Weißenburg-Gunzenhausen (red). Warum man keine Bio-Folienbeutel in die braune Tonne werfen sollte, erfuhren rund 50 interessierte Bürgerinnen und Bürger aus Weißenburg-Gunzenhausen beim Besuch des T+E Humuswerkes in Bechhofen. Die Abfallwirtschaft des Landkreises hatte dazu eingeladen.

Die Besuchergruppe aus Altmühlfranken war ziemlich erstaunt, wie viele Plastikbeutel, Windeltüten, Marmeladengläser und Metallteile im angelieferten Bioabfall versteckt sind. Mit großem Aufwand müssen diese Störstoffe im Verlauf der Kompostierung aussortiert werden, damit wertvoller Kompost entstehen kann. Auch die im Handel als „kompostierbare Biotüten“ angebotenen Folienbeutel können während des Rotteprozesses im T+E Humuswerk in Bechhofen nicht abgebaut werden, wie der Geschäftsführer Manfred Schmidt weiß. Zudem sind sie nicht eindeutig von Plastiktüten zu unterscheiden. Diese Tüten werden ebenso wie „echte“ Plastiktüten mit großem Aufwand ausgeschleust und anschließend mit den weiteren Störstoffen teuer verbrannt. Die Abfallwirtschaft des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen empfiehlt deshalb, auf die Verwendung von „biologisch abbaubaren Biotüten“ zu verzichten und das Biogut aus der Küche in Zeitungspapier, Bäckertüten oder Papiertüten aus dem Handel zu sammeln.

Der Geschäftsführer vom T+E Humuswerk Manfred Schmidt erklärte: „Unsere Bioabfälle aus der Küche und dem Garten sind wertvolle Rohstoffe, wenn es um die Bereitstellung von organischem Dünger, die Rückgewinnung von Pflanzennährstoffen, aber auch um den Ersatz von Torf geht.“ Durch die richtige Trennung der Bioabfälle kann jeder Bürger seinen Teil dazu beitragen, dass dieser Rohstoff auch sinnvoll genutzt werden kann.

Im Prinzip findet im Humuswerk in Bechhofen nichts anderes statt, als auf dem Kompost im eigenen Garten. Durch die großen Mengen allerdings läuft der Rotteprozess in wesentlich kürzerer Zeit ab. Allein aus dem Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen landen jährlich über 11.500 Tonnen Bioabfall in Bechhofen. Durch das mehrfache Umsetzen der großen Komposthaufen wird garantiert, dass die Gesamtmenge über längere Zeit eine Temperatur von 60 bis 70 Grad erreicht. Diese Temperaturen werden allein durch Mikroben erzeugt, die das Biogut samt Schädlingen, Samen und Unkräutern zersetzen. Dies ist auch für viele Gartenbesitzer ein Grund, neben dem Komposthaufen im Garten zusätzlich die Biotonne zu nutzen. Denn Unkraut, Fleischreste oder auch verdorbene Essensreste und kranke Pflanzen sollten nicht über den Kompost entsorgt.

Nach acht bis zehn Wochen hat sich aus dem Biogut aus der Biotonne der feinkrümelige, dunkelbraune Altmühl-Humus entwickelt, der allen Anforderungen der Zertifizierung entspricht. Um die Qualität des Bioabfalls aus der braunen Tonne zu verbessern, hat die Abfallwirtschaft des Landkreises die Informationskampagne „Bioabfall richtig trennen“ gestartet. Mit Informationsanhängern an den Biotonnen soll aufgeklärt werden, was in die Biotonne darf und was nicht. Zusätzlich erkennt ein Detektor am Entsorgungsfahrzeug bei der Biotonnenleerung Störstoffe. So kann der Tonnenbesitzer auf Fehlwürfe aufmerksam gemacht werden.

„Die Biotonne ist seit rund 25 Jahren ein fester Bestandteil unserer Kreislaufwirtschaft und die Kompostierung organischer Abfälle dient langfristig dem Ressourcen- und Klimaschutz“, resümiert Sabine Bartke vom Sachgebiet Abfallwirtschaft am Landratsamt.

Bildunterschrift: Zu viele Störstoffe im Biomüll: Durch die Informationskampagne des Landkreises sollen weniger Fremdstoffe wie zum Beispiel Plastik in der Biotonne landen. Foto: Sabine Bartke/Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen

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