(red). Die Agentur für Arbeit Ansbach-Weißenburg unterstützt auf dem Weg zum*zur Kinderpfleger*in: Für Christa Umann und Werner Simon aus dem Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen ist
ein Traum wahr geworden. Im Rahmen der Vorbereitung auf die Externenprüfung zum*zur staatlich geprüften Kinderpfleger*in haben sie 21 Monate lang ihre Chance genutzt, um beruflich einen neuen Weg einzuschlagen. Unterstützt wurden sie dabei von der Agentur für Arbeit Ansbach-Weißenburg.

Veralteter Rollenbilder zum Trotz
Neben elf weiteren Teilnehmenden konnten beide den Vorbereitungskurs beim Kolping-Bildungszentrum in Weißenburg und die Externenprüfung im Sommer diesen Jahres erfolgreich abschließen und haben schon ihre Festanstellung in der BRK-Kindertagesstätte Dschungelbande in Solnhofen (Umann) beziehungsweise in der Katholischen Kindertagesstätte St. Johannis in Heideck (Simon) begonnen. Für Umann war die Weiterbildung nicht nur ein beruflicher, sondern auch ein persönlicher Erfolg: „Ich bin stolz auf mich, dass ich nun eine abgeschlossene Ausbildung als Kinderpflegerin vorweisen kann. Trotz der tollen Dozenten, die uns das Fachwissen gut vermittelt haben, waren Eigeninitiative, Eigenarbeit und Eigenstudium nötig“, berichtet sie.

Für die Teilnehmerin war vor allem wichtig, dass ihre Familie trotz allem nicht zu kurz kommt: „Ich musste selbst erst das Lernen wieder lernen, kann aber dadurch meine Kinder beim Lernen viel besser unterstützen“. Simon fiel die Entscheidung für die Weiterbildung im sozialen Bereich zuerst weniger leicht, denn Männer in sozialen Berufen sind immer noch vielen Vorurteilen und Klischees ausgesetzt. Auf die Idee mit Kindern arbeiten zu wollen, kam er durch seine Tochter, die gelernte Erzieherin ist. Sie motivierte ihn, denn sie erkannte sein Potential und sein Talent im
Umgang mit Kindern. Nachdem er bei der Lebenshilfe Weißenburg ein Schnupperpraktikum absolvieren konnte, hatte er seine Berufung gefunden. Letztendlich ist er glücklich über seine Entscheidung, denn seine Bedenken über das Urteil seines Umfelds haben sich nicht bestätigt: „Im Gegenteil, ich habe viel Anerkennung für meinen Mut bekommen, diesen Schritt zu wagen und überhaupt nochmal in einem ganz neuen Berufsfeld anzufangen.

Für mich war es ein echter Glücksfall. Ich habe meinen Traumberuf gefunden und freue mich auf jeden Arbeitstag“. Auch die überwiegend weiblichen Kolleg*innen würden sich über die männliche Verstärkung freuen und für die Jungen in den Einrichtungen sei ein männlicher Ansprechpartner sehr wertvoll, erklärt Simon weiter.

Gefragter Beruf mit Zukunft
Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels kämpfen auch Kindertagesstätten mit zunehmendem Personalmangel bei gleichzeitig großer Nachfrage an freien Betreuungsplätzen. Der stark praxisbezogene Kurs zur Vorbereitung auf die Externenprüfung zum*zur staatlich geprüften Kinderpfleger*in bietet Chancen, Potenziale in der Region zu erkennen und Fachpersonal auszubilden. Neben dem theoretischen Unterricht verbringen die Teilnehmer*innen zusätzlich zwei bis drei Praxistage pro Woche in Kindertagesstätten. Die Weiterbildung
findet in Teilzeit statt, um Familie und Beruf besser miteinander vereinbaren zu können.

Nächster Kurs ab 10. Oktober
Am 10. Oktober startet im Kolping-Bildungszentrum Weißenburg erneut ein „Vorbereitungskurs auf die Externen Prüfung zum*zur staatlich anerkannten Kinderpfleger/in“ in Teilzeit. Die Agentur für Arbeit Ansbach-Weißenburg fördert diese berufliche Weiterbildung unter bestimmten Voraussetzungen mit einem Bildungsgutschein. Vorkenntnisse im Bereich der Kinderpflege sind nicht erforderlich.

Weiterhin startet ab dem 7. Oktober die berufsbegleitende Weiterbildung von Kinderpfleger*innen zur Fachkraft in Kindertageseinrichtungen. Auch diese Weiterbildung kann unter bestimmten Voraussetzungen mit einem Bildungsgutschein gefördert werden.

Fragen zu Ablauf und Fördermöglichkeiten der Agentur für Arbeit beantwortet Hedwig Hochreiter, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Agentur für Arbeit Ansbach-Weißenburg, Telefon (09141) 871-207, E-Mail: Ansbach-Weissenburg.BCA@arbeitsagentur.de. Ansprechpartnerin zu Inhalten und Ablauf bei Kolping ist Irene Obernöder, Telefon 09141 84888, E-Mail: info@kbz-wug.de.

Bildunterschrift: Werner Simon bei der Arbeit in seinem neuen Beruf als Kinderpfleger. Foto: Werner Simon

Related Posts

50 Jahre Olympische Spiele München –  vom Taumel zum Terror
Buß- und Bettag als Kindermitbringtag im Landratsamt
Junge Obstbäume in alten Sorten wieder verfügbar