Fachkonferenz „Landwirtschaft und Kirche: Gemeinsam für ein klimafreundliches Land“

Hesselberg/Gerolfingen (red). Kirche: Gemeinsam für ein klimafreundliches Land“. Peter Schlee, Referent der Fachstelle, hatte für die über 50 Teilnehmenden aus Umweltarbeit, Landwirtschaft, Verbänden, Behörden und Kirche ein vielseitiges Programm zusammengestellt. Fachvorträge, Podiumsdiskussionen und Workshops bildeten den Rahmen, der nicht nur der Gewinnung von neuem Wissen, sondern auch dem gegenseitigen Austausch und Netzwerken sowie der Schaffung von Impulsen für die Arbeit der Fachstelle dienen sollte.

Vier gemeinsame Ziele von Kirche und Landwirtschaft ließen sich am Ende ausmachen. Für die Zukunft gehe es darum: die Ernährung zu sichern, regenerative Energie zu nutzen, für Bioökonomie zu sorgen (also möglichst viel „schwarzen Kohlenstoff“ zu ersetzen durch „grünen Kohlenstoff“ aus nachwachsenden Quellen) und Ressourcen zu schützen bzw. die Artenvielfalt zu erhalten. Man war sich einig: gute Beispiele sollen gezeigt werden. Man wolle Mut machen, die bevorstehenden Aufgaben anzugehen.

Aber es sei auch ein gesellschaftlicher Dialog nötig, denn man müsse wissen, dass ein großer Transformationsprozess vor uns allen liege und dieser auch Kosten verursache. Es kämen Zumutungen auf alle zu – die gesellschaftliche Diskussion darüber müsse geführt werden. Der Transformationsprozess sei machbar, aber es sei nötig, die Herausforderungen gesamtgesellschaftlich und gemeinsam anzugehen, dabei miteinander zu kommunizieren und Einblick in verschiedene Lebensbereiche zu bekommen. Man wisse nicht nur in der Stadt wenig vom Leben und Arbeiten auf dem Land – auch in den Dörfern bzw. im ländlichen Raum wisse man zu wenig voneinander. Einladungen auszusprechen, um z.B. Betriebe kennen zu lernen – einander mit Wertschätzung, aber v.a. auch Respekt zu begegnen – sei sehr wichtig.

Die Kirche könne dazu Räume anbieten – für Begegnung und Kommunikation, aber auch für Bildung – betonten die Ansbach-Würzburger Regionalbischöfin Gisela Bornowski und Kirchenrätin Bettina Naumann, die in der Evangelischen Landeskirche Ansprechpartnerin für das Referat Ländlicher Raum ist. So hoffe man, dass noch viele Veranstaltungen wie diese Fachkonferenz stattfinden werden – am Hesselberg, aber auch an anderen Bildungszentren oder in Kirchengemeinden.

Einigkeit bestand darüber, dass Landwirtinnen und Landwirte Fachleute auf ihrem Gebiet sind und für ihre Arbeit Respekt und Wertschätzung erhalten sollen. Günther Felßner, der Präsident des Bayerischen Bauernverbands, betonte: Landwirte tüfteln gerne. Sie stellen ihr Wissen ebenso gerne auch der Gesellschaft zur Verfügung. Dazu braucht es einen Rahmen, aber eben auch unternehmerische Freiheiten. Die Kreativität dürfte nicht eingeschränkt werden. Es seien gute Rahmenbedingungen nötig – Anreize würden viel besser wirken als Verbote.

Günther Felßner erklärte: Die Landwirte könnten sich gut im Bereich erneuerbare Energien einbringen. Dabei gehe es darum, möglichst schnell mit umsetzbaren Dingen anzufangen und so lieber kleinere, aber realistische Ziele aufzustellen, die man auch erreichen könne. Er plädierte dafür, mit dem anzufangen, was man habe und beispielsweise nicht zu warten, bis Traktoren auf Elektro- oder Wasserstoffbetrieb umgestellt werden könnten. Man könne landwirtschaftliche Maschinen statt mit Diesel mit Biokraftstoffen betanken und so Pflanzenöle zum Tanken verwerten. Dabei gehe es nicht darum, Palmöl aus anderen Ländern zu importieren. Wir brauchen eine Freistellung für heimische Biokraftstoffe für die Landwirtschaft – am besten sofort, so Günther Felßner.

Bildunterschrift: Die Teilnehmenden der Fachkonferenz ließen sich auch von schlechtem Wetter die Stimmung nicht verderben. Foto: C. Marx

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