Stellungnahme des SPD-Kreisverbandes und der SPD-Kreistagsfraktion zur Tagesordnung der kommenden Umweltausschusssitzung des Kreises.

(red). Wie die lokale Tagespresse bereits berichtete, beinhaltet die Tagesordnung für den Umweltausschuss des Kreises am kommenden Montag neben der Abstimmung über die Zukunft des Naturschutzgroßprojektes „chance.natur – Lebensraum Altmühltal“ auch die Abstimmung über einen Prüfauftrag für ein landkreiseigenes Alternativprojekt. Dieses soll nach dem Willen des Landrats im Fall des Scheiterns von „chance.natur“ vom Kreistag ins Werk gesetzt werden. Aus Sicht der Sozialdemokraten erfolgt eine solche Abstimmung zur Unzeit und lässt erneut befürchten, dass man im Landratsamt nicht mehr mit der Umsetzung des Naturschutzgroßprojekts und der Zusammenarbeit mit dem Landkreis Ansbach rechnet.

SPD-Kreisvorsitzender Harald Dösel und SPD-Fraktionschef im Kreistag Mathias Hertlein finden das äußerst bedauerlich und schreiben in ihrer jüngsten Pressemitteilung: „Ein Scheitern von ‚chance.natur‘ würde das Vorhaben auch im Landkreis Ansbach gefährden. Wir rechnen mit drastischen finanziellen Folgen für den Natur- und Artenschutz in der gesamten Region, da im Fall des Scheiterns die Bundesmittel von rund 10 Mio. Euro nicht mehr zur Verfügung stünden.“

Die Möglichkeit, für ein Alternativprojekt im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen nennenswerte Mittel, etwa von Seiten des Freistaats Bayern, zu erhalten, beurteilen die beiden SPD-Politiker sehr zurückhaltend: „Bisher vernehmen wir lediglich, dass der Landrat auf Umweltminister Glauber in der Sache zugegangen ist. Wir können uns nicht vorstellen, dass dieser auf die Schnelle die knapp vier Mio. Euro zur Verfügung stellt, die für das Projektgebiet von ‚chance.natur‘ in unserem Landkreis vorgesehen wären.“

Die beiden Sozialdemokraten weisen auch darauf hin, dass die ungewisse Zukunft des Bundesprojekts vor allem auch negative Auswirkungen auf die Landwirtschaft habe. Denn für Landwirte in beiden Landkreisen, die sich an dem Projekt beteiligen wollten, würde nun plötzlich schlicht jedwede Planungssicherheit verloren gehen. Bei einem Ausstieg des Kreises Weißenburg-Gunzenhausen wäre allenfalls noch zu hoffen, dass es dem Landkreis Ansbach gelingt, das Bundesprojekt alleine weiterzuführen. Dies sei allerdings keineswegs sicher.

Im letzteren Falle stelle sich trotzdem die Frage, weshalb für einen ökologisch zusammenhängenden Raum mit dem vom Landrat vorgeschlagenen Alternativprojekt dann zwei unterschiedliche Projektstrukturen mit einem gegebenenfalls höheren Personalbedarf eingesetzt werden sollen. „Das dürfte den Steuerzahlern kaum vermittelbar sein. Vor allem, weil ja schon im Rahmen der ersten Projektphase von ‚chance.natur‘ sehr viel Vorarbeit geleistet wurde und man in unserem Landkreis praktisch wieder von vorne beginnen müsste“, geben die beiden Sozialdemokraten zu bedenken.

Foto: Pixabay

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