(red). Ende Juni fand das 32. Mittelfränkische Jugendfilmfestival statt.

Wegen Corona konnte es nicht wie geplant Mitte März veranstaltet werden und fand auch jetzt nicht wie gewohnt im Nürnberger Cinecittà statt, sondern zum ersten Mal online auf Twitch (Filmprogramm) und im Franken Fernsehen (Preisverleihung).

Das Filmprogramm enthielt 63 Kurzfilme, Musik- und YouTube-Clips von jungen Menschen im Alter von 13 bis 26 Jahren aus ganz Mittelfranken.

Das Festival endete am Sonntag mit der feierlichen Preisverleihung, die diesmal vorher aufgezeichnet worden war. Die Preisverleihung kann auch jetzt noch auf dem YouTube-Kanal des Festivals www.youtube.com/jufife25 angeschaut werden.

Den 1. Preis in der Kategorie TALENT erhielten dabei Ingwer Productions mit „Abgrund“ (Weißenburg 2019 // 33 min) (> Film auf YouTube)

Die Filmemacher*innen haben sich des durchaus nicht leichten Themas Suizid angenommen. Sie nähern sich der Thematik aber nicht abstrakt, sondern beziehen es auf die Lebenswirklichkeit junger Menschen. In diesem Fall ist der Ausgangspunkt der für manche nicht leicht zu bewältigende Übergang, der am Ende der Schulzeit ansteht. Die zwar oft gehasste Struktur des Alltags geht verloren, Freundschaften lösen sich auf und nicht selten fühlt man sich überfordert von der neuen Situation.

So auch der Hauptdarsteller des Films, Linus, dessen Freundin nach dem Abitur erst einmal viele Zwänge abstreifen möchte und das Abenteuer sucht. Leider passt da Linus mit seinen Vorstellungen von
Beziehung nicht mehr so recht dazu. Linus fühlt sich unverstanden und zurückgewiesen und beschließt, auf einem Hochausdach seinem Leben ein Ende zu setzen. Doch da trifft er auf Clara – vielleicht ein Engel? –, die ihn sehr unaufgeregt in ein Gespräch verwickelt. In Rückblenden erhalten wir Einblicke in das Leben von Linus. Die gut inszenierten Einblendungen sind mal reale Spielszenen, mal gewähren sie Einblick in die inneren Ängste des Protagonisten. Die beiden Hauptdarsteller überzeugen in ihren Rollen.

Linus als verletzter und depressiver junger Mann und Clara als „naiver“ Engel, für die es kein Problem gibt, welches sich nicht lösen lässt. Kameraführung und Vertonung sind unaufdringlich und treiben die Geschichte sehr gekonnt voran. Auch die überaus sorgfältig gestalteten Einblendungen beeindrucken: Nichts wird dem Zufall überlassen, nichts wirkt unüberlegt.

Ein mehr als gelungener Film, der die 30 Minuten trägt und dem Publikum mit schöner Bildsprache und gut geschriebenen Dialogen einen Einblick in die Seelenwelt eines jungen Mannes gewährt. Wir
gratulieren zum 1. Preis in der Kategorie TALENT und freuen uns auf weitere Produktionen der Filmgruppe, heißt es in einer Pressemeldung der Jury.

Übrigens: Fünf Preisträger werden den Bezirk Mittelfranken beim BAYERISCHEN KINDER & JUGEND FILMFESTIVAL vertreten (in der Übersicht mit „+ BKJFF“ gekennzeichnet), das vom 16. bis 22. Juli – diesmal ebenfalls in einer Online-Version – stattfinden wird.

Bildunterschrift: Szenenbild auf „Abgrund“. Foto: Mittelfränkisches Jugendfilmfestival/Ingwer Productions

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