Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen (red). Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine Krankheit, die Haus- und Wildschweine gleichermaßen befallen kann und bei Ausbruch schwerwiegende Konsequenzen vor allem für schweinehaltende Betriebe hat. Um für den Ernstfall gerüstet zu sein, führt das Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen regelmäßig verschiedene Übungen zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest durch. So wurde jetzt zum zweiten Mal der Einsatz von Drohnen bei der Bekämpfung der ASP bei Wildschweinen getestet.

Drohnen kommen in verschiedenen Szenarien der Seuchenbekämpfung zum Einsatz. Sie spüren beispielsweise mittels Thermografie, also Wärmebildkameras, verendete Wildschweine auf. Die Fundstellen werden anschließend an die zuständigen Stellen gemeldet werden, sodass der Kadaver geborgen und die Fundstelle entsprechend gereinigt und desinfiziert werden kann. Außerdem fliegen Drohnenpiloten Gebiete ab und sammeln geografische Daten und Bilder. Somit können nicht nur Kadaver, sondern gegebenenfalls auch lebende Wildschweine mit der Wärmebildkamera gefunden werden.

Organisiert wurde die Übung vom Veterinäramt des Landratsamts Weißenburg-Gunzenhausen zusammen mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Informations- und Kommunikationseinheit (IuK-Einheit) des Landkreises. Unterstützt wurde das Team durch das Drohnenteam des Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) unter der Leitung von Dr. Franz Kronthaler. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Regierung von Mittelfranken und benachbarter Landkreise waren ebenfalls dabei.

Nachdem Dr. Kronthaler die aktuelle Lage der Ausbreitung der ASP in Europa und im speziellen in Deutschland darstellte, stellte er die Möglichkeiten und Grenzen des Einsatzes von Drohnen bei der Bekämpfung der ASP vor. Anschließend wurden die Drohne des LGL sowie die der IuK-Einheit Weißenburg-Gunzenhausen vor Ort getestet. Dabei konnten die Reichweite, die Auflösung der Kameras, Wärmebilder und Akkukapazitäten der beiden eingesetzten Drohnen demonstriert werden.

Die Übung hat für die weiteren Vorbereitungen auf einen ASP-Ausbruch im Landkreis viele Erkenntnisse gebracht, die in die Maßnahmen der Bekämpfung einfließen.

Das Virus der Afrikanischen Schweinepest ist für Menschen nicht ansteckend und ungefährlich. Es wird direkt über Tierkontakte oder indirekt, zum Beispiel über Fleisch oder Wurst von infizierten Tieren, übertragen. Unter ungünstigen Bedingungen können unachtsam entsorgte Reste von virushaltigem Reiseproviant ausreichen, um die Seuche einzuschleppen. Solche Essensreste sollten daher für Wildschweine unzugänglich entsorgt werden.

Vorrangiges Ziel ist es, den Kontakt von Hausschweinen mit Wildschweinen zu verhindern. Der Landwirt muss seinen Bestand so abschotten, dass jedweder Kontakt seiner gehaltenen Tiere aber auch des Futters und Einstreu sowie der Gülle bzw. des hofeigenen Mistes oder jedweder Gerätschaften, die im Stall zum Einsatz kommen, mit Wildschweinen unmöglich gemacht wird.

Die allgemeinen Hygiene- und Biosicherheitsmaßnahmen sowie die Bestimmungen der Schweinehaltungshygieneverordnung sind zu beachten. Ein Seuchenausbruch bei Wildschweinen ist über einen langen Zeitraum mit erheblichen Belastungen für die Schweinehaltung, die Land- und Forstwirtschaft sowie die Jagd in den Sperrzonen und enormen Kosten verbunden. Die Afrikanische Schweinpest bedroht nach wie vor die heimischen Haus- und Wildschweinebestände. In Deutschland wurde die ASP erstmals am 10.09.2020 in Schenkendöbern, Landkreis Spree-Neiße, Brandenburg, bei einem Wildschwein festgestellt. Deutschlandweit sind bislang Fälle der ASP beim Wildschwein in Brandenburg, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern aufgetreten. Beim Hausschwein gab es Ausbrüche in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Baden-Württemberg und Niedersachsen.

Bildunterschrift: Das Veterinäramt des Landratsamts Weißenburg-Gunzenhausen zusammen mit der Informations- und Kommunikationseinheit (IuK-Einheit) des Landkreises und dem Drohnenteam des Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL). Foto: Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen

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