Ansbach-Weißenburg (red). Wie erwartet, ist im Dezember die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat saisonbedingt angestiegen. Insgesamt sind 5.973 Arbeitslose bei der Agentur für Arbeit Ansbach-Weißenburg gemeldet. Im Vergleich zum November ist dies ein Plus von 289 Personen. Verglichen mit dem Vorjahreswert sinkt die Zahl der Arbeitslosen hingegen um 41. Die Arbeitslosenquote liegt bei 2,3 Prozent (Vormonat 2,2, Vorjahresmonat 2,4).

„Betrachtet man nur allein diese Zahlen, dann wirkt unser regionaler Arbeitsmarkt mit seiner im Vorjahresvergleich nahezu konstanten Arbeitslosenzahl relativ stabil. Bei einem Blick in die Zu- und Abgangsstatistik wird dagegen eine enorme Dynamik deutlich. Aufgrund der konjunkturellen Lage werden häufig Befristungen nicht verlängert und zum Teil bereits auch unbefristete Verträge gekündigt. So kommt es zu einer Zunahme der Arbeitslosmeldungen vor allem im Bereich des Arbeitslosengeldes I. Nach wie vor bietet aber der Arbeitsmarkt aufgrund seiner Bewegtheit auch zahlreiche Chancen, unter anderem auch für Menschen, die schon länger ohne Arbeit sind. Dies führte im Bereich des SGB III zu einer Zunahme der Abmeldungen im Vergleich zum Vorjahresmonat“, analysiert Norbert Gehring, Bereichsleiter der Arbeitsagentur Ansbach-Weißenburg zu den aktuellen Zahlen.

Im Bestand der „Arbeitslosengeld-I“-Bezieher sind im Dezember 1.584 Zugänge zu verzeichnen (VJ: 1.457), 1.292 Menschen melden sich dagegen aus dem Leistungsbezug ab (VJ: 1.153). Der Zugang an Kunden, die bei den Jobcentern „Hartz-IV“-Leistungen beziehen, liegt bei 632 (VJ: 683), aus diesem Bezug abgemeldet haben sich 623 Kunden (VJ: 748). „Auch die bisher noch nicht in den Arbeitslosenzahlen ersichtlichen Betriebsschließungen werden uns voraussichtlich in den nächsten Monaten weiter beschäftigen und die Dynamik des Arbeitsmarktes hochhalten“, so Gehring.

Arbeitsstellenangebot

Im Dezember sinkt die Nachfrage nach Arbeitskräften. Die Arbeitgeber melden dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service von Arbeitsagentur und Jobcentern im Laufe des Monats 1.076 neue Arbeitsstellen. Insgesamt sind Ende Dezember 4.695 freie Stellen im Bestand, 160 weniger als im Vormonat und 586 weniger als im Vorjahresmonat.

Seit Jahresbeginn wurden dem Arbeitgeberservice 13.441 freie Arbeitsstellen für den Agenturbezirk Ansbach-Weißenburg gemeldet. Das entspricht einem Rückgang um 3,1 Prozent bzw. 436 Stellen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Mit 1.109 Stellen kommt knapp ein Viertel der Vakanzen aus der Zeitarbeit. Außerdem wird im verarbeitenden Gewerbe (677), dem Handel (589), dem Gesundheits- und Sozialwesen (570) und dem Baugewerbe (450) verstärkt nach Personal gesucht.

Arbeitsmarktentwicklung in den Rechtskreisen

Von den arbeitslosen Menschen unserer Region sind 63,2 Prozent im Bereich der Arbeitslosenversicherung (Rechtkreis SGB III) gemeldet und werden von der Agentur für Arbeit betreut. Hier steigt im Vergleich zum Vormonat die Zahl um 262 auf 3.775 Personen. Verglichen mit dem Vorjahr sind dies 314 Menschen mehr.

Im Bereich der Grundsicherung (Rechtskreis SGB II) sind 36,8 Prozent der Arbeitslosen gemeldet. Diese sind in Betreuung bei den Jobcentern. Hier sind mit 2.198 Personen 27 mehr registriert als im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahreswert sind es 355 weniger.

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen sinkt im Vergleich zum Vorjahresmonat im SGB III-Bereich um 44 Personen, im SGB II sogar um 199. Insgesamt sind noch 1.153 Menschen ein Jahr und länger arbeitslos gemeldet.

Der Arbeitsmarkt im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen:

Im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen steigt die Arbeitslosenquote im Vormonatsvergleich um 0,2 Prozentpunkte auf 2,8 Prozent. Vor einem Jahr lag sie ebenfalls bei 2,8 Prozent. Die Zahl der Arbeitslosen steigt seit November um 96 auf 1.509 Personen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sind 19 Menschen mehr gemeldet.

Von den arbeitslosen Menschen des Landkreises sind 63,6 Prozent im Bereich der Arbeitslosenversicherung (Rechtkreis SGB III) gemeldet. Diese werden durch die Agentur für Arbeit betreut. Hier steigt im Vergleich zum Vormonat die um 83 auf 959 Personen. Verglichen mit dem Vorjahr sind es 69 Personen mehr.

Im Bereich der Grundsicherung (Rechtskreis SGB II) sind 36,4 Prozent der arbeitslos gemeldeten Menschen registriert. Sie werden vom Jobcenter betreut. Hier steigt die Zahl im Vergleich zum Vormonat nur gering um 13 auf 550. Verglichen mit dem Vorjahreswert sind es 50 Personen weniger.

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen sinkt im Vergleich zum Vorjahresmonat sowohl im SGB III (-11) als auch im SGB II (-33). Insgesamt sind noch 283 Menschen ein Jahr und länger arbeitslos gemeldet.

Seit Jahresbeginn wurden dem Arbeitgeberservice 2.326 Arbeitsstellen gemeldet. Das entspricht einem Minus von 14,4 Prozent bzw. 391 Stellen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Es sind aktuell 869 freie Arbeitsangebote (Vormonat -46, Vorjahr -124) im Bestand.

Die meisten Vakanzen kommen aus dem Gesundheits- und Sozialwesen (173), der Arbeitnehmerüberlassung (160), dem verarbeitenden Gewerbe (102), dem Baugewerbe (101) sowie dem Handel (84).

Bildunterschrift: Knapp 6.000 Menschen in unserem Landkreis sind derzeit ohne Arbeit. Foto: pixabay

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