Zukunft der Landwirtschaft – Fritz Gronauer-Weddige referiert in Triesdorf

Triesdorf (red). „Keiner weiß, was hinter der nächsten Kurve des Lebens kommt“. Mit diesem Bild führte Pfarrer Wolfgang Simon von der Campusseelsorge Triesdorf mit einer Andacht in den Diskussionsabend „Zukunft der Landwirtschaft“ ein. Fritz Gronauer-Weddige, Leiter der HLS und Technikerschule Triesdorf, stellte auf Einladung des Agrarsozialen Arbeitskreises, der Evangelischen Fachstelle für Ländliche Räume, der Campusseelsorge Triesdorf und der Katholischen Hochschulgemeinde Triesdorf seine fachliche Einschätzung der Zukunft der Landwirtschaft vor.

Gronauer-Weddige zeigte auf, dass die heimische Landwirtschaft unter starkem Druck steht. Viele Wettbewerber im Weltmarkt arbeiten mit komplett anderen Strukturen und auch gesetzlichen
Rahmenbedingungen. Beispielsweise würden in China Stallhochhäuser für zehntausende von Schweinen gebaut und eine kostengünstige Erzeugung ermöglichen. In Deutschland gehören hohe Kosten für Neubauten und eine extreme Arbeitsbelastung zum Alltag vieler Familien und stellen die Zukunftsfähigkeit in Frage. Ein ständiges Risiko für die Landwirtschaft sind die durch den Klimawandel verursachten Wetterextreme. Risikovorsorge und Liquiditätsplanung bekommen einen höheren Stellenwert auch auf Grund der zunehmenden Volatilität der Märkte. Gronauer-Weddige stellte fest: „Wir haben zu wenig den Mut, etwas Neues auszuprobieren, und umkehren heißt nicht scheitern“. Landwirte könnten auf der Suche nach Einkommensalternativen
erst einmal klein einsteigen und mit geringem Risiko etwas Neues ausprobieren. Ein Beispiel dafür sei ein junger Landwirt, der in den Anbau von heimischen Wassermelonen eingestiegen sei. In den klassischen Bereichen können sich nur die Fähigsten entwickeln, das sind nicht zwingend nur die Größten.

Eine große Chance liegt in den regenerativen Energien, die auch einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Es gelte jedoch, die Wertschöpfung in der Landwirtschaft und den Kommunen zu halten und nicht an Investoren abfließen zu lassen. Dazu braucht es zeitliche Freiräume in den Betrieben, um Netzwerke und Investitionen zu gestalten.

Foto: Evang. Bildungszentrum Hesselberg

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