(red). „Die Abnahme der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr ist in erster Linie darauf zurückzuführen, dass viele Geflüchtete aus der Ukraine, die seit einem Jahr von den Jobcentern betreut werden einen Integrationskurs absolvieren. Während dieser Zeit gelten sie nicht als arbeitslos. Einige haben auch schon eine Arbeit gefunden. Gleichzeitig hat die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen, die von der Agentur für Arbeit betreut werden im Vorjahresvergleich zugenommen. Dies ist eine Folge der schwieriger werdenden wirtschaftlichen Gesamtsituation“, erläutert Wolfgang Langer, stellvertretender Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Ansbach-Weißenburg.

„Unbeschadet dessen ist der Bestand an offenen Stellen weiterhin sehr hoch. Infolgedessen bieten sich für Arbeitnehmer*innen aktuell gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt, wenn sie über eine entsprechende Qualifikation verfügen. Dementsprechend unterstützt die Agentur für Arbeit arbeitslose Menschen bei der Weiterbildung ebenso wie Beschäftigte“, erklärt Langer. Bei Agentur für Arbeit mehr, bei Jobcentern weniger arbeitslos gemeldet als im Vorjahr Von den insgesamt 6.929 arbeitslos gemeldeten Menschen werden 3.398 und damit 49,0 Prozent von der Agentur für Arbeit betreut, nahezu genauso viele wie im Vormonat. Im Vergleich zum Juni 2022 ist die Zahl der Personen, die bei der Agentur für Arbeit arbeitslos gemeldet sind um 129 beziehungsweise 3,9 Prozent gestiegen. Bei den Jobcentern sind derzeit 3.531 Personen arbeitslos gemeldet. Das sind 62 mehr als im Vormonat. Zum Vorjahr errechnet sich eine Abnahme um 508 Personen beziehungsweise 12,6 Prozent. Unter den aktuell bei den Jobcentern arbeitslos gemeldeten Menschen haben 713 die Ukrainische Staatsangehörigkeit.

„Seit einem Jahr begleiten die Jobcenter die ukrainischen Geflüchteten, mit dem Ziel sie in eine Beschäftigung, Ausbildung oder Qualifizierung zu vermitteln, die ihren Kompetenzen und ihrer Qualifikation entspricht. Dafür sind gute Deutschkenntnisse von großer Bedeutung. Gerade in qualifizierten Tätigkeiten ist daher nach einem Integrationskurs häufig noch eine berufsbezogene Sprachförderung erforderlich. Gleichzeitig bringen ukrainische Geflüchtete gute Voraussetzungen mit, um erfolgreich auf dem deutschen Arbeitsmarkt anzukommen und nachhaltige Beschäftigungen zu finden. Sie verfügen zu mehr als 70 Prozent über ukrainische Berufsabschlüsse und Berufserfahrung und sind relativ jung“, führt Wolfgang Langer aus.

Bestand offener Stellen nimmt ab, aber bleibt über Vorkrisenniveau
Die Arbeitgeber*innen meldeten dem Arbeitgeber-Service von Arbeitsagentur und Jobcentern 1.035 neue Stellen im Laufe des Monats. Im Vormonatsvergleich sind das 48 mehr. Der Vergleich mit Juni 2022 ergibt 98 neu gemeldete Stellen weniger. Der Bestand an offenen Stellen ist mit 6.299 um 294 niedriger als im Juni 2022 aber immer noch deutlich höher als jeweils im Juni der Jahre 2019 (5.063) und 2018 (5.232), vor der Coronakrise. Der größte Anteil an freien Stellen kommt mit 1.249 aus dem verarbeitenden Gewerbe. Danach folgt die Arbeitnehmerüberlassung mit 1.086 offenen Arbeitsstellen. Im Gesundheits- und Sozialwesen sind 785 und im Baugewerbe sind 635 Stellen zu besetzen. Der Groß- und Einzelhandel meldet 536 Arbeitsplätze und das Gastgewerbe 322. Ein Plus gegenüber dem Juni 2022 gibt es im Gesundheits- und Sozialwesen mit 2,5 Prozent mehr freien Arbeitsstellen im Bestand.

Mehr Ausbildungsstellen besetzt als vor einem Jahr
Im Juni sind 4.289 Ausbildungsstellen gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einer Zunahme um 8,1 Prozent. Davon sind 2.264 also etwa 53 Prozent noch unbesetzt. Im Jahr zuvor waren es zu diesem Zeitpunkt etwa 54 Prozent. Auf der anderen Seite sind im Juni 2.734 Bewerber*innen bei der Berufsberatung gemeldete. Das sind 154 beziehungsweise 6,0 Prozent mehr als vor einem Jahr. 869 Bewerber*innen und damit rund 32 Prozent sind noch unversorgt, also noch ohne Ausbildungsplatz. Vor einem Jahr waren es zu diesem Zeitpunkt rund 34 Prozent. „Auch wenn sich dieses Jahr mehr junge Menschen für eine Berufsausbildung interessieren als letztes Jahr, übersteigt die Zahl der Ausbildungsstellen weiterhin die der Bewerber*innen deutlich. Zugleich eröffnet dies Jugendlichen hervorragende Chancen. Eine Ausbildung ist ein guter Start ins Berufsleben, denn sie bietet interessante Perspektiven und hervorragende Karrieremöglichkeiten. Wer dieses Jahr die Schule abschließt und noch keinen Ausbildungsplatz oder Fragen zu einer Berufsausbildung hat, sollte sich jetzt an unsere Berufsberatung wenden“, erklärt Wolfgang Langer.

Der Arbeitsmarkt im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen
Die Arbeitslosenquote im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen liegt bei 3,3 Prozent (Vormonat: 3,3 Prozent, Vorjahr: 3,4 Prozent). Die Zahl der arbeitslos gemeldeten Personen ist im Vergleich zum Vormonat exakt gleichgeblieben und liegt bei 1.780, was einem Minus von 52 Personen im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Die Arbeitgeber*innen des Landkreises Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen meldeten
dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service von Arbeitsagentur und Jobcenter im Juni 168 neue Stellen, das sind 16 weniger als vor einem Monat und 18 weniger als vor einem Jahr. Insgesamt sind 1.297 freie Stellen im Bestand (Vormonat: +8; Vorjahr: -21). Bei der Agentur für Arbeit sind 744 Personen arbeitslos gemeldet, das sind im Vormonatsvergleich 23 Personen weniger. Beim Jobcenter sind mit 1.036 Personen 23 mehr arbeitslos gemeldet als im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Arbeitslosigkeit im Bereich der Agentur für Arbeit um 12 Personen, im Bereich des Jobcenters nahm sie um 64 Personen ab.

Der Arbeitsmarkt in der Stadt Ansbach
Die Arbeitslosenquote in der Stadt Ansbach liegt bei 4,5 Prozent (Vormonat: 4,3 Prozent und Juni 2022: 3,9 Prozent). Die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen ist im Vergleich zum Mai um 43 gestiegen und liegt jetzt bei 1.081 Personen. Im Vorjahresvergleich nahm sie um 160 zu. Die Arbeitgeber*innen meldeten dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service von Arbeitsagentur und Jobcenter im Juni 199 neue Stellen, das sind drei mehr als vor einem Monat und sieben mehr als vor einem Jahr. Insgesamt sind aus dem Stadtgebiet Ansbach 826 freie Stellen im Bestand (Vormonat: +5; Vorjahr: +97).

Bei der Agentur für Arbeit sind 429 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 20 mehr als vor einem Monat. Beim Jobcenter sind mit 652 Personen 23 Menschen mehr arbeitslos gemeldet als vor einem Monat. Im Vergleich zum Vorjahr nahm die Arbeitslosigkeit im Bereich der Agentur für Arbeit um 61 Personen zu, im Bereich des Jobcenters stieg sie um 99 Personen.

Der Arbeitsmarkt im Landkreis Ansbach
Die Arbeitslosenquote im Landkreis Ansbach liegt bei 2,3 Prozent (Vormonat: 2,3 Prozent und Juni 2022: 2,7 Prozent). Die Zahl der arbeitslos gemeldeten Personen nahm im Vergleich zum Mai um 25 zu und liegt jetzt bei 2.563. Im Vorjahresvergleich nahm sie um 287
ab. Die Arbeitgeber*innen des Landkreises Ansbach meldeten dem Arbeitgeber-Service im Juni mit 373 neuen Stellen nahezu genauso viele wie vor einem Monat und 37 weniger als vor einem Jahr. Insgesamt sind 2.288 freie Stellen im Bestand (Vormonat: -3; Vorjahr: – 276).
Bei der Agentur für Arbeit sind mit 1.382 Personen nahezu genauso viele arbeitslos gemeldet wie im Vormonat. Beim Jobcenter sind mit 1.181 Menschen 24 mehr arbeitslos gemeldet als vor einem Monat. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Arbeitslosigkeit im Bereich der Agentur für Arbeit um 85 Personen, im Bereich des Jobcenters sank sie um 372 Personen.

Der Arbeitsmarkt im Landkreis Roth
Die Arbeitslosenquote im Landkreis Roth liegt bei 2,0 Prozent (Vormonat: 2,0 Prozent, Vorjahr: 2,3 Prozent). Die Zahl der arbeitslos gemeldeten Personen ist mit 1.505 im Vergleich zum Vormonat nahezu gleichgeblieben. Im Vorjahresvergleich liegt sie um 200 niedriger.
Die Arbeitgeber*innen des Landkreises Landkreis Roth meldeten dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service von Arbeitsagentur und Jobcenter im Mai 295 neue Stellen, das sind 59 mehr als vor einem Monat und 50 weniger als vor einem Jahr. Insgesamt sind 1.888 freie Stellen im Bestand (Vormonat: -16; Vorjahr: -94). Bei der Agentur für Arbeit sind 843 Personen arbeitslos gemeldet, das sind im Vormonatsvergleich 21 Personen mehr. Beim Jobcenter sind 662 Personen arbeitslos gemeldet, acht weniger als im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahr nahm die Arbeitslosigkeit im Bereich der Agentur für Arbeit um 29 Personen, im Bereich des Jobcenters um 171 Personen ab.

Foto: Brigitte Dorr

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