Altmühlfranken (red). Der Pflegekinderdienst des Landratsamtes hat bisher jährlich zu einer öffentlichen Informationsveranstaltung eingeladen unter dem Motto: „Pflegeeltern werden ist nicht schwer“. In diesem Jahr kann die Veranstaltung aufgrund der aktuellen Corona-Pandemie leider nicht stattfinden. Dennoch sucht das Amt für Jugend und Familie dringend Pflegeeltern.

Wenn die Corona-Krise nicht dazwischengekommen wäre, würden die Mitarbeiter des Pflegekinderdienstes in einer zwanglosen Informationsveranstaltung Aufgaben von Pflegeeltern vorstellen und die verschiedenen Pflegeformen, sowie den Bewerbungsprozess für interessierte Pflegeeltern präsentieren. „Im letzten Jahr berichtete eine Pflegemutter aus ihren eigenen Erfahrungen als Pflegemutter, von der Absendung der Bewerbungsunterlagen über die Herausforderung der Eignungsprüfung bis hin zum Anruf des Jugendamtes mit der Anfrage, ein Pflegekind aufzunehmen“, so Anne Wiese, Sozialpädagogin im Pflegekinderdienst.

Derzeit betreut das Team ca. 70 Pflegefamilien mit über 90 Pflegekindern im Alter von 0 bis 21 Jahren. Allein im vergangenen Jahr sind acht Kinder in die Obhut von sechs Pflegefamilien gegeben worden. Darunter auch die beiden Geschwister, für die das Jugendamt nach dem Tod des Vaters öffentlich Pflegeeltern gesucht und gefunden hatte. „Die Mädchen haben im Landkreis ein richtig tolles neues Zuhause gefunden“, sagt Jugendamtsleiter Stefan Lahner, der vor eineinhalb Jahren die Aktion ins Leben gerufen hatte und von einer Welle der Hilfsbereitschaft aus ganz Deutschland überrollt wurde.

Aus welchen Gründen wird ein Kind fremd untergebracht?

Oftmals betrifft es Eltern, die aus unterschiedlichen Gründen dauerhaft oder vorrübergehend nicht in der Lage sind, ihr Kind zu betreuen und zu versorgen und sich hilfesuchend an das Amt für Jugend und Familie wenden. Sofern die mangelnde Betreuung zu einer akuten Kindeswohlgefährdung, massiven Vernachlässigung oder Misshandlung führt, müssen die Kinder in fremde Obhut genommen werden. „Gerade in solchen traumatisierenden Situationen benötigen Kinder verlässliche und einfühlsame Bezugspersonen, die liebevoll auf ihre Bedürfnisse und Ängste eingehen können. Sie brauchen einen geschützten und strukturierten Rahmen, damit für sie eine gesunde Entwicklung gewährleistet ist“, weiß Anne Wiese.

Wer kann Pflegeeltern werden?

Bewerben können sich grundsätzlich Paare, die verheiratet sind oder in einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft leben, auch gleichgeschlechtliche Paare, sowie erwachsene Einzelpersonen.

Sie sollten Freude am Zusammenleben mit Kindern haben und in stabilen, gesicherten familiären und finanziellen Verhältnis leben, sowie über ausreichend Wohnraum verfügen. Wissen muss man, dass Pflegekinder grundsätzlich zwei Familien haben. Denn neben ihren Pflegeeltern haben die Kinder grundsätzlich weiter regelmäßige Umgangskontakte zu ihren leiblichen Eltern.

Um sich dieser verantwortungsvollen Aufgabe zu stellen, sollten Pflegeeltern offen und tolerant sein, Humor und eine positive Lebenseinstellung mitbringen. Wer Kindern gerne eine Chance auf ein neues Familienleben geben möchte und sich vorstellen kann, Pflegeeltern zu werden, kann sich in einem unverbindlichen Informationsgespräch jederzeit gerne an die Mitarbeiterinnen des Pflegekinderdienstes telefonisch unter 09141 902460 oder per E-Mail an jugendamt.LRA@landkreis-wug.de wenden.

Bildunterschrift: Pflegeeltern helfen Kindern dabei, eine glückliche Kindheit zu erleben. Foto: pixabay

 

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