Mittelfränkische Integrationspreise 2023 in Nürnberg überreicht

Nürnberg/Treuchtlingen (red). Die Bayerische Integrationsbeauftragte Gudrun Brendel-Fischer und Regierungspräsidentin Dr. Kerstin Engelhardt-Blum haben heute in Nürnberg die Integrationspreise für den Regierungsbezirk Mittelfranken verliehen.

Bereits zum sechzehnten Mal hat die Regierung von Mittelfranken den Integrationspreis für erfolgreiche und nachhaltige Integrationsarbeit ausgelobt.

Auch in diesem Jahr konnten wieder besonders gelungene, nachhaltige und erfolgversprechende Integrationsprojekte mit einem Gesamtbetrag von 5.000 Euro, der vom Bayerischen Staatsministerium des Innern für Sport und Integration zur Verfügung gestellt wird, ausgezeichnet werden.

Von insgesamt elf Initiativen, die sich beworben haben, wurden vier Projekte ausgewählt. Die prämierten Projekte stehen stellvertretend für alle Bewerberinnen und Bewerber, die sich mit ihren Ideen, ihrem Einsatz und ihrer Freude an der Arbeit im Bereich der Integration von zu uns gekommenen Menschen in herausragender Weise verdient gemacht haben.

Die Preise – in diesem Jahr gibt es einen ersten, einen zweiten und zwei dritte Plätze – gehen an folgende Projekte:

  1. Preis: „Bildung und Ausbildung von Frauen als Mittelpunkt der Familie zur dauerhaften Integration ohne Parallelgesellschaften“ FLEck e. V. aus Eckental

Frauen übernehmen in den meisten der zu uns geflüchteten Familien eine bedeutende Rolle bei der Erziehung der Kinder. Sie kümmern sich in der Regel auch um die sozialen Kontakte zu anderen Müttern und Familien. Ob Integration gelingt und sich Familien bei der Integration nach außen öffnen, hängt entscheidend auch von den Möglichkeiten der Frauen in den geflüchteten Familien ab. Da sie sich in erster Linie um die Erziehung der Kinder kümmern, sind diese Mütter häufig von der Teilhabe am Arbeitsmarkt ausgeschlossen. Sie sind sogar von der Pflicht zu Integrationskursen befreit, weil es stellenweise einfach an entsprechender Kinderbetreuung fehlt. Genau da setzt der Verein FLEck an und unterstützt diese Mütter. Dem Verein ist zudem wichtig, jungen Frauen die gleichen Bildungschancen zu ermöglichen, die jungen Männern eröffnet werden.

2. Preis: „Fahrradkurs für Frauen“ Freiwilligen-Zentrum Fürth

Dieses Projekt wird in Kooperation mit dem Bayerischen Landes-Sportverband (BLSV) durchgeführt. Der BLSV stellt dabei geeignete Fahrräder, Helme und Schutzwesten zur Verfügung. Ziel ist es, Frauen – gleich welcher Herkunft – das Fahrradfahren zu lernen und dabei andere Frauen kennenzulernen. Durch die daraus resultierende neue Mobilität werden die Teilnehmerinnen selbständiger. Dadurch, dass der Kurs allen Frauen – gleich welcher Herkunft – offen steht, leistet er einen wichtigen Beitrag zum Austausch und zur Integration bei uns in Mittelfranken.

3. Preis: „Sport nach 1 in Schule und Verein“ ESV Treuchtlingen 1883 e. V.

Das Projekt wurde schon im August 2007 von der Tennisabteilung des ESV Treuchtlingen ins Leben gerufen und wird in Kooperation mit dem Bayerischen Kultusministerium und dem Bayerischen Landesportverband betrieben. Ziel ist es, möglichst vielen Schülerinnen und Schülern – gleich welcher Herkunft – den Tennissport „nach 1“, also direkt nach der Schule, näherzubringen. Die Verantwortlichen der Tennisabteilung des ESV Treuchtlingen arbeiten dazu mit den in Treuchtlingen ansässigen  Schulen zusammen. Interessierte Schülerinnen und Schüler können das ganze Jahr über Trainerstunden von geprüften Tennistrainerinnen und -trainern erhalten. Vermittelt wird das Angebot von den Schulen über Elternbriefe. Das Projekt fördert zum einen den Tennissport, leistet aber gleichzeitig auch einen wertvollen Beitrag zur Integration von Kindern und Jugendlichen aus anderen Ländern.

3. Preis: „Flüchtlinge willkommen heißen in Nürnberg und Fürth“ nehemia team e. V. aus Fürth

Der Verein betreibt in Nürnberg schon seit 2014 und in Fürth seit 2022 interkulturelle Kontakt- und Willkommenscafés. Ziel ist es, geflüchtete und zugewanderte Menschen und Einheimische zusammenzubringen. In einer freundlichen Atmosphäre kann man sich näher kennenlernen, es können aber auch die deutschen Sprachkenntnisse verbessert werden. Dieses Projekt ist vorbildlich für die Integration von Menschen mit Flucht- und Migrationshintergrund und wird deshalb mit dem mittelfränkischen Integrationspreis ausgezeichnet.

Mit der Verleihung des Integrationspreises soll den Initiatoren und den Ausführenden dafür ein aufrichtiger Dank ausgesprochen werden. Allen Projekten gemeinsam ist das überwiegend ehrenamtliche Engagement der Akteure, welches große Wertschätzung verdient.

Integrationsbeauftragte Brendel-Fischer lobte die Ehrenamtlichen: „Jedes Jahr demonstrieren die herausragenden Initiativen in Mittelfranken erneut die immense Hingabe und Ausdauer von Zuwanderern und ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, die notwendig sind, um erfolgreiche Integrationsprozesse zu gestalten. Eine effektive Kooperation mit Behörden und Trägern sind von außerordentlicher Bedeutung.“

Bildunterschrift: ESV Treuchtlingen 1883 e. V. (v.l.n.r.: Heinz Michel, Günter Grzega, Gudrun Brendel-Fischer (Integrationsbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung), Thomas Meinhold (Vorstand Tennis-Club), Herbert Tschepa, Dr. Dr. Kristina Becker (1. Bürgermeisterin Stadt Treuchtlingen), Stefan Reutner (Leiter der Senefelder-Schule-Trechtlingen) Nicole Hohmann (Leiterin der Grundschule), Miriam Schikora, Dr. Kerstin Engelhardt-Blum (Regierungspräsidentin). Foto: Regierung von Mittelfranken / Dieter Muniqu

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