Weißenburg-Gunzenhausen (red). Auch in diesem Jahr wurden die Impfbücher der Sechstklässler im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen gesichtet. Auf dieser Grundlage wurde eine Impfstatistik erstellt, die von Amtsarzt Dr. Carl-Heinrich Hinterleitner insgesamt als positiv bewertet wurde.

Gegen Tetanus, Diphterie und Pertussis waren wie im Vorjahr 90,3 bis 92,38 Prozent aller Sechstklässler geimpft. Eine Immunisierung gegen Polio lag bei 90,58 Prozent vor. 83,38 Prozent der Schülerinnen und Schüler waren gegen Meningokokken C geimpft. Im Vergleich zu den Zahlen im Vorjahr ist hier ein leichter Rückgang zu verzeichnen. Das Angebot der Varizellen-Impfung (zweimalige Immunisierung) wurde von 64,54 Prozent des aktuellen Jahrgangs in Anspruch genommen. Im Vorjahr waren knapp 58,57 Prozent zweifach immunisiert. Gegen Hepatitis B liegt eine vollständige Grundimmunisierung bei 85,18 Prozent vor. 2018 waren es noch 88,26 Prozent.

Insbesondere bei der FSME-Impfung wurde ein starker Rückgang festgestellt. 39,61 Prozent der Schülerinnen und Schüler sind dagegen geimpft. Nach Ansicht des Amtsarztes Dr. Carl-Heinrich Hinterleitner wäre aber vor allem im ländlichen Raum eine höhere FSME-Impfrate wünschenswert. Zudem hat das Zeckenaufkommen in den letzten Jahren zugenommen.

Auch gegen Masern, Mumps und Röteln waren nur knapp 89 Prozent vollständig mit zwei Impfungen immunisiert. Womit der Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen unter dem mittelfränkischen Durchschnitt von rund 93,5 Prozent liegt. Doch gerade die jüngsten Meldedaten zeigen, dass vermehrt Jugendliche und junge Erwachsene von einer Maserninfektion betroffen sind. Wichtig bei der Masernimpfung ist die zweifache Impfung: Die erste Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln sollte im Alter von 11 bis 14 Monaten und die zweite Impfung im zweiten Lebensjahr im Alter von 15 bis 23 Monaten durchgeführt werden. Die zweite Impfung ist dabei keine sogenannte Auffrischimpfung, sondern für den sicheren und kompletten Impfschutz notwendig. Ältere Kinder und Jugendliche mit unvollständigem Impfschutz sollten die zweite Impfung so bald wie möglich nachholen.

Insgesamt 833 Schülerinnen und Schüler der sechsten Klassen waren im vergangenen Schuljahr 2018/2019 dazu aufgerufen, ihre Impfbücher vorzulegen. 722 Impfbücher wurden daraufhin vom Gesundheitsamt Weißenburg-Gunzenhausen im Zeitraum von Mitte Juni bis Ende Juli 2019 erfasst, was einer Quote von 86,67 Prozent entspricht. Das sind vier Prozent mehr als im vergangenen Schuljahr.

Die Impfbuchvorlage ist seit dem Jahr 2013 verpflichtend. Mit der Vorlagepflicht sollen die Impfraten erhoben und den Eltern eine Impfempfehlung gegeben werden. Das Gesundheitsamt sensibilisiert dabei zum Thema „Impfen“ und macht auf übersehene Impfungen aufmerksam. Fehlt eine Impfung, gibt es ein Einlegeblatt mit einer individuellen, schriftlichen Empfehlung für die Erziehungsberechtigten mit nach Hause. Die Impfung kann dann der Haus- oder Kinderarzt vornehmen. Die Impfempfehlung richtet sich nach den Vorgaben der Ständigen Impfkommission des Robert-Koch-Instituts (STIKO).

Bildunterschrift: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gesundheitsamtes haben die Impfbücher der sechsten Klassen überprüft und auf dieser Grundlage eine Impfstatistik erstellt. Foto: Lena Kagerer/Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen

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