Gunzenhausen (red). Eine neue Maßnahme zur Berufsorientierung unterstützt Jugendliche flexibel auf ihrem Weg von der Schule ins Berufsleben. Sieben Schulen im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen sind beim Leuchtturmprojekt dabei. Finanziert wird es zu gleichen Teilen von der Agentur für Arbeit Ansbach- Weißenburg und dem Schulamt vor Ort. Umsetzerin ist die Gesellschaft zur Förderung beruflicher und sozialer Integration (gfi) am Standort Westmittelfranken.

„Wenn ich in eine Klasse gehe und frage, wer Unterstützung braucht, meldet sich gut die Hälfte“, sagt Bettina Grundmann von der Gesellschaft zur Förderung beruflicher und sozialer Integration (gfi) Westmittelfranken. Sie ist externe Berufswahlbegleiterin an der Stephani- Mittelschule Gunzenhausen und koordiniert als gfi-Teamleiterin die neue Fördermaßnahme im gesamten Landkreis. Unter dem Namen Jahrgangsübergreifende Berufswahlbegleitung (JBB) bündelt das Programm unterschiedliche Unterstützungsangebote für Schüler*innen, die sich beruflich orientieren und bewerben möchten. Es wird vom Schulamt Weißenburg-Gunzenhausen für die Regierung von Mittelfranken und von der Agentur für Arbeit Ansbach-Weißenburg zu gleichen Teilen finanziert. „Mit der Jahrgangsübergreifenden Berufswahlbegleitung unterstützen wir Mittelschüler und Mittelschülerinnen intensiv auf ihrem Weg in eine Berufsausbildung und bereiten sie bestmöglich auf das Arbeitsleben vor“, erklärt Michael Scheuerlein, Teamleiter Berufsberatung vor dem Erwerbsleben bei der Agentur für Arbeit Ansbach-Weißenburg.

Erfolge zeichnen sich schon ab
Ein Team von fünf gfi-Mitarbeiter*innen ist dafür an sieben Schulen im Landkreis unterwegs. Seit 1. Oktober gibt es das neue Programm. Der Bedarf ist groß und durch Corona noch größer geworden. „Wir sind froh, dass wir diese Maßnahme zusammen mit dem Schulamt und der Agentur für Arbeit im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen starten konnten. Momentan sieht alles nach einem Erfolg aus“, ergänzt die Teamleiterin. Diesen bestätigt auch Franz-Josef Heller, Schulrat und stellvertretender fachlicher Leiter im Schulamt Weißenburg-Gunzenhausen: „Das Schulamt ist bestrebt dieses Leuchtturmprojekt auch die nächsten Jahre fortzuführen. Es hat sich jetzt schon bewährt.“

Flexiblere Begleitung kommt in Schulen gut an
Das neue JBB-Programm ist offen für alle Schüler*innen der jeweiligen Klassen und flankiert die Entwicklungen des Berufsorientierungsprozesses. „Eine erste Idee für ein Berufsziel bekommen, Praktikumsplatz finden, Bewerbungsunterlagen gegenchecken oder fertig machen, sich auf ein Vorstellungsgespräch vorbereiten – wir gehen flexibel auf den jeweiligen, manchmal sehr individuellen Bedarf ein und ziehen uns auch wieder zurück, wenn wir sehen, dass der oder die Jugendliche alleine zurechtkommt oder gar bereits einen Ausbildungsplatz hat.“ Zudem könne das Angebot nun auch an kleineren Schulen wie etwa in Heidenheim, Pleinfeld und Absberg Jugendliche auf ihrem Weg von der Schule in die Ausbildung unterstützen.

Von der Orientierungslosigkeit zum geeigneten Ausbildungsplatz
Im Rahmen der Maßnahme haben die Schüler*innen die Möglichkeit, beginnend mit der 7. Klasse im Beruflichen Fortbildungszentrum der Bayerischen Wirtschaft (bfz) in Weißenburg in verschiedene Berufsfelder hineinzuschnuppern, etwa in eine Werkstatt, in die Floristik sowie in einen sozialen oder wirtschaftlichen Bereich. Ziel ist es, eine erste Idee für ein Praktikum zu entwickeln, das in der 8. Klasse für alle bayerischen Mittelschüler*innen auf dem Stundenplan steht. Bei der Suche nach einem geeigneten Praktikumsplatz unterstützt die JBB genauso wie bei der Bewerbung dafür. In Klasse 9 greifen die JBB-Begleiter*innen den Schüler*innen bei der Bewerbung für einen Ausbildungsplatz unter die Arme. Die gfi-Mitarbeitenden haben dabei nicht nur die Bewerbungsmappen im Blick, sondern trainieren auch Bewerbungssituationen am Telefon oder im Vorstellungsgespräch vor Ort. Zudem helfen sie in Zusammenarbeit mit der Berufsberatung bei der Suche nach Alternativen, sollte es Absagen geben.

Bildunterschrift: In der Jahrgangsübergreifenden Berufswahlbegleitung stehen Einzelgespräche im Fokus. Ziel ist es, die Schüler*innen nach Bedarf individuell zu beraten. Hier berät Markus Schubert einen Schüler der 9. Klasse der Mittelschule Markt Berolzheim. Foto: Jana Schmidt

Hintergrund:
Gesellschaft zur Förderung beruflicher und sozialer Integration (gfi) gGmbH Die Gesellschaft zur Förderung beruflicher und sozialer Integration (gfi) gGmbH unterstützt Menschen bei der
Alltagsbewältigung, beim Aufbau ihrer Kompetenzen fürs Arbeitsleben sowie bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Daraus hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten ein ganzheitliches Angebot an sozialen Dienstleistungen entwickelt. Das Spektrum reicht von frühkindlicher Betreuung über Angebote für Schüler*innen bis hin zu Hilfen für Senior*innen bei der Alltagsbewältigung. Rund 2.600 Mitarbeiter*innen sind an 150 Standorten für die gfi in Bayern aktiv. Die gfi ist eine Gesellschaft der Unternehmensgruppe des Bildungswerks der Bayerischen Wirtschaft e. V. (bbw.de). www.die-gfi.de

Die Unternehmensgruppe des Bildungswerks der Bayerischen Wirtschaft (bbw)
Die bbw-Gruppe umfasst ein umfangreiches Netzwerk an Bildungs- und Beratungsunternehmen sowie Sozial- und Personaldienstleistern. Das gemeinsame Ziel: Menschen dabei helfen, Beschäftigungsfähigkeit zu erwerben, zu erhalten, z verbessern oder wieder zu gewinnen. Dazu wurde eine Bildungskette geschaffen, die von der frühkindlichen Betreuung über Aus- und Weiterbildung bis hin zur Hochschule der Bayerischen Wirtschaft reicht. Hinzu kommen flankierende Dienstleistungen wie Zeitarbeit und eine Transfergesellschaft. Die Unternehmensgruppe existiert seit mehr als 50 Jahren. In 17 Gesellschaften sind knapp 10.000 Mitarbeiter*innen tätig – schwerpunktmäßig in Bayern, aber auch deutschlandweit sowie international an 495 Standorten. www.bbw.de

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