Besser leben durch unterstützende Technik

Ellingen (red). Der Vorsitzende des Ellinger VdK Ortsverbands Gerhard Fürbaß mit Heinz Eckert, beide auch spezialisierte ehrenamtliche Senioren- und Wohnraumberater des Landratsamtes Weißenburg-Gunzenhausen, präsentierten beim VdK Ortsverband Ellingen sinnvolle technische Alltagshilfsmittel für Senioren und für Menschen mit angeborenen bzw. erworbenen Einschränkungen. Welche auch pflegende Angehörige entlasten um für mehr Sicherheit sorgen.

Die Info-Veranstaltung wurde unter aktuellem Hygienegebot in der Ellinger TSG Sporthalle durchgeführt. Das Beratungsteam ist im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen und darüber hinaus ganzjährig rege gebucht, wie zum Beispiel bei Landratsamts-Veranstaltungen, verschiedenen Senioren-Kreise, Krankenhäusern, Kliniken, Hospizverein, Lebenshilfe, Altenpflege Schule, Selbsthilfe-Gruppen und Sozial-Verbänden.

Knapp fünfzig interessierte Ellinger VdK-Mitglieder, Angehörige sowie zahlreiche Bürgerinnen und Bürger unter anderem aus Weißenburg, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Pleinfeld, Solnhofen, Burgsalach, Stopfenheim, Mischelbach, Hörlbach, Bubenheim, Höttingen, Wassertrüdingen und Urlaubsgäste aus der Schweiz waren gekommen. Dies unter den derzeit gesundheitserhaltenden Maßnahmen, um sich hier neutral kundig zu machen. Der Eintritt zur Info-Veranstaltung war frei.

Im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen wird die Gruppe, der über 75-Jährigen um 33 Prozent anwachsen. Gegenwärtig werden vermehrt Deutsche hundert Jahre alt und älter, Tendenz steigend.

Trotz dieser Prognosen wünschen sich über 90 Prozent der Menschen, auch, wenn sie auf Hilfe und Pflege angewiesen sind, weiterhin so lange wie möglich zu Hause bleiben zu können. In einem vertrauten Umfeld inmitten der gewachsenen Sozialkontakten. Ältere Menschen wollen ihren Alltag möglichst eigenständig bewältigen. Trotz Einschränkungen, auch wenn sie von Angehörigen, Nachbarn und Dienstleistern unterstützt werden.

Schon Aristoteles, ein griechischer Gelehrter, 380 v. Chr., beschrieb fünf Sinne; das Riechen, Schmecken, Fühlen – im Sinne von Tasten, Sehen und Hören.

Gezeigt wurden circa 100 unterstützende Hilfsmittel in den Bereichen Hören, Sehen, Motorik, Gesundheit, Haushaltshilfen, Mobilität, Sicherheit und Teilhabe, Großvolumige Hilfsmittel wurden per Bildershow vorgestellt. Für das Beraterteam ist es wichtig, nicht abstrakt zu Gegenständen zu informieren. Interessierte konnten die Hilfsmittel ausführlich kennenlernen, anfassen und ausprobieren, um zu erleben, ob bzw. wieweit damit eine Verbesserung des eigenen Handicaps möglich ist. Es wurde zu mögliche Bezugsquellen, Hilfsmittelnummern und Kosten dazu Möglichkeiten der Krankenkassen-Übernahme bzw. Bezuschussung informiert.

Technik soll Hilfsmittel oder Werkzeug sein, zur Unterstützung der Selbstständigkeit und Aktivitäten der Senioren und Menschen mit Einschränkungen.

Hier einige Auszüge aus dem weitgefächerten Sortiment für Betroffene als Motivation und Anregungen für sich selbst aktiv zu werden: Ein Schwerhörigen-Telefon oder Klingertonverstärker für Höreingeschränkte, verschiedene Taschen- bis elektronische Leselupen mit HD-Kamera, Bildschirmlesegeräte für Menschen mit Seeeinschränkungen, sprechendes Licht und Farberkennungsgerät für Menschen mit Farb- oder Sehschwächen, ideal für Blinde. Einknöpf- und Reißverschlusshilfe, Griffverdickungen, biegsame Löffel, Einhandteller bei Beweglichkeitseinschränkungen. Anti-Tremor Besteck bei Parkinson/Tremor – dies stabilisiert bei Zittern. Ein vollautomatischer elektrischer Dosenöffner oder Schraubdeckelöffner für Menschen mit eingeschränkter Motorik oder Kraft. Das Bügeleisen mit Sicherheitsabschaltautomatik unterbricht die Stromzufuhr bevor ein Wäschestück anbrennt.

Eine kostengünstige Möbelerhöhung – wenn die niedrige Sitz- oder Schlafhöhe beim Aufstehen schwierig wird. Mit einem Garderobenlift ist die Kleiderstange immer erreichbar. Nachrüstbare Alarmeinrichtung an Fenstern oder Türen als Einbruchschutz, oder der automatische Pillenspender für Ältere, Alzheimer und Demenz Patienten. Eine automatische Herdabschaltung eignet sich generell für alle Menschen, um vor dem Überhitzen Brände zu vermeiden. Das Großtastentelefon mit Fotodirektwahltasten erleichtert die Bedienung, große Magnet Brettspiele, Spielkarten oder Halter sind ideal für Personen mit verloren gegangener Feinmotorik.

Ob als Betroffener, pflegender Angehöriger oder als vorsorgende/r Mitbürger/in – für Jeden ist das Kennenlernen der zweckmäßigen Alltagshilfen ein Gewinn.

Bildunterschrift: Die Info-Veranstaltung stieß auf reges Interesse. Foto: Horst Gottfried

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