pfingsten 2023 wird die Hofkaiserei als einzige Käserei im Landkreis mit Milch aus eigener Erzeugung von Magdalena Kaiser betrieben. Dafür wurde der ehemalige Kuhstall fachgerecht und kreativ umgebaut und zusätzlich mit einer großen Fensterfront versehen, ,,damit nicht nur die Zutaten, sondern auch die Herstellung transparent sind‘‘, betonte Kaiser. Denn ,,jeder kennt Käse, keiner weiß aber genau wie er gemacht wird bis auf, dass am Anfang die Kuh steht.‘‘ Transparenz und Nachhaltigkeit seien ihr deshalb besonders wichtig. Das wird in der Verwendung ehemals landwirtschaftlich genutzter Gebäude, in der Energieversorgung durch überwiegend erneuerbare Energien, im Pfandsystem für die Mehrwegverpackungen und nicht zuletzt in der hofeigenen Milch- und Käseproduktion deutlich. Neben Strom aus der eigenen PV-Anlage erfolgt die Wärmebereitstellung für die Produktionsprozesse über eine Holzhackschnitzel-Anlage. Für die Kühlung wird ein und dasselbe Wasser über eine 10.000-Liter Zisterne im geschlossenen Kreislauf immer wieder verwendet.

Magdalena Kaiser erklärte dem Landrat anschaulich das ,,Käsen‘‘ und führte durch die verschiedenen Produktionsräume – von Käserei, über Reifekeller bis hin zur Verpackungsstation. Bei der Herstellung von Käse wird dickgelegte Milch mit einer Käseharfe in Würfel geschnitten, wobei sich die Molke absetzen kann. Die Schnittgröße entscheidet darüber, welche Käsesorte hergestellt wird. Hartkäse wird beispielsweise in Weizenkorngröße geschnitten, Camembert in Walnussgröße und Frischkäse wird dagegen lediglich geschöpft. Mit Hilfe dieses Verfahrens entstehen in der Hofkaiserei so verschieden Sorten wie Schnittkäse, Camembert, Frischkäse, Quark und Fruchtquark. Verfeinert werden die unterschiedlichen Käsesorten mit regionalen Kräutern; der Fruchtquark mit Früchten und Beeren teilweise aus dem eigenen Garten. Dieser handwerklich aufwendige Prozess macht sich im Endprodukt im Vergleich zu industriell hergestelltem Käse deutlich – überzeugen kann man sich selbst vor Ort in der ehemaligen Milchkammer im Selbstbedienungsregal.

Der Verkauf über regionale Partner und an Wochenmärkten wird kontinuierlich ausgebaut. Auch wird Catering mit handwerklich belegten Käsespezialitäten angeboten.

Auch im Regionalentwicklungsprozess Altmühlfranken 2023 wurde das Ziel einer regionalen Käserei im Landkreis formuliert. Bei der Betriebsbesichtigung hob Landrat Manuel Westphal hervor: „Besonders freut mich, dass hier nicht nur Käse hergestellt wird, sondern die Produktionskette von Anfang bis Ende mitgedacht wird.‘‘ Das Beispiel von Magdalena Kaiser zeigt, dass der Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen auch für junge, innovative Existenzgründer interessant ist.

Bildunterschrift: Landrat Manuel Westphal bei der Besichtigung der modernen Käserei im ehemaligen Kuhstall mit Magdalena Kaiser, ihrem Vater Michael Schneider (l.) und Sebastian Regensburger (r.) von der Wirtschaftsförderung der Zukunftsinitiative altmühlfranken. Foto: Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen

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