Arbeitslosigkeit nimmt leicht zu – Gleichzeitig mehr neu gemeldete Stellen als im Vorjahr

(red). „Die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen nimmt im Vergleich zum Vormonat erneut zu. Dabei steigt vor allem die Zahl derer, die erst vor kurzem ihre Arbeitsstelle verloren haben und von der Agentur für Arbeit betreut werden. Dementsprechend ist diese Entwicklung eine Auswirkung der konjunkturell angespannten Lage aufgrund der Energiekrise“, erläutert Claudia Wolfinger, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Ansbach-Weißenburg. „Andererseits steigt die Zahl der neu gemeldeten Arbeitsstellen im Vergleich zum Vorjahr
erstmals seit Januar wieder an. Dies ist ein Anzeichen, das auf eine stabile Entwicklung des Arbeitsmarkts hindeutet. Hinzukommt, dass der Bestand an offenen Stellen weiterhin sehr hoch ist. So bieten sich für Arbeitnehmer*innen aktuell gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt, wenn sie über eine entsprechende Qualifikation verfügen. Dementsprechend unterstützt die Agentur für Arbeit arbeitslose Menschen bei der Weiterbildung ebenso wie Beschäftigte“, erklärt Wolfinger.

Daten im Überblick
Arbeitslosenzahl im Juni: +206 auf 7.135 (+3,0 Prozent zu Vormonat)
Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich: -146 (-2,0 Prozent)
Arbeitslosenquote gegenüber Vormonat: unverändert bei 2,7 Prozent
Arbeitslosenquote im Vorjahr: 2,8 Prozent

Zahl neu gemeldeter Stellen nimmt im Vergleich zum Vorjahr zu
Die Arbeitgeber*innen meldeten dem Arbeitgeber-Service von Arbeitsagentur und Jobcentern 1.073 neue Stellen im Laufe des Monats. Im Vormonatsvergleich sind das 38 mehr. Der Vergleich mit Juli 2022 ergibt 216 neu gemeldete Stellen mehr. Der Bestand an offenen Stellen ist mit 6.401 um 119 niedriger als im Juli 2022 aber immer noch deutlich höher als jeweils im Juni der Jahre 2019 (4.906) und 2018 (5.418), vor der Coronakrise.

Der größte Anteil an freien Stellen im Bestand kommt mit 1.280 aus dem verarbeitenden Gewerbe. Danach folgt die Arbeitnehmerüberlassung mit 1.111 offenen Arbeitsstellen. Im Gesundheits- und Sozialwesen sind 760 und im Baugewerbe sind 656 Stellen zu besetzen. Der Groß- und Einzelhandel meldet 559 Arbeitsplätze und das Gastgewerbe 309. Ein Plus gegenüber dem Juli 2022 gibt es im Gesundheits- und Sozialwesen mit 4,8 Prozent mehr freien Arbeitsstellen im Bestand.

Bei Agentur für Arbeit mehr, bei Jobcentern weniger arbeitslos gemeldet als im Vorjahr
Von den insgesamt 7.135 arbeitslos gemeldeten Menschen werden 3.625 und damit 50,8 Prozent von der Agentur für Arbeit betreut, 227 mehr als im Vormonat. Im Vergleich zum Juli 2022 ist die Zahl der Personen, die bei der Agentur für Arbeit arbeitslos gemeldet sind um 156 beziehungsweise 4,5 Prozent gestiegen.

Bei den Jobcentern sind derzeit 3.510 Personen arbeitslos gemeldet. Das sind nahezu genauso viele wie im Vormonat. Zum Vorjahr errechnet sich eine Abnahme um 302 Personen beziehungsweise 7,9 Prozent. Unter den aktuell bei den Jobcentern arbeitslos gemeldeten Menschen haben 717 die Ukrainische Staatsangehörigkeit. „Die Teilhabechancen der ukrainischen Geflüchteten haben sich inzwischen deutlich verbessert. So haben bis Anfang 2023 bereits Dreiviertel von ihnen einen oder mehrere Deutschkurse besucht oder bereits abgeschlossen. Außerdem besteht unter den (noch) nicht erwerbstätigen Geflüchteten ein hohes Interesse, eine Arbeit aufzunehmen. Zu die-
sen Ergebnissen kommt die zweite wissenschaftliche Befragung, die das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit zusammen mit anderen Forschungseinrichtungen durchgeführt hat“, führt Claudia Wolfinger aus.

Mehr Bewerber*innen für Ausbildungsstellen als vor einem Jahr
Im Juli sind 4.367 Ausbildungsstellen gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einer Zunahme um 7,5 Prozent. Davon sind 2.097 also rund 48 Prozent noch unbesetzt. Im Jahr zuvor waren es zu diesem Zeitpunkt rund 50 Prozent. Auf der anderen Seite sind im Juli 2.824 Bewerber*innen bei der Berufsberatung gemeldete. Das sind 153 beziehungsweise 5,7 Prozent mehr als vor einem Jahr. 685 Bewerber*innen und damit rund 24 Prozent sind noch unversorgt, also noch ohne Ausbildungsplatz. Vor einem Jahr waren es zu diesem Zeitpunkt rund 27 Prozent. „Auch wenn sich dieses Jahr mehr junge Menschen für eine Berufsausbildung interessieren als letztes Jahr, übersteigt die Zahl der Ausbildungsstellen weiterhin die der Bewerber*innen deutlich. Zugleich eröffnet dies Jugendlichen hervorragende Chancen. Eine Ausbildung ist ein guter Start ins Berufsleben, denn sie bietet interessante Perspektiven und hervorragende Karrieremöglichkeiten. Wer dieses Jahr die Schule abgeschlossen hat und noch keinen Ausbildungsplatz oder Fragen zu einer Berufsausbildung hat, kann sich jetzt noch an unsere Berufsberatung wenden“, erklärt Claudia Wolfinger.

Der Arbeitsmarkt im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen
Die Arbeitslosenquote im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen liegt bei 3,3 Prozent (Vormonat: 3,3 Prozent, Vorjahr: 3,6 Prozent). Die Zahl der arbeitslos gemeldeten Personen ist im Vergleich zum Vormonat nahezu gleichgeblieben und liegt bei 1.767, was einem Minus
on 147 Personen im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Die Arbeitgeber*innen des Landkreises Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen meldeten dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service von Arbeitsagentur und Jobcenter im Juli 203 neue Stellen, das sind 35 mehr als vor einem Monat und 30 mehr als vor einem Jahr. Insgesamt sind 1.336 freie Stellen im Bestand (Vormonat: +39; Vorjahr: -5).

Bei der Agentur für Arbeit sind 752 Personen arbeitslos gemeldet, das sind im Vormonatsvergleich acht Personen mehr. Beim Jobcenter sind mit 1.015 Personen 21 weniger arbeitslos gemeldet als im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahr nahm die Arbeitslosigkeit im Bereich der Agentur für Arbeit um 41 Personen ab, im Bereich des Jobcenters nahm sie um 106 Personen ab.

Der Arbeitsmarkt in der Stadt Ansbach
Die Arbeitslosenquote in der Stadt Ansbach liegt bei 4,7 Prozent (Vormonat: 4,5 Prozent und Juli 2022: 3,8 Prozent). Die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen ist im Vergleich zum Juni um 40 gestiegen und liegt jetzt bei 1.121 Personen. Im Vorjahresvergleich nahm sie um 223 zu. Die Arbeitgeber*innen meldeten dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service von Arbeitsagentur und Jobcenter im Juli 154 neue Stellen, das sind 45 weniger als vor einem Monat und 30 mehr als vor einem Jahr. Insgesamt sind aus dem Stadtgebiet Ansbach 824 freie Stellen im Bestand (Vormonat: -2; Vorjahr: +112).

Bei der Agentur für Arbeit sind 467 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 38 mehr als vor einem Monat. Beim Jobcenter sind mit 654 Personen nahezu genauso viele arbeitslos gemeldet wie vor einem Monat. Im Vergleich zum Vorjahr nahm die Arbeitslosigkeit im Bereich der Agentur für Arbeit um 74 Personen zu, im Bereich des Jobcenters stieg sie um 149 Personen.

Der Arbeitsmarkt im Landkreis Ansbach
Die Arbeitslosenquote im Landkreis Ansbach liegt bei 2,4 Prozent (Vormonat: 2,3 Prozent und Juli 2022: 2,6 Prozent). Die Zahl der arbeitslos gemeldeten Personen nahm im Vergleich zum Juni um 104 zu und liegt jetzt bei 2.667. Im Vorjahresvergleich nahm sie um 114 ab. Die Arbeitgeber*innen des Landkreises Ansbach meldeten dem Arbeitgeber-Service im Juli mit 411 neuen Stellen 38 mehr als vor einem Monat und 107 mehr als vor einem Jahr. Insgesamt sind 2.297 freie Stellen im Bestand (Vormonat: +9; Vorjahr: -175).

Bei der Agentur für Arbeit sind mit 1.510 Personen 128 mehr arbeitslos gemeldet als im Vormonat. Beim Jobcenter sind mit 1.157 Menschen 24 weniger arbeitslos gemeldet als vor einem Monat. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Arbeitslosigkeit im Bereich der Agentur für Arbeit um 137 Personen, im Bereich des Jobcenters sank sie um 251 Personen.

Der Arbeitsmarkt im Landkreis Roth
Die Arbeitslosenquote im Landkreis Roth liegt bei 2,1 Prozent (Vormonat: 2,0 Prozent, Vorjahr: 2,3 Prozent). Die Zahl der arbeitslos gemeldeten Personen ist mit 1.580 im Vergleich zum Vormonat um 75 gestiegen. Im Vorjahresvergleich liegt sie um 108 niedriger. Die Arbeitgeber*innen des Landkreises Landkreis Roth meldeten dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service von Arbeitsagentur und Jobcenter im Juli 305 neue Stellen, das sind zehn mehr als vor einem Monat und 49 mehr als vor einem Jahr. Insgesamt sind 1.944 freie Stellen im Bestand (Vormonat: +56; Vorjahr: -51).

Bei der Agentur für Arbeit sind 896 Personen arbeitslos gemeldet, das sind im Vormonatsvergleich 53 Personen mehr. Beim Jobcenter sind 684 Personen arbeitslos gemeldet, 22 mehr als im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahr nahm die Arbeitslosigkeit im Bereich der Agentur für Arbeit um 14 Personen, im Bereich des Jobcenters um 94 Personen ab.

Foto: Brigitte Dorr

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